Asyl
Können Sie
sich noch erinnern: die Wellen in Deutschland schlugen hoch als es um den
Streit über Asylbewerber ging. Gesetze wurden geändert. Und jetzt? Das Thema
ist aus den Schlagzeilen. Und worum ging es? Es kamen zu viele Flüchtlinge -
und viele von denen wiederum wurden als Wirtschaftsasylanten geoutet. Jetzt
aber ist das zur Nebensache in der deutschen Politik geworden, was damals den
Streit anfachte. Ob nun das Essen in Naturalien ausgegeben oder Geld gezahlt
wird, wo die Asylbewerber wohnen, ob in ehemaligen Kasernen oder in Hotels. Und
der Grund für die Stille? Laut UN-Wirtschaftskommission ging die Zahl der
Asylsuchenden 1994 weltweit um 30 Prozent zurück. Und in Deutschland wurden 127.210
Asylbewerber gegenüber 323.000 im Jahre 1993 gezählt. Dies stellt eine Verminderung von über 60 Prozent und
den größten absoluten Rückgang in den ECE-Ländern dar, zu denen alle
europäischen Staaten, die USA, Kanada, Israel und die meisten zentralasiatischen
Republiken der früheren UdSSR gehören. Folge bei uns: jene Politiker, die ihr
Süppchen allein auf der Asyl-Problematik zu kochen versuchten, verschwinden
langsam in der Versenkung. Siehe Republikaner.
Roter
Spitzenkandidat
Nicht nur
die linken Sozialdemokraten, sondern auch so mancher gestandene Gewerkschafter
wirft dem baden-württembergischen Wirtschaftsminister
und Heilbronner SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Dieter Spöri vor, in
der großen Koalition zu sehr auf Harmonie bedacht zu sein. Spöri selbst wehrt
sich auch immer wieder dagegen, er will im nächsten Jahr weder die Große
Koalition mit der CDU in Stuttgart fortsetzen noch im Geruch stehen, ein Freund
der Bosse zu sein. Aber als sich der einstige SPD-Spitzenkandidat vor zwei
Jahren auf einem Parteitag als Beisitzer im Landesvorstand bewarb, da erhielt
er weit weniger Stimmen als etwa Innenminister Birzele, Familienministerin
Unger-Soyka oder der Gewerkschafter Riester. Spöri sei zu
unternehmerfreundlich, meinten einige Delegierte. Und man hatte nicht
vergessen, daß der einstige SPD-Hoffnungsträger 1988 nur 32 Prozent und 1992
nicht einmal mehr 30 Prozent bei der Landtagswahl erreichen konnte. Jetzt geht
es um die SPD-Spitzenkandidatur für die
Wahl im März 1996. Wenn es eine Mitgliederbefragung für diese Kandidatur
bei uns im Südwesten gibt, dann hätte Dieter Spöri Chancen. Aber es spekulieren
auch noch andere Spitzen-Genossen auf diesen Posten: Ulrich Maurer, der
SPD-Landesvorsitzende, die robuste Bundestagsabgeordnete Hertha Däubler-Gmelin
und Harald B. Schäfer, der SPD-Umweltminister. Angst braucht Dieter Spöri um
seinen Arbeitsplatz allerdings nicht zu haben. Denn wäre er nach der Wahl 1996
nicht mehr Wirtschaftsminister, dann gibt es ja viele andere Posten im Lande,
die dem erfahrenen Volkswirt offenstehen. Ob in der Wirtschaft oder bei einem
Verband. Das lehrt die Politik im Ländle . Die SPD in Heilbronn muß also
demnächst genau hinschauen, wen sie als Zweitkandidaten nominiert. Denn über
kurz oder lang könnte die/der im Landtag sitzen.
Kandidat/in
in Schwarz
Erwin Teufel, der CDU-Ministerpräsident der
Großen Koalition in Stuttgart, will wie sein SPD-Stellvertreter Dieter Spöri das Mammutbündnis im Lande
nach der Landtagswahl im März 1996 nicht fortsetzen. Recht haben sie, die
beiden Herren. Große Koalitionen aus CDU und SPD sind immer der Ausnahmefall,
wenn andere Bündnisse nicht mehr möglich sind. 1992 wäre mit dem Einzug der
Republikaner in den Landtag rein rechnerisch nur eine Koalition der CDU mit den
Grünen möglich gewesen, denn mit den Reps wollte ernsthaft kein Christdemokrat
ins Koalitionsbett steigen. Aber der Gedanke an Schwarzgrün war damals im
Ländle noch nicht salonfähig. Also blieb nur, in den sauren Apfel einer Großen
Koalition zu beißen. Schuld an dieser Konstellation war der Wähler, der die
politischen Verhältnisse so geschaffen hatte wie sie waren. Jetzt aber - rund
ein Jahr vor den Wahlen - wird an den Startpositionen schon gegraben. Zum
Beispiel im Wahlkreis Heilbronn, wo Dieter Spöri dem CDU-Abgeordneten Ulrich Stechele 1988 das Direktmandat
abnahm und auch 1992 gegen ihn verteidigte. Die Heilbronner CDU sucht nun einen
neuen, unverbrauchten Kandidaten gegen den SPD-Mann Spöri. Nahezu sicher dürfte
sein, daß es diesmal eine Frau ist, die gegen den SPD-Wirtschaftsminister
antritt. Zwei Stadträtinnen stehen zur Auswahl: die CDU-Fraktionsvorsitzende im
Heilbronner Gemeinderat Johanna Lichy
und die CDU-Stadtverbandsvorsitzende und Stadträtin Helga Drautz. Als Stimmensammlerinnen sind beide gut geeignet. Das
haben sie bei den Kommunalwahlen hinlänglich bewiesen. Jetzt müssen die
CDU-Mitglieder zeigen, welcher der beiden Frauen sie den stärkeren Biß
gegenüber Spöri zutrauen. Ich wüßte schon, welcher.
Aus Zwei
mach Eins
Erwin
Teufel, unser Ministerpräsident, so ist aus Stuttgart zu hören, wünscht sich
bei der anstehenden ARD-Reform für Baden
Württemberg einen Landessender. Süddeutscher Rundfunk in Stuttgart und
Südwestfunk in Baden-Baden, die zwei zusammen sind ein wenig arg teuer geworden
und nicht gerade effektiv fürs Ländle. Aber so ist halt die baden-württembergische
Rundfunkgeschichte: im Nachkriegsdeutschland wurde die Grenze zwischen Südfunk
und Südwestfunk entlang der Autobahn Karlsruhe-Ulm gezogen. Dabei könnte ich
mir gut vorstellen, daß beim Hörfunk das Bessere den Vorrang erhält. SWF 1 ist
mit seinem Programm halt Südfunk 1, dem betulichen Spätzlesender musikalisch
und von der Berichterstattung her überlegen. Eben flotter, schneller, genauer
und angenehmer zu hören. Und auch SWF 3 war immer schon Klassen besser als
Südfunk 3 mit seiner Extrem-Musik und seinen Moderatoren , die oft meinen, es
sei besonders witzig im Ländle in einen rheinischen Dialekt zu verfallen. Von
der Musik bei S 4 will ich gar nicht erst reden. Wenn ich da mal gelandet bin,
denke ich oftmals, um mich dröhnt ein Bierzelt. Einziger Trost bei S 4: die
gute, regionale Berichterstattung des Frankenradios. Aber ich schätze, auf die
Reform zum Landesender kann ich lange warten - so wie ich unsere Politiker in
Stuttgart kenne.
Titanic
Manch einer
der jüngeren Leser wird die Satire-Zeitung „Titanic“ kennen. In einer
der neuesten Nummern wird eine Seite veröffentlicht, auf der mit kleinen
Sprüchen darauf hingewiesen wird, wie pfiffig „Titanic“-Leser sparen. Unter
anderem taucht folgender Spruch auf: ,,Es muß ja nicht jeden Tag ein Vollrausch
sein, oft reichen schon drei Viertele oder vier Fünftel." Angeblich stammt
diese Lebensweisheit von einem Siggi Schilling aus Heilbronn. Soviel gilt als
gesichert: Bei „Titanic“ arbeitet ein Journalist, der einst für die Heilbronner
Lokalzeitung tätig war.
Hawaii
Zugpassagier, kommst du aus Richtung Heidelberg nach
Heilbronn, bietet sich dir beim Blick aus dem Fenster ein häßlicher Anblick.
Die Fahrt geht nämlich durch das Wohnviertel
mit dem Spitznamen „Hawaii“. Hier liegt oft auf den Straßen Müll und Dreck
jeder Sorte. Heilbronn zeigt sein häßliches Gesicht. Deswegen werden hier nun
wohl auch die Fassaden der Miethäuser renoviert. Ob es was nützt, ist zu
bezweifeln. Denn hinter den Mauern bieten sich dem Betrachter traurige soziale
Verhältnisse. Die Menschen prägen eine Wohngegend. Und wahrscheinlich hat die
Stadt versäumt, hier einer Entwicklung in asoziale Verhältnisse vorzubeugen.
Ein Spaziergang des Heilbronner Sozialdezernenten durchs „Hawaii“ - aber bitte
nicht mit Pressetroß - wäre angebracht. Die Verantwortlichen sollten sich ihr
Bild vor Ort selbst machen und nicht aus der Lektüre irgendwelcher
Zustandsberichte.
Christo-Kunst
Der Spagat
zwischen Kunst und Geld gelingt zur Zeit nur wenigen so gut wie dem Künzelsauer
Schrauben-Milliardär Reinhold Würth. Hat er doch mit seinem Mäzenatentum
die verschlafene Hohenloher Landschaft ein wenig wachgeküßt. Von der
Landeshauptstadt aus betrachtet besaß das Hohenloher Land bisher ungefähr den
gleichen Stellenwert wie „Badisch-Sibirien“ - um Tauberbischofsheim und ähnlich
reizvoll gelegene Orten. Jetzt aber pilgert alles nach Künzelsau-Gaisbach, weil
dort Christo, der internationale Verpackungskünstler, Teile des Würth-Betriebsgeländes
verpackt hat. So kann der Kultur-Tourist aus dem Zentrum des Ländles nicht nur
frische Landluft schnuppern, sondern an Kunst von Weltniveau sich delektieren.
Halsstarrige Leute, die sich von Kennern als Banausen beschimpfen lassen
müssen, meinen lapidar: was bei Würth als Kunst gefeiert wird, das seien doch
nur des Kaisers neue Kleider. Stimmt nicht: die Lappen sind als Souvenirs
heißbegehrt. Vielleicht kommt ein knitzer Hohenloher noch auf die Idee, sich
das Verpackungstuch preiswert zu sichern, um es in kleinen Portionen dann teuer
an Kunstliebhaber zu verscherbeln. So mancher Enthusiast aus der nahen
Großstadt würde bestimmt viel hinblättern, um sich ein Christo-Würth-Tuch an
die Wand zu hängen oder als Teppich zu benutzen.
Flotte Fahrt
Der
Informant war sich sicher. Am 30. März, gegen 9 Uhr in der Frühe habe er
folgendes gesehen: Ein dunkler, schwerer Audi mit dem Kennzeichen HN - 200
sei auf der Autobahn von Heilbronn nach Stuttgart an ihm vorbeigerauscht.
Erlaubt seien auf dem Streckenabschnitt kurz hinter dem Stuttgarter Kreuz
120 Stundenkilometer. Selber, so der Informant, sei er schneller gefahren
und der Audi habe ihn noch überholt. Am Steuer sei ein Mann mit Schnauzbart,
auf dem Beifahrersitz ein älterer Herr gesessen. Der Audi mit HN - 200 ist der
Dienstwagen von Heilbronns Oberbürgermeister Manfred Weinmann. Der kann
wohl nicht gefahren sein, denn er hat keinen Schnauzer. Wohin die flotte Fahrt
ging, wissen wir nicht, aber es müssen schon dringende Amtsgeschäfte gewesen
sein.
Im Ruhestand
Nun ist er
im verdienten Ruhestand: Heiner Weidner, Pressesprecher des Landratsamtes
Heilbronn. In seine Zeit fielen zwei deftige Kommunal-Skandale: der Fall
des Bürgermeisters von Beilstein und die Neckarwestheimer Millionenpleite. Weidner
wehrt sich immer wieder, daß - auch an dieser Stelle - seinen beiden Landräten
Widmaier und Czernuska eine Mitschuld am Versagen der beiden Bürgermeister
gegeben wird. Daß er sich vor die beiden Landräte stellt, ehrt Heiner Weidner.
Doch mal Hand aufs Herz, Herr Weidner, in der Position eines Landrates hört man
doch das Gras wachsen? Und Anzeichen, daß in Beilstein, aber auch in
Neckarwestheim nicht alles zum Besten bestellt ist, hat es weit früher gegeben,
als die beiden Skandale ruchbar wurden.
Liebe Not
Na das hätte
mich auch gewundert, wenn es da keinen Widerstand gegeben hätte. Gegen das
Parkierungskonzept in Bad Wimpfens Altstadt regt sich nun doch Widerstand.
Die Bewohner des Burgviertel protestieren gegen die Pläne der Verwaltung - vom
Gemeinderat einstimmig abgesegnet - daß Besucher des Altstadtviertels für ihre
Autos keine Parkerlaubnis mehr erhalten. Bürgermeister Brecher ist in der
Zwickmühle. Denn Wimpfen wird seinen Status als Kurstadt nur halten können,
wenn es etwas gegen die von Autos abgasbelastete Luft tut. Es muß also
versuchen, das Auto mehr und mehr aus der Stadt zurückzudrängen. Andererseits
gibt es viel zu wenig Parkmöglichkeiten (Langzeit) am Rande der Altstadt, um
einigermaßen bequem und nahe ans Burgviertel zu kommen. Ein Bürgermeister in
Not.
Aufwärts
Die
Industrie- und Handelskammer Heilbronn ist zur Zeit auf der Hannover Messe
95 zusammen mit zwölf mittelständischen Firmen und vier wissenschaftlichen
Instituten auf einem Gemeinschaftsstand vertreten. Was einst mit 30
Quadratmetern Ausstellungsfläche begann, das ist heute auf 300 angewachsen. Dr.
Horst Schmalz, der IHK-Hauptgeschäftsführer, war entscheidender Initiator
für die Vertretung der Region auf der weltgrößten Industriemesse. In diesem
Jahr sind von rund 7.000 Ausstellern allein 70 aus der Region Franken, dem
Wirtschaftsraum Heilbronn. Die Wirtschaft der Region ist mitten drin im
Umstrukturierungsprozeß und weist jetzt schon im Vergleich zum Lande ein
überdurchschnittliches Wachstum auf. Die Hannover Messe dürfte bei diesem Trend
so etwas wie Treibstoff für die Konjunktur sein. Allerdings hat die
Pionierarbeit und Vorreiterrolle der IHK Heilbronn im Ländle kaum Nachahmer
gefunden. Was verwunderlich ist. Denn die Ausstelleranzahl aus Baden
Württemberg ist rückläufig. Da sollten sich doch andere IHK‘s sputen. Aber
dafür drängen die jungen Bundesländer nach Hannover - vor allem Firmen aus
Sachsen. Denn dort entsteht zur Zeit das neue Musterländle in Deutschland.
Audi und
Fiat
Wenn Audi in
Neckarsulm hustet, dann bekommt die Region, das heißt der Wirtschaftsraum
Heilbronn, einen Husten. Aber die Erkältungsgefahr für Audi scheint gebannt. Im
vergangenen April erst wurde für die rund 31.800 Beschäftigten wegen der
schlechten Absatzlage eine Regelarbeitszeit von 32,4 Stunden
ausgehandelt. Aber die wirtschaftliche Lage bei Audi ist heute so gut, daß
jetzt die Arbeitszeit pro Woche wieder auf 35 Stunden heraufgesetzt wurde. Und
auch die Gehälter steigen ab 1. April wieder auf 97,2 Prozent der
tariflichen Regelarbeitszeit, die ja bei 36 Stunden liegt. Um die
gestiegene Nachfrage nach Audi-Fahrzeugen weiterhin decken zu können, wird
sogar ab Mai die Nachtschicht ausgedehnt. - Auch der zweite große
Autohersteller im Unterland, die Fiat AG in Heilbronn, kann sich freuen. Der
jetzt scheidende Vorstandsvorsitzende Dietmar Fütterer und seine
Mannschaft haben es geschafft, dem italienischen Autoimporteur in diesem Jahr
ein Umsatzplus von rund 25 Prozent zu bescheren. Angepeilt wird von
Fiat, am Ende des Jahre 1995 an erster Stelle der Importeure in Deutschland zu
stehen. Und das ohne Dietmar Fütterer, der dann schon in der Zentrale in Turin
seinen Schreibtisch bezogen hat.
USA-Reise
Das
Aufsichtsgremium und die Geschäftsleitung des Regionalen Rechenzentrums
in Heilbronn weilten zu einer Informationsreise in den Vereinigten Staaten.
Letzte Woche kamen die zwanzig Reisenden von ihrem Computer-Trip zurück. Rund 150.000
Mark soll die Informationstour zu Firmen wie Microsoft und Mayo-Klinik
gekostet haben. Das regt jetzt die Grünen im Unterland schrecklich auf. Denn
sie sind der Ansicht, daß die Bürgermeister, Beamten und Verwaltungsleute sich
auch hier in Deutschland hätten informieren können - und sprechen jetzt von
Verschwendung der Steuergelder. Dabei hatte das Regierungspräsidium in
Stuttgart die Reiseabsichten geprüft und die Reise ins sonnige Kalifornien
sogar genehmigt, nachdem eine anonyme Anzeige eingegangen war. Die Grünen sind
aber weiterhin der Ansicht, daß die Firmenvertreter der Computerindustrie
genauso gut nach Heilbronn hätten kommen können, um ihre neuesten
Produktentwicklungen vorzustellen. So würde es ja schließlich auch die private
Wirtschaft handhaben. Außerdem hätten sich die Spezialisten des Rechenzentrums
sehr gut auf der Computermesse Cebit unlängst in Hannover informieren können.
Diese Reise wäre dann dem Steuerzahler weitaus preiswerter gekommen. Und was
sagt das Rechenzentrum dazu? Die Reise war gerechtfertigt, weil die neusten
Entwicklungen und Entwicklungstendenzen nur in den USA zu bestaunen seien. Und
die „Öffentlichkeit“ wäre ja ebenfalls durch einen Journalisten in der
Reisegruppe vertreten gewesen. Und der würde demnächst genau berichten - in der
Heilbronner Tageszeitung.
Lerchenstraße
Die Bewohner
der Heilbronner Lerchenstraße können ein Lied über die Parkplatznot in ihrer
unmittelbaren Umgebung singen. Zunächst einmal parkten alle möglichen
Innenstadtbesucher zwischen der schönen, alten Bäumen ihrer Straße. Dann wurden
Anliegerausweise von der Stadt ausgegeben. Und jetzt? Zwischen den Bäumen
wurden die Parkplätze in Beete umgewandelt. Parkmöglichkeiten in der
Lerchenstraße - sie streben gen Null. Ziel der Stadt Heilbronn ist es wohl,
über kurz oder lang die Innenstadt Heilbronns autofrei zu
bekommen. Das mag ja gesund und angenehm für Radfahrer und Fußgänger sein. Aber
so ideologisch hart vorgegangen, lautet eine weitere Konsequenz: die Innenstadt
Heilbronns verarmt, immer weniger wird dort eingekauft - und die Geschäftswelt
muß, wenn sie verdienen will, auf die grüne Wiese vor der Stadt ausweichen.
Zuerst gingen die Möbelhändler, dann kam das große Lebensmittelwarenhaus bei
Neckarsulm hinzu, es folgten die Elektrogroßhändler - und demnächst werden wohl
große Betten- und Wäschehändler sowie die Warenhäuser auch darüber nachdenken
müssen, ob der notwendige Umsatz in der Innenstadt Heilbronns weiterhin zu
halten ist. Eine tote City, aber abgasfrei - das kann und darf ja wohl nicht
das alleinige Ziel der Stadtoberen sein.

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