Montag, 17. Februar 2014

Kiliansmännle, 05.04.1995



Asyl
Können Sie sich noch erinnern: die Wellen in Deutschland schlugen hoch als es um den Streit über Asylbewerber ging. Gesetze wurden geändert. Und jetzt? Das Thema ist aus den Schlagzeilen. Und worum ging es? Es kamen zu viele Flüchtlinge - und viele von denen wiederum wurden als Wirtschaftsasylanten geoutet. Jetzt aber ist das zur Nebensache in der deutschen Politik geworden, was damals den Streit anfachte. Ob nun das Essen in Naturalien ausgegeben oder Geld gezahlt wird, wo die Asylbewerber wohnen, ob in ehemaligen Kasernen oder in Hotels. Und der Grund für die Stille? Laut UN-Wirtschaftskommission ging die Zahl der Asylsuchenden 1994 weltweit um 30 Prozent zurück. Und in Deutschland wurden 127.210 Asylbewerber gegenüber 323.000 im Jahre 1993 gezählt. Dies stellt eine Verminderung von über 60 Prozent und den größten absoluten Rückgang in den ECE-Ländern dar, zu denen alle europäischen Staaten, die USA, Kanada, Israel und die meisten zentralasiatischen Republiken der früheren UdSSR gehören. Folge bei uns: jene Politiker, die ihr Süppchen allein auf der Asyl-Problematik zu kochen versuchten, verschwinden langsam in der Versenkung. Siehe Republikaner.

Roter Spitzenkandidat
Nicht nur die linken Sozialdemokraten, sondern auch so mancher gestandene Gewerkschafter wirft dem baden-württembergischen Wirtschaftsminister und Heilbronner SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Dieter Spöri vor, in der großen Koalition zu sehr auf Harmonie bedacht zu sein. Spöri selbst wehrt sich auch immer wieder dagegen, er will im nächsten Jahr weder die Große Koalition mit der CDU in Stuttgart fortsetzen noch im Geruch stehen, ein Freund der Bosse zu sein. Aber als sich der einstige SPD-Spitzenkandidat vor zwei Jahren auf einem Parteitag als Beisitzer im Landesvorstand bewarb, da erhielt er weit weniger Stimmen als etwa Innenminister Birzele, Familienministerin Unger-Soyka oder der Gewerkschafter Riester. Spöri sei zu unternehmerfreundlich, meinten einige Delegierte. Und man hatte nicht vergessen, daß der einstige SPD-Hoffnungsträger 1988 nur 32 Prozent und 1992 nicht einmal mehr 30 Prozent bei der Landtagswahl erreichen konnte. Jetzt geht es um die SPD-Spitzenkandidatur für die Wahl im März 1996. Wenn es eine Mitgliederbefragung für diese Kandidatur bei uns im Südwesten gibt, dann hätte Dieter Spöri Chancen. Aber es spekulieren auch noch andere Spitzen-Genossen auf diesen Posten: Ulrich Maurer, der SPD-Landesvorsitzende, die robuste Bundestagsabgeordnete Hertha Däubler-Gmelin und Harald B. Schäfer, der SPD-Umweltminister. Angst braucht Dieter Spöri um seinen Arbeitsplatz allerdings nicht zu haben. Denn wäre er nach der Wahl 1996 nicht mehr Wirtschaftsminister, dann gibt es ja viele andere Posten im Lande, die dem erfahrenen Volkswirt offenstehen. Ob in der Wirtschaft oder bei einem Verband. Das lehrt die Politik im Ländle . Die SPD in Heilbronn muß also demnächst genau hinschauen, wen sie als Zweitkandidaten nominiert. Denn über kurz oder lang könnte die/der im Landtag sitzen.

Kandidat/in in Schwarz
Erwin Teufel, der CDU-Ministerpräsident der Großen Koalition in Stuttgart, will wie sein SPD-Stellvertreter Dieter Spöri das Mammutbündnis im Lande nach der Landtagswahl im März 1996 nicht fortsetzen. Recht haben sie, die beiden Herren. Große Koalitionen aus CDU und SPD sind immer der Ausnahmefall, wenn andere Bündnisse nicht mehr möglich sind. 1992 wäre mit dem Einzug der Republikaner in den Landtag rein rechnerisch nur eine Koalition der CDU mit den Grünen möglich gewesen, denn mit den Reps wollte ernsthaft kein Christdemokrat ins Koalitionsbett steigen. Aber der Gedanke an Schwarzgrün war damals im Ländle noch nicht salonfähig. Also blieb nur, in den sauren Apfel einer Großen Koalition zu beißen. Schuld an dieser Konstellation war der Wähler, der die politischen Verhältnisse so geschaffen hatte wie sie waren. Jetzt aber - rund ein Jahr vor den Wahlen - wird an den Startpositionen schon gegraben. Zum Beispiel im Wahlkreis Heilbronn, wo Dieter Spöri dem CDU-Abgeordneten Ulrich Stechele 1988 das Direktmandat abnahm und auch 1992 gegen ihn verteidigte. Die Heilbronner CDU sucht nun einen neuen, unverbrauchten Kandidaten gegen den SPD-Mann Spöri. Nahezu sicher dürfte sein, daß es diesmal eine Frau ist, die gegen den SPD-Wirtschaftsminister antritt. Zwei Stadträtinnen stehen zur Auswahl: die CDU-Fraktionsvorsitzende im Heilbronner Gemeinderat Johanna Lichy und die CDU-Stadtverbandsvorsitzende und Stadträtin Helga Drautz. Als Stimmensammlerinnen sind beide gut geeignet. Das haben sie bei den Kommunalwahlen hinlänglich bewiesen. Jetzt müssen die CDU-Mitglieder zeigen, welcher der beiden Frauen sie den stärkeren Biß gegenüber Spöri zutrauen. Ich wüßte schon, welcher.

Aus Zwei mach Eins
Erwin Teufel, unser Ministerpräsident, so ist aus Stuttgart zu hören, wünscht sich bei der anstehenden ARD-Reform für Baden Württemberg einen Landessender. Süddeutscher Rundfunk in Stuttgart und Südwestfunk in Baden-Baden, die zwei zusammen sind ein wenig arg teuer geworden und nicht gerade effektiv fürs Ländle. Aber so ist halt die ba­den-württembergische Rundfunkgeschichte: im Nachkriegsdeutschland wurde die Grenze zwischen Südfunk und Südwestfunk entlang der Autobahn Karlsruhe-Ulm gezogen. Dabei könnte ich mir gut vorstel­len, daß beim Hörfunk das Bessere den Vorrang erhält. SWF 1 ist mit seinem Programm halt Südfunk 1, dem be­tulichen Spätzlesender musikalisch und von der Berichterstattung her überlegen. Eben flotter, schneller, genauer und angenehmer zu hören. Und auch SWF 3 war immer schon Klassen besser als Südfunk 3 mit seiner Extrem-Musik und seinen Moderatoren , die oft meinen, es sei besonders witzig im Ländle in einen rheinischen Dialekt zu verfallen. Von der Musik bei S 4 will ich gar nicht erst reden. Wenn ich da mal gelandet bin, denke ich oftmals, um mich dröhnt ein Bierzelt. Einziger Trost bei S 4: die gute, regionale Berichterstattung des Frankenradios. Aber ich schätze, auf die Reform zum Landesender kann ich lange warten - so wie ich unsere Politiker in Stuttgart kenne.

Titanic
Manch einer der jüngeren Leser wird die Satire-Zeitung „Titanic“ kennen. In einer der neuesten Nummern wird eine Seite veröffentlicht, auf der mit kleinen Sprüchen darauf hingewiesen wird, wie pfiffig „Titanic“-Leser sparen. Unter anderem taucht folgender Spruch auf: ,,Es muß ja nicht jeden Tag ein Vollrausch sein, oft reichen schon drei Viertele oder vier Fünftel." Angeblich stammt diese Lebensweisheit von einem Siggi Schilling aus Heilbronn. Soviel gilt als gesichert: Bei „Titanic“ arbeitet ein Journalist, der einst für die Heilbronner Lokalzeitung tätig war.

Hawaii
Zugpassagier, kommst du aus Richtung Heidelberg nach Heilbronn, bietet sich dir beim Blick aus dem Fenster ein häßlicher Anblick. Die Fahrt geht nämlich durch das Wohnviertel mit dem Spitznamen „Hawaii“. Hier liegt oft auf den Straßen Müll und Dreck jeder Sorte. Heilbronn zeigt sein häßliches Gesicht. Deswegen werden hier nun wohl auch die Fassaden der Miethäuser renoviert. Ob es was nützt, ist zu bezweifeln. Denn hinter den Mauern bieten sich dem Betrachter traurige soziale Verhältnisse. Die Menschen prägen eine Wohngegend. Und wahrscheinlich hat die Stadt versäumt, hier einer Entwicklung in asoziale Verhältnisse vorzubeugen. Ein Spaziergang des Heilbronner Sozialdezernenten durchs „Hawaii“ - aber bitte nicht mit Pressetroß - wäre angebracht. Die Verantwortlichen sollten sich ihr Bild vor Ort selbst machen und nicht aus der Lektüre irgendwelcher Zustandsberichte.

Christo-Kunst
Der Spagat zwischen Kunst und Geld gelingt zur Zeit nur wenigen so gut wie dem Künzelsauer Schrauben-Milliardär Reinhold Würth. Hat er doch mit seinem Mäzenatentum die verschlafene Hohenloher Landschaft ein wenig wachgeküßt. Von der Landeshauptstadt aus betrachtet besaß das Hohenloher Land bisher ungefähr den gleichen Stellenwert wie „Badisch-Sibirien“ - um Tauberbischofsheim und ähnlich reizvoll gelegene Orten. Jetzt aber pilgert alles nach Künzelsau-Gaisbach, weil dort Christo, der internationale Verpackungskünstler, Teile des Würth-Betriebsgeländes verpackt hat. So kann der Kultur-Tourist aus dem Zentrum des Ländles nicht nur frische Landluft schnuppern, sondern an Kunst von Weltniveau sich delektieren. Halsstarrige Leute, die sich von Kennern als Banausen beschimpfen lassen müssen, meinen lapidar: was bei Würth als Kunst gefeiert wird, das seien doch nur des Kaisers neue Kleider. Stimmt nicht: die Lappen sind als Souvenirs heißbegehrt. Vielleicht kommt ein knitzer Hohenloher noch auf die Idee, sich das Verpackungstuch preiswert zu sichern, um es in kleinen Portionen dann teuer an Kunstliebhaber zu verscherbeln. So mancher Enthusiast aus der nahen Großstadt würde bestimmt viel hinblättern, um sich ein Christo-Würth-Tuch an die Wand zu hängen oder als Teppich zu benutzen.

Flotte Fahrt
Der Informant war sich sicher. Am 30. März, gegen 9 Uhr in der Frühe habe er folgendes gesehen: Ein dunkler, schwerer Audi mit dem Kennzeichen HN - 200 sei auf der Autobahn von Heilbronn nach Stuttgart an ihm vorbeigerauscht. Erlaubt seien auf dem Streckenabschnitt kurz hinter dem Stuttgarter Kreuz 120 Stundenkilometer. Selber, so der Informant, sei er schneller gefahren und der Audi habe ihn noch überholt. Am Steuer sei ein Mann mit Schnauzbart, auf dem Beifahrersitz ein älterer Herr gesessen. Der Audi mit HN - 200 ist der Dienstwagen von Heilbronns Oberbürgermeister Manfred Weinmann. Der kann wohl nicht gefahren sein, denn er hat keinen Schnauzer. Wohin die flotte Fahrt ging, wissen wir nicht, aber es müssen schon dringende Amtsgeschäfte gewesen sein.

Im Ruhestand
Nun ist er im verdienten Ruhestand: Heiner Weidner, Pressesprecher des Landratsamtes Heilbronn. In seine Zeit fielen zwei deftige Kommunal-Skandale: der Fall des Bürgermeisters von Beilstein und die Neckarwestheimer Millionenpleite. Weidner wehrt sich immer wieder, daß - auch an dieser Stelle - seinen beiden Landräten Widmaier und Czernuska eine Mitschuld am Versagen der beiden Bürgermeister gegeben wird. Daß er sich vor die beiden Landräte stellt, ehrt Heiner Weidner. Doch mal Hand aufs Herz, Herr Weidner, in der Position eines Landrates hört man doch das Gras wachsen? Und Anzeichen, daß in Beilstein, aber auch in Neckarwestheim nicht alles zum Besten bestellt ist, hat es weit früher gegeben, als die beiden Skandale ruchbar wurden.

Liebe Not
Na das hätte mich auch gewundert, wenn es da keinen Widerstand gegeben hätte. Gegen das Parkierungskonzept in Bad Wimpfens Altstadt regt sich nun doch Widerstand. Die Bewohner des Burgviertel protestieren gegen die Pläne der Verwaltung - vom Gemeinderat einstimmig abgesegnet - daß Besucher des Altstadtviertels für ihre Autos keine Parkerlaubnis mehr erhalten. Bürgermeister Brecher ist in der Zwickmühle. Denn Wimpfen wird seinen Status als Kurstadt nur halten können, wenn es etwas gegen die von Autos abgasbelastete Luft tut. Es muß also versuchen, das Auto mehr und mehr aus der Stadt zurückzudrängen. Andererseits gibt es viel zu wenig Parkmöglichkeiten (Langzeit) am Rande der Altstadt, um einigermaßen bequem und nahe ans Burgviertel zu kommen. Ein Bürgermeister in Not.

Aufwärts
Die Industrie- und Handelskammer Heilbronn ist zur Zeit auf der Hannover Messe 95 zusammen mit zwölf mittelständischen Firmen und vier wissenschaftlichen Instituten auf einem Gemeinschaftsstand vertreten. Was einst mit 30 Quadratmetern Ausstellungsfläche begann, das ist heute auf 300 angewachsen. Dr. Horst Schmalz, der IHK-Hauptgeschäftsführer, war entscheidender Initiator für die Vertretung der Region auf der weltgrößten Industriemesse. In diesem Jahr sind von rund 7.000 Ausstellern allein 70 aus der Region Franken, dem Wirtschaftsraum Heilbronn. Die Wirtschaft der Region ist mitten drin im Umstrukturierungsprozeß und weist jetzt schon im Vergleich zum Lande ein überdurchschnittliches Wachstum auf. Die Hannover Messe dürfte bei diesem Trend so etwas wie Treibstoff für die Konjunktur sein. Allerdings hat die Pionierarbeit und Vorreiterrolle der IHK Heilbronn im Ländle kaum Nachahmer gefunden. Was verwunderlich ist. Denn die Ausstelleranzahl aus Baden Württemberg ist rückläufig. Da sollten sich doch andere IHK‘s sputen. Aber dafür drängen die jungen Bundesländer nach Hannover - vor allem Firmen aus Sachsen. Denn dort entsteht zur Zeit das neue Musterländle in Deutschland.

Audi und Fiat
Wenn Audi in Neckarsulm hustet, dann bekommt die Region, das heißt der Wirtschaftsraum Heilbronn, einen Husten. Aber die Erkältungsgefahr für Audi scheint gebannt. Im vergangenen April erst wurde für die rund 31.800 Beschäftigten wegen der schlechten Absatzlage eine Regelarbeitszeit von 32,4 Stunden ausgehandelt. Aber die wirtschaftliche Lage bei Audi ist heute so gut, daß jetzt die Arbeitszeit pro Woche wieder auf 35 Stunden heraufgesetzt wurde. Und auch die Gehälter steigen ab 1. April wieder auf 97,2 Prozent der tariflichen Regelarbeitszeit, die ja bei 36 Stunden liegt. Um die gestiegene Nachfrage nach Audi-Fahrzeugen weiterhin decken zu können, wird sogar ab Mai die Nachtschicht ausgedehnt. - Auch der zweite große Autohersteller im Unterland, die Fiat AG in Heilbronn, kann sich freuen. Der jetzt scheidende Vorstandsvorsitzende Dietmar Fütterer und seine Mannschaft haben es geschafft, dem italienischen Autoimporteur in diesem Jahr ein Umsatzplus von rund 25 Prozent zu bescheren. Angepeilt wird von Fiat, am Ende des Jahre 1995 an erster Stelle der Importeure in Deutschland zu stehen. Und das ohne Dietmar Fütterer, der dann schon in der Zentrale in Turin seinen Schreibtisch bezogen hat.

USA-Reise
Das Aufsichtsgremium und die Geschäftsleitung des Regionalen Rechenzentrums in Heilbronn weilten zu einer Informationsreise in den Vereinigten Staaten. Letzte Woche kamen die zwanzig Reisenden von ihrem Computer-Trip zurück. Rund 150.000 Mark soll die Informationstour zu Firmen wie Microsoft und Mayo-Klinik gekostet haben. Das regt jetzt die Grünen im Unterland schrecklich auf. Denn sie sind der Ansicht, daß die Bürgermeister, Beamten und Verwaltungsleute sich auch hier in Deutschland hätten informieren können - und sprechen jetzt von Verschwendung der Steuergelder. Dabei hatte das Regierungspräsidium in Stuttgart die Reiseabsichten geprüft und die Reise ins sonnige Kalifornien sogar genehmigt, nachdem eine anonyme Anzeige eingegangen war. Die Grünen sind aber weiterhin der Ansicht, daß die Firmenvertreter der Computerindustrie genauso gut nach Heilbronn hätten kommen können, um ihre neuesten Produktentwicklungen vorzustellen. So würde es ja schließlich auch die private Wirtschaft handhaben. Außerdem hätten sich die Spezialisten des Rechenzentrums sehr gut auf der Computermesse Cebit unlängst in Hannover informieren können. Diese Reise wäre dann dem Steuerzahler weitaus preiswerter gekommen. Und was sagt das Rechenzentrum dazu? Die Reise war gerechtfertigt, weil die neusten Entwicklungen und Entwicklungstendenzen nur in den USA zu bestaunen seien. Und die „Öffentlichkeit“ wäre ja ebenfalls durch einen Journalisten in der Reisegruppe vertreten gewesen. Und der würde demnächst genau berichten - in der Heilbronner Tageszeitung.

Lerchenstraße
Die Bewohner der Heilbronner Lerchenstraße können ein Lied über die Parkplatznot in ihrer unmittelbaren Umgebung singen. Zunächst einmal parkten alle möglichen Innenstadtbesucher zwischen der schönen, alten Bäumen ihrer Straße. Dann wurden Anliegerausweise von der Stadt ausgegeben. Und jetzt? Zwischen den Bäumen wurden die Parkplätze in Beete umgewandelt. Parkmöglichkeiten in der Lerchenstraße - sie streben gen Null. Ziel der Stadt Heilbronn ist es wohl, über kurz oder lang die Innenstadt Heilbronns autofrei zu bekommen. Das mag ja gesund und angenehm für Radfahrer und Fußgänger sein. Aber so ideologisch hart vorgegangen, lautet eine weitere Konsequenz: die Innenstadt Heilbronns verarmt, immer weniger wird dort eingekauft - und die Geschäftswelt muß, wenn sie verdienen will, auf die grüne Wiese vor der Stadt ausweichen. Zuerst gingen die Möbelhändler, dann kam das große Lebensmittelwarenhaus bei Neckarsulm hinzu, es folgten die Elektrogroßhändler - und demnächst werden wohl große Betten- und Wäschehändler sowie die Warenhäuser auch darüber nachdenken müssen, ob der notwendige Umsatz in der Innenstadt Heilbronns weiterhin zu halten ist. Eine tote City, aber abgasfrei - das kann und darf ja wohl nicht das alleinige Ziel der Stadtoberen sein.

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