Montag, 17. Februar 2014

Kiliansmännle, 02.08.1995

Raser-Kontrollen
Geschwindigkeitskontrollen der Polizei, des städtischen Vollzugsdienstes - das bringt Geld in die Kasse. Aber unsere Polizei, dein Freund und Helfer, ist nicht gemein und hinterhältig mit Wegelagerer-Methoden unterwegs. Unsere Polizei gibt per Pressemitteilung kund, wo und wann sie kontrolliert. Behält sich aber vor, darüber hinaus auch an nicht veröffentlichten Orten die Geschwindigkeit der Autofahrer zu messen. Der brave Bürger als Autofahrer ist interessiert - und einige Rundfunkstationen machen Werbung mit diesem Service der Polizeidirektion Heilbronn. Aber jetzt ist ein ganz Schlauer in einem neuen Bundesland auf die Idee gekommen, „diesen Unsinn“ verbieten zu lassen. Hatte doch die „Landeswelle Thüringen“ Radarfallen der Polizei hörernah über den Äther bekanntgegeben. Der innenpolitische SPD-Sprecher im Thüringer Landtag Günter Pohl  will das unterbinden lassen. Begründung: Der Effekt der Geschwindigkeitskontrollen sei gleich Null, wenn jeder über das Autoradio gewarnt werde. Frage: Wann kommt ein innenpolitischer Sprecher im Stuttgarter Landtag mal auf diese nicht gerade bürgernahe Idee. Und was sagt dann unser SPD-Birzele, der Innenminister des Landes dazu? Warten wir es ab - jetzt ist in der Politik erst mal Sommerpause.

SSV 1995
Reduzierungen der Preise von 50 bis gar 80 Prozent sind in diesem Sommerschlußverkauf 1995 drin. Sagen die Händler. Die Läger müssen geräumt werden, weil der Frühling zu kalt war und die Sommerferien zu spät beginnen. Das hört sich in Kunden-Ohren gut an. Hinzu kommt die ohnehin schlechte Saison im Frühjahr und Sommer. Außerdem - die Kosten im Handel steigen enorm. Umsatzrückgänge in den vergangenen Monaten und Jahren von teilweise über 20 Prozent drücken. Dabei behaupten viele: Der Sommerschlußverkauf habe seinen Reiz schon lange eingebüßt, weil es im Einzelhandel das ganze Jahr über Sonderangebote gäbe, seitdem der private Verbrauch stagniert. Trotzdem: Wenn ich an das vergangene Wochenende denke, dann war trotz Hitze in der Innenstadt Heilbronns schon einiges los. Beim Auftakt der Schnäppchenjagd am Montag sah ich in Heilbronn überwiegend zufriedene Händler-Mienen. Aber die Sommerhitze, die ließ auch die Einzelhändler schwitzen und stöhnen. Schon im Mai habe in vielen Heilbronner Geschäften der Preisnachlaß begonnen. Ob mit dem SSV dann noch viel zu verdienen ist, das müssen sich die Unternehmen selber beantworten. Verzichten  will aber offensichtlich niemand auf das bunte  Treiben. Macht ja auch Spaß, auf Schnäppchensuche zu gehen.

Wo sind sie?
Wo sind sie geblieben? Die Blumen des Rausches, die bis vor wenigen Wochen ganz offen im Heilbronner Stadtpark blühten und jetzt auch nicht gerade im Verborgenen ihre neuen Triebe zeigen. Niemand in der Stadt hatte erwartet, daß mit dem Zerschlagen der offenen Rauschgiftszene im Harmoniegarten das Drogenproblem in der Käthchenstadt verschwindet. Ziel der Polizeiaktion war es, ein öffentliches Ärgernis und eine alltägliche Bedrohung für viele Bürger aus der Innenstadt zu entfernen. Viele, die jetzt behaupten, die Polizeiaktion sei gescheitert, weil weiter mit Drogen gehandelt und weiter offen Drogen konsumiert werden, argumentieren entweder naiv oder führen etwas ganz anderes im Schilde. Oft sogar ihre eigene Bequemlichkeit. Denn es ist ja soviel einfacher, Abhängige an den öffentlichen Plätzen des Drogenumschlags zu kontaktieren. Das aber kann und darf ja wohl nicht das Ziel der Gesellschaft und Staat sein, daß sich Kriminalität mit all ihren üblen Folgeerscheinungen zu einer gesellschaftlichen Größe entwickelt. Immer noch steht die Drogenbekämpfung an erster Stelle der Prävention. Alle weiteren Maßnahmen leisten wir uns, weil dieser Staat zur Zeit  genügend Geld aus der „Solidaritätskasse Steuern“ besitzt, um sich kostspielige Experimente mit sich selber Ausgrenzenden zu leisten. In anderen Ländern der Welt, vor allem den armen, sieht das ganz anders aus.

Unfälle und Tote
In der ersten fünf Monaten 1995 gab es im Unterland vier Verkehrstote. Vier tote Menschen zuviel. In der harten Statistik ist diese Zahl positiv zu bewerten. In den Sommermonaten Juni und Juli aber hat eine schwarze Unfallserie eingesetzt. Bis in diese Woche hinein zählte die Polizei weitere 13 Tote bei Verkehrsunfällen. Da stellt sich der Beobachter die Frage: Liegt‘s am Wetter, daß so unvorsichtig gefahren wird? Oder liegt es etwa am Alkohol, der bei diesen sommerlichen Temperaturen unter freiem Himmel ja auch gerne und reichlich konsumiert wird? Offensichtlich nutzen alle Aufklärungskampagnen der Polizei bei Rasern wenig. Trotzdem ist festzustellen: Bei immer dichterem Verkehr sinkt in absoluten Zahlen das „Aufkommen an Verkehrstoten“. Im Jahre 1994 wurden im Stadt- und Landkreis Heilbronn 41 Verkehrstote gezählt. 1995 starben bisher 17 Menschen bei Verkehrsunfällen. Ursache in zehn dieser Fälle: Überhöhte Geschwindigkeit, nicht selten mit Alkohol verbunden. Tragik im Straßenverkehr.

Armbrust-Anklage
Einst waren Bürgermeister bei uns im Ländle richtige Fürsten. Mächtiger als der Gemeinderat, obwohl der ja das oberste Organ in den Stadt- oder Dorfmauern darstellt. Und so schalteten und walteten viele Schultes, oftmals wie es ihnen grad in den Kram paßte. Aber seitdem in der Wirtschaft mehr Geld mit weniger Zeitaufwand zu verdienen ist, wandert so mancher Bürgermeister ab, wird Unternehmer oder Manager und blickt mitleidsvoll auf seine einstigen Kollegen. Gegen einen dieser nahezu „absolut herrschenden Fürsten“ wird jetzt Anklage erhoben - wegen Untreue und Urkundenfälschung. Noch im August will die Staatsanwaltschaft in Stuttgart ihre Anklageschrift gegen Horst Armbrust, den ehemaligen Neckarwestheimer Schultes erheben. Die verschwundenen 40 Millionen Mark, für die hat die Staatsanwaltschaft offenbar jede Hoffnung aufgegeben. Auch von anderen, die als emsige Schaffer für ihre Gemeinden einst hoch gelobt wurden und dann wegen Affairen zurücktraten, wird dieser Tage viel gemunkelt. Zum Beispiel, daß sie wieder in ihren Gemeinden antreten wollen oder sollen. Da wird der Name Paul Stadel in dem Raum gestellt, Exbürgermeister von Beilstein, dem einige Chancen bei der Schulteswahl gegen den amtierenden Bürgermeister Günter Henzler eingeräumt werden - so Stadel antritt. Und auch in Eppingen zittern Honoratioren, wenn sie den Namen Rüdiger Peuckert hören. Die Köpfe wiegen bedenklich, wenn es um die Frage geht, ob Peuckert als Bürgermeisterkandidat mehr Stimmen holen könnte als der amtierende Erich Pretz. Die Frage ist halt immer: Wem traut das Wahlvolk mehr, wenn es um die Belange der eigenen Gemeinde geht. Den im Amte oft ein wenig langweilig wirkenden Bürgermeistern stünden dann die Macher gegenüber. Sie haben Fehler gemacht. Aber wer etwas anpackt, der macht eben Fehler. Und die sind ja schon längst verziehen. Die Wähler sind halt ein unberechenbares Volk - in der Demokratie.

Kleine Abkühlung
Das Konjunkturbarometer zeigt für den Westen Deutschlands eine Abkühlung, aber keinen Temperatureinbruch an. So las ich dieser Tage in einem klugen Blatte. Eine Woche später teilt die Industrie- und Handelskammer für die Region Franken mit: „Die konjunkturelle Aufwärtsentwicklung im Kammerbezirk Heilbronn ist im zweiten Quartal dieses Jahres vorerst zum Stillstand gekommen. In vielen Bereichen der heimischen Wirtschaft ist die Stimmung von zunehmender Skepsis geprägt.“ Die vorsichtigen Beobachter aus der IHK wählen ihre Worte mit Bedacht. Und wenn jetzt davon gesprochen wird, daß die Unternehmen ihre Geschäftslage im Vergleich zum ersten Quartal nahezu unverändert beurteilen, dann ist vom erwarteten Aufschwung eben keine Rede mehr. Vor allem der Einzelhandel, der sich laut Kammer nun „seit über zwei Jahren auf Talfahrt“ befindet,  steckt noch immer tief in der Rezession. Das Kaufverhalten ihrer Kunden schätzten die Einzelhändler laut IHK-Umfrage ähnlich schlecht wie im Vorquartal ein. Das heißt für die Kunden in diesem Sommer: Der Schlußverkauf ist ein wahres Eldorado für Sparwütige. Wer‘s Geld dazu hat, der sollte jetzt zugreifen. Billger wird‘s nimmer. Halt so ein richtiger Schwaben-SSV. Des einen Freud ist halt des anderen Leid.

Nein-Sager
Es gibt die Nein-Sager und die Ja-Sager. Das Heilbronner Stadttheater hat mir jetzt einen „netten“ Brief geschrieben, in dem es mich den Nein-Sagern zuordnet. Denn pünktlich zu den Sommerferien würde ich mich in „Stammtischpolitik üben.“. Worum es geht? Um nichts anderes als um „den Plan der  Stadt, im neuen Einkaufszentrum am Berliner Platz eine Spielstätte für das Stadttheater mitzuplanen“. Das Theater Heilbronn schreibt: „Wahr ist: Ein solches Einkaufszentrum wäre eine große Chance für Heilbronn. Drei Fliegen würden mit einer Klappe geschlagen: Aus den jetzigen Kammerspielen könnte endlich ein Kindertheater im Stadtzentrum werde - eine bessere Kammerspielbühne für mehr Publikumsplätze könnte geschaffen werden, die attraktiv und nicht ständig ausverkauft ist. Und trotzdem wäre nicht mehr Personal nötig, denn der Betrieb wird ja nicht größer und alle Bühnen liegen neben den notwendig gewordenen Werkstätten, die man vor Jahren zu bauen versäumt hat.“ - Und dann weiß das Theater auch noch genau, was ich will: „Keine unnötigen Mehrkosten für die Bürger, ein besseres Theaterangebot für die Bürger und ein Kindertheater für Heilbronn: das, meint das Kiliansmännle, wäre etwas Schlechtes. Deshalb malt es das neue Einkaufszentrum und damit eine Aufwertung des Industriestandortes  Heilbronn so schwarz wie möglich - und den Theaterintendanten gleich mit! Wie gut, daß das Kiliansmännle auf seinem Turm so weit vom Schuß und von journalistischer Sorgfaltspflicht so weit entfernt ist.“ - Sorgfalt heißt im Schwäbischen in erster Linie, sei Sach zusammehalte. Und das bedeutet: Wenn man Schulden hat wie unsere Kommune, sollte man sich keine neuen Kosten aufbürden. Auch keine kulturellen.

Nonverbal
Da haben sich doch einige Psychologen - oder waren es Psychiater - was ganz besonderes ausgedacht. Per Anzeige suchten sie Interessenten für einen Arbeitskreis oder eine Arbeitsgruppe „Nonverbale Kommunikation“. Und es meldeten sich fleißig einige, die sehr interessiert waren. Auch ich habe mich gefragt, was das denn sei - die nonverbale Kommunikation. Wenn ich mit Ihnen, meinen Lesern kommuniziere, dann geht das ohne gesprochene Worte ab. Halt mit gedruckten Worten. Und wenn Sie mich hier oben auf meinem Turm betrachten, dann schauen Sie halt von unten hoch - und denken sich Ihren Teil. Ist dieses Denken jetzt schon Nonverbal? Wir denken ja eigentlich in Worten, in ganzen Sätzen - selbst im Traum haben wir unsere Sprache noch beisammen. Manche Sprachbegabten träumen dann französisch oder englisch. Sie kommunizieren mit sich selbst auch in Worten. Und selbst wenn wir uns nur anschauen oder betasten - wie das heute ja „in“ ist in so mancher Gruppierung, dann geht in den Köpfen nichts Nonverbales vor sich, sondern eben unausgesprochen laufen da ganze Romane ab, die man sich vielleicht später erzählt. In der Gruppe - oder auch woanders. Trotz meines versteinerten Maules: Ich glaube die Herren Seelendoctores aus dem Unterland haben sich da einen derben Scherz mit  zarten Seelchen erlaubt - mit ihrer „Nonverbalen Kommunikation“. Oder wie? Oder was?


Ozonalarm
Am Montagabend rief das baden-württembergische Umweltministerium in Stuttgart Ozonalarm der Stufe eins aus. In den Radio-Nachrichten wurde darüber heftig berichtet. Aber wie wirkt sich dieser Alarm nun auf uns arme Autofahrer aus? Wer darf mit welchem Auto durch die Gegend kutschieren? Wenn ich mich recht erinnere, dann gelten die Fahrverbote nach der Ausrufung des Ozonalarms am nächsten Tag von sechs Uhr in der Frühe 24 Stunden lang. Aber der Neckar-Express hat ja in den letzten beiden Wochen ausführlich über die Regelungen nach einem Ozonalarm berichtet. Und wenn man das nicht mehr so genau im Kopf hat, dann kann unsereins ja getrost beim Landratsamt anrufen - oder bei der Stadt, der Gemeindeverwaltung. Falls die Leitungen in diesen Ämtern besetzt sind, dann ruft der brave Bürger halt beim Umweltministerium in Stuttgart an. Aber vorläufig - so hörte ich - gelten ja noch keine Fahrverbote. Das Gesetz ist in Kraft, aber niemand weiß so richtig wie es in die Realität umgesetzt werden kann. Und die Polizei fühlt sich überfordert - bei all ihren sonstigen Aufgaben, die sie zu erledigen hat. Angenehme italienische Verhältnisse, meine ich. Laßt die Politiker mit heißen Nadeln Gesetze stricken. Wir Bürger müssen unser Tagwerk weiter betreiben, damit ordentlich Steuern ins Staatssäckel fließen. Denn die sind ja auch dazu da, daß unsere schlauen Politiker kluge Vorschriften aushecken. Siehe Ozongesetz.

Pendolino - wo?
Zwischen Heilbronn und Mannheim, zwischen Heilbronn und Stuttgart - so hatte man sich‘s mal gedacht, sollte er künftig dahingleiten, elegant wie ein Rennauto auf Schienen in den Kurven, schnell wie ein Silberpfeil auf gerader Strecke. Aber so schnell geht‘s halt bei der Schwäbischen Eisebahn nicht. Wo laufen sie denn? Wo laufen sie denn hin - wo fährt er, der Pendolino, der Neige-Zug? Bisher nichts als grüner Rasen - sprich einsame Bahnstrecken mit Bummelzügen. Und kein Pendolino in Sicht. Dabei sollte Heilbronn, die viel geschmähte Metropole des württembergisch-hohenlohisch-badischen Franken-Landes damit an die großen Verkehrsflüsse auf Schienen in Deutschland angebunden sein. Bisher - nichts als heiße Luft. Und die Planungen? Welchen Stand haben sie zum heutigen Tage? Das Verkehrsministerium in Stuttgart verhandelt mit der Bahn schon sehr lange, viel zu lange über die Pendolino-Anschaffung. Plan war einst, zum Fahrplanwechsel 1996 die neuen Züge einzusetzen. Aber daraus wird wohl nichts - innerhalb des groß angelegten „integralen Taktfahrplanes“. Kenner der Materie sagen, daß es zum Verzweifeln sei mit diesem Hin und Her. Unsere sechs Landtagsabgeordneten sollten auch in dieser Hinsicht mal nachstoßen. Denn wenn die Bahn weiter verzögert, liegt Heilbronn bald nicht mehr im Windschatten der großen Verkehrsflüsse, sondern völlig abseits.

Schuljahresende
Jetzt kann der Schulranzen in die Ecke geworfen werden. Die großen Ferien sind da. Aber nicht für alle Schüler ist diese Zeit Anlaß zur Freude. Es nahte für so manchen die Stunde der Wahrheit. Der Vermerk „Nicht versetzt“ im Jahreszeugnis ist jetzt für den betroffenen Schüler und seine Eltern oft ein Problem, das den Familienfrieden erheblich stört. Und von unbeschwerten Sommerferien kann zumeist auch keine Rede mehr. Ach, werden viele jetzt sagen, das betrifft doch nur wenige. Die Frage ist nur, wieviele Wenige sind das? In Baden Württemberg, so schätzt die Aktion Humane Schule, blieben in diesem Jahr immerhin rund 25.000 Schüler an allgemeinbildenden Schulen sitzen. Das Oberschulamt setzt dagegen, das diese Zahl mit rund drei Prozent „erfreulich gering“ ausfallen würde. Aber man nimmt die Zahl nicht auf die leichte Schulter. Denn die Oberpädagogen bei der Schulbehörde wissen, daß so mancher Schüler aufgrund seiner schlechten Noten selbstmordgefährdet ist. Deshalb raten die Schul-Psychologen: die Gefühle der nichtversetzten Kinder und Jugendlichen ernst nehmen; sachlich mit ihnen über das Zustandekommen der Noten sprechen. Trost und Ermutigung würden bei schulischem Mißerfolg mehr als Strafen helfen. Das Schlimmste jedoch ist, wenn ein Sitzengebliebener zur Ansicht gelangt, daß er als Mensch nichts wert ist - da er im Zeugnis schlecht beurteilt wurde. Eine Ansicht, die in einer rein auf Leistung ausgerichteten Gesellschaft durchaus logisch ist. Ich meine: Aus Fehlern lernen, ist der beste Weg zum Erfolg. Und dazu gehört auch, daß gelegentlich mal die Schule gewechselt werden muß. Die Begabungen sind eben verschieden verteilt. Nicht jeder muß Akademiker sein, um später Erfolg zu haben.

Sicher mit Rambo
Die Zeiten, als der gute alte Wach- und Streifendienst in Heilbronn nahezu das Monopol besaß, die sind längst vorüber. Sicherheit ist heute ein teures Gut. Und Erfolg hat nur jener Anbieter, der auch nachweisen kann, daß er die Güter seiner Kundschaft sorgfältig hütet. Wenn ein junges Unternehmen wie Jachelini-Sicherheitssysteme nachweist, daß es bei Einbrüchen oder Einbruchsversuchen die Täter schnell stellt und der Polizei übergibt, dann hat es seine Aufgabe erfolgreich erfüllt - ist seinen Preis sicherlich wert. Wenn seine Bediensteten abends und nächtens in Springerstiefeln ihre Runden über Felder und Matschwege drehen, dazu eine dem Auftrag angemessene Kleidung - zum Beispiel Springerstiefel - tragen, dann kann das letztlich nur von Nutzen sein. In „hoheitliche Aufgabe der Polizei einzugreifen“ beim Bewachen von Fabriken, Wohngegenden, Sportveranstaltungen - das will kein seriöses Bewachungsunternehmen. Denn die Polizei muß ihre hoheitlichen Aufgaben umfassend erfüllen: Die gesetzmäßige Ordnung im Staat aufrechthalten, Verbrechen verhindern und aufklären. In dieser Heilbronner Auseinandersetzung der privaten Sicherheitsunternehmen scheint es aber um die pure  Konkurrenz, um den harten Kampf um Kunden  zu gehen. Da wird halt mit harten Bandagen gekämpft. Den Zuschlag in einer gut funktionierenden Wirtschaft wird halt der erhalten, der die bessere Leistung für seine Kunden erbringt - in Punkto Sicherheit.  Mit  Anregungen von Landespolizeipräsidenten  im fernen Stuttgart ist da kein Staat zu machen. Vor Ort muß gesichert werden.

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