Alles,
was Rang und Namen in der Region Franken hat, für Auswärtige heißt das heute
der „Wirtschaftsraum Heilbronn“, ließ sich letzte Woche beim Gästeabend der
Industrie- und Handelskammer Heilbronn blicken. Für viele ist´s superwichtig,
im IHK-Gästeheft den eigenen Namen lesen zu können. Für andere ist es fast
ebenso wichtig festzustellen, wer bei diesem Gästeabend nicht mehr mit von der
Partie ist. Dieses „Who is who“ könnte aber auch zu Belastung für die IHK
werden. Denn entscheidend sind die Gespräche, der Gedankenaustausch und das
Sich-Kennenlernen der Menschen aus den verschiedensten Bereichen des
gesellschaftlichen Lebens in der Region. Übrigens: Dieter Spöri, den
Heilbronner SPD-Landtagsabgeordneten und Wirtschaftsminister, konnte man an
diesem Abend in der Heilbronner Harmonie nicht sehen. Wäre ja auch noch
schöner, wenn er sich die Festrede seines Koalitionskollegen Erwin Teufel über
baden-württembergische Wirtschaftspolitik hätte anhören müssen. Schließlich will
der Dieter Spöri als baden-württembergischer Ministerpräsident beim Heilbronner
IHK-Gästeabend 1996 auftreten. Ob er uns
dann vielleicht mitteilen kann, daß der von Teufel versprochene Pendolino
zwischen Mannheim und Heilbronn ab dem Fahrplanwechsel 1996 auch wirklich
fährt? Ich glaubs erst, wenn sich der Neigezug durchs Neckartal schlängelt.
Trotz der Aussage Erwin Teufels, daß der erste dieser Züge im Ländle von
Heilbronn aus starten wird. Wenn alle leeren Versprechungen von Politikern zu
Bäumen würden, behaupten die Amerikaner, stünden wir Bürger immer im Wald. Aber
soweit ist es noch nicht. Im Gegenteil: Viele Politiker stehen nach einer Wahl
im Wald. Und im März 1996 ist Landtagswahl im Baden-Württemberg.
Rückschlag?
Die
Furcht vor einem wirtschaftlichen Rückschlag in der Bundesrepublik wächst
derzeit. Pleiten allerorten in Rekordzahlen. Es scheint beim Konjunkturmotor,
der im ersten Halbjahr 1995 noch schnurrte, Sand ins Getriebe gekommen zu sein.
Das Wachstum im zweiten Halbjahr wird sich verlangsamen, sagen die
Wirtschaftsinstitute. Politiker diagnostizieren allerdings nur eine
„Wachstumsdelle“. Nach einem „Atemholen“ im Herbst werde sich der Aufschwung
vom Beginn des Jahres zum Ende hin wieder
fortsetzen, versichern sie mit ihrem treuem Politiker-Augenaufschlag.
Aber glauben ist eine Sache, vertrauen wieder eine ganz andere. Und auf die
Prognosen von Politikern setzen, da könnte man sein Geld auch gleich in den
Strumpf stopfen oder zum Fenster hinauswerfen. Verglichen mit dem, was uns vor
Wahlen versprochen und was dann eingehalten wurde - da kann man nur den Schluß
ziehen: Wenig ist eingehalten worden. Und was sagen die Fakten? Aus dem
Verarbeitenden Gewerbe werden Warnsignale gemeldet. Im Juni brachen die Bestellungen saison- und
preisbereinigt um 3,5 Prozent ein. Die
Geschäftserwartungen in der westdeutschen Industrie haben sich darüber hinaus
verschlechtert. Und das größte Sorgenkind, der Arbeitsmarkt hat ebenfalls
keine guten Zukunftsaussichten. Die Arbeitslosenquote kletterte von neun auf
9,5 Prozent. Die Zahl der Erwerbslosen stieg wieder um 134.000 auf 3,59
Millionen. Dauerte es bislang nur ein halbes Jahr, bis sich der
Konjunktur-Aufschwung auch in einer höheren Beschäftigungszahl niederschlug, so
sind diesmal schon fast zwei Jahre verstrichen, ohne daß sich eine
durchgreifende Besserung auf dem Arbeitsmarkt abzeichnet. Der Herbst 1995
verspricht wirtschaftlich nichts Gutes.
Sparen
- aber wie
Die
Steuern und Abgaben sind in Deutschland entschieden zu hoch. Das merkt nicht
nur jeder Bürger an seinem eigenen Geldbeutel, das begreifen langsam auch jene
Politiker, die bisher die Fürsorge des Staates höher einstuften als die
Fähigkeit des Bürgers, für sich selbst zu sorgen. Mehr als die Hälfte einer
Mark, die ein jeder verdient, schnappt sich der Staat. Die Ermahnungen vieler
Sachverständiger, endlich mit dem Sparen zu beginnen, fruchteten bisher wenig.
Und so steigen dann die Schulden der Städte - und die Gebühren für die Bürger.
Die Pro-Kopf-Verschuldung wird fürs laufende Jahr in Heilbronn mit 3.168,60
Mark geschätzt. Im Jahre 1996 soll sie bei 4.372,50 Mark liegen, hat der
Finanzbürgermeister Werner Grau ausgerechnet. Die Schätzung der Gesamtschulden
liegen im Jahr 1995 bei 385,3 Millionen Mark, im kommenden Jahr sollen sie bei
531,7 Millionen angekommen sein. Ein
Horrorgemälde, das letzte Woche da im Heilbronner Gemeinderat gemalt wurde. Und
die Konsequenz für uns Bürger? Wir müssen wieder mal mehr Abgaben zahlen.
Vor allem in den Bereichen Abwasser und Abfall. Wie hoch diese „erheblichen
Gebührensteigerungen“ ausfallen werden, das ließ der Erste Bürgermeister sich
nicht entlocken. Dabei gäbe es eine Menge zu sparen in Heilbronn. Der
Gemeinderat ist das oberste beschlußfassende Organ der Stadt - und sollte
seiner Aufsichtspflicht nachkommen. Das heißt, auf sparsames Wirtschaften
achten und nicht noch mehr Ausgaben fordern.
Wahlkampf
Wenn
gewählt wird, dann ist auch die Höhe der Wahlbeteiligung ein Zeichen dafür, was
das Wahlvolk von seinen Gewählten hält. Klagen werden seit Jahren immer lauter,
weil die Beteiligung der Bürger an der Wahl immer geringer wird. Wahlmüdigkeit?
Bei Landtagswahlen ist es schon viel, wenn eine Wahlbeteiligung bei annähernd
60 Prozent liegt. Und bei Bundestagswahlen kann nur noch davon geträumt werden,
über die 80-Prozent-Marke zu kommen. Es gibt aber auch Wahlen, bei denen die
Zahlen weitaus geringer sind. Hatte doch bei der letzten evangelischen
Kirchenwahl vor sechs Jahren die Wahlbeteiligung im Wahlkreis Heilbronn (zu dem
auch viele Landkreisgemeinden gehören) bei nur 27 Prozent gelegen. Dabei dürfen
die Kirchenmitglieder der Evangelischen Landeskirche in Württemberg ab
vollendetem 16. Lebensjahr sich an der Wahl beteiligen. Jetzt wird wieder
gewählt. Am 12. November werden Landessynode und Kirchengemeinderäte vom Kirchenvolk
in Urwahl bestimmt. Im Wahlkreis 9
Heilbronn sind rund 70.000 Wählerinnen und Wähler aufgerufen, sich für eine
der „Parteien“, sprich Gesprächskreise in der protestantischen Kirche zu
entscheiden. Und diese tragen Namen wie „Lebendige Gemeinde“, „Offene Kirche“
oder „Evangelium und Kirche“ - und dürften den meisten Kirchenmitgliedern kaum
etwas sagen. Wie wäre es dann mit ein wenig Wahlkampf? Damit deutlich wird: Wer
ist wer im Kirchenalltag. Und damit Kirche sich mal öffentlich darstellt - und
nicht nur in der eigenen Suppe köchelt.
Medien-Macher
Wer
in Heilbronn und um Heilbronn herum im Medienbereich was macht, das ist hier
den Mächtigen und weniger Bedeutenden in Politik, Wirtschaft, Verbänden und
Vereinen durchaus bekannt. Man kennt sich - die Namen sind in vieler Munde.
Chefredakteur der Tageszeitung Heilbronner Stimme ist Dr. Wolfgang Bok.
Studioleiter des Süddeutschen Rundfunks in Heilbronn und Redaktionsleiter des
Frankenradios beim SDR ist Lutz Wagner. Schwieriger
ist es da schon bei den Korrespondenten der überregionalen Zeitungen im
Unterland: Viele kennen den Wieland Schmid von der Stuttgarter Zeitung und
den Hans-Georg Frank von der Südwestpresse. Und wenn nicht, jetzt wissen sie´s.
Dieser Tage bekam ich nun ein Buch mit dem Titel „Deutschlands Private“
(Luchterhand-Verlag) in die Hand. Dort ist verzeichnet, wer für privates
Fernsehen und Rundfunk in deutschen Landen verantwortlich zeichnet. Da es bei
uns im Unterland kein regionales Fernsehen gibt, schaute ich mal bei den
privaten Rundfunksendern nach. Da gibt´s zum einem den Bereichssender Antenne 1
aus Stuttgart, die in der Heilbronner Kilianstraße 2 ein Studio betreibt.
Verantwortlich für diesen Sender sind : Werner J. Baur (Geschäftsführung),
Silvana Rosenzweig (Programmleitung) und Walter Krämer (Marketingleitung). Das
zweite Privatradio (in der Allee 2) ist der Lokalsender Radio Ton, bei dem
Edwin Ferring sowohl für die Geschäftsführung, die Programm- und
Marketingleitung verantwortlich zeichnet. Eben alles in einem: Klein, aber fein.
Eben lokal.
Politik
für Frauen
Ein
Zauberwort der Kommunalpolitik in Heilbronn lautet Frauenförderplan. Auch bei
der letzten Gemeinderatssitzung kam er wieder zu Sprache. Frauen sollen demnach
stärker bei der Besetzung neuer Stellen in der Verwaltung berücksichtigt
werden. Aber als es vor kurzem erst um die Neubesetzung einer zweiten Stelle im
Presseamt der Stadt ging, da entschied das Los. Der Mann machte das Rennen. Er
hatte eben Glück. Dank des Stimmenpatts zuvor. Aber das sind Randerscheinungen.
Mir scheint, in Zeiten hoher
Arbeitslosigkeit steht für die Mehrheit der Menschen die existentielle Frage im
Vordergrund. Das heißt: Hat der Familienvater Arbeit, kann er seine Familie
versorgen - und wenn das nicht ausreicht, kann die Ehefrau noch halbtags etwas
dazuverdienen? Die Frage nach Gleichberechtigung bleibt da außen vor. Für die
Mehrheit der Bevölkerung. Das gilt natürlich nicht für Akademiker in
Staatsdiensten, die Hätschelkinder der Nation. Da verdienen zum Beispiel beide
Partner in einer Ehe ein gutes Salär und sind darüber hinaus mit allen
beamtenrechtlichen, sozialen Segnungen des Staates ausgestattet. Schließlich
sind ja auch unsere Abgeordneten und deren Zuarbeiter in der Mehrheit beamtete
Staatsdiener. Und diese Treuhänder unserer Steuergroschen sorgen schon dafür,
daß ihre Klientel ein relativ sorgenfreies Leben genießt. Nicht nur jetzt beim
Diätengesetz im Bundestag, sondern auch in den Landtagen und bei all jenen, die
sich in der Hierarchie darunter befinden. Arbeitende Menschen in der freien
Wirtschaft unseres Landes können von solchen Segnungen nur träumen.
Hasch-Theater
Erinnern
Sie sich noch? Ende Juni gab‘s in der Heilbronner Kulturszene Aufruhr. Hatte
doch eine Volontärin der Tageszeitung über Haschkonsum einiger
Ensemblemitglieder des Kinder- und Jugendtheaters Radelrutsch berichtet. Bei
einem Gastspiel in Luxemburg, zu dem die Reporterin von den Theatermachern
eingeladen war, sollen Haschischzigaretten die Runde gemacht haben. Und auf der
Bühne wurden Antidrogenstücke gegeben. Das Anliegen der Truppe war durch diesen
Reporterin-Bericht ramponiert. Die öffentlich Beschuldigten bestritten, auf
dieser Reise Haschisch geraucht zu haben. Die
Jungjournalistin beteuerte, Rauschgiftkonsum gesehen und gerochen zu haben.
Staatsanwälte nahmen sich der Sache an - und stellten dieser Tage ihre
Ermittlungen ein. Einmal die Staatsanwaltschaft in Heilbronn, die gegen zwei
Schauspieler ermittelt hatte, und die Staatsanwaltschaft in Saarbrücken, die
Vorwürfe gegen einen Radelrutsch-Techniker jetzt „wegen geringer Schuld“ zu den
Akten legte. Der Berg kreiste und gebar eine Maus. Ich frage mich heute: Hätte
dieser Riesenzirkus nicht von Beginn an vermieden werden können? Die
Beobachtungen einer Journalistin sind eine Sache, die Konfrontation der
Betroffenen und nicht der Vorwurf ans gesamte Ensemble mit dieser subjektiven
Sicht eine zweite - und die Wahrheitsfindung wiederum der nächste Schritt. Aber
das Kind war in den Brunnen gefallen. Bernhard Wilbs, der Gründer des Theaters,
Intendant, Regisseur und Stückeschrieber, kämpfte um den Ruf seiner bisher
sauberen und erfolgreichen Truppe, wollte nicht vorverurteilen, aber auch keine
Haschraucher in seinem Theater dulden. Jetzt
steht Radelrutsch, das verdienstvolle Kinder- und Jugendtheater des
Unterlands, wieder rein da. Wie jener Schwan in Kleists Novelle „Marquise von
O“. Der wurde von der übermütigen Dorfjugend mit Kot beworfen, verschwand in
der Tiefe des Teichs - und als er wieder auftauchte war sein Gefieder wieder
blütenweiß, rein wie zuvor.
Theaterschiff
Waren
Sie schon auf dem Heilbronner Theaterschiff am Hagenbucher (gleich neben dem
Insel-Hotel)? Wenn nicht, dann haben Sie was versäumt. Kaffee-Fahrten auf einem
Neckar-Schiff, das kennen wir ja im Unterland. Aber Theater auf dem Wasser, das
ist doch recht ungewöhnlich. Dabei bietet die Theaterschiff-Mannschaft um Heinz
Kipfer gar nichts Außergewöhnliches. Eine dreiteilige Käthchen-Parodie in
Heilbronn, einmal die Geschichte brav nacherzählt, dann in die heutige Zeit
transponiert und zum Schluß als Opern-Parodie - das ist schon nett, lustig und
auch unterhaltsam, aber eben keine Theaterrevolution. Oder vielleicht doch? Schließlich ist das Kleist´sche Käthchen
inhaltlich kaum bekannt, höchstens als niedliche Puppe des Verkehrsamtes der
Stadt Heilbronn. Kann ich aber auch verstehen. Denn dieses Theaterstück ist
eigentlich keines, sondern nur ein wunderschönes Märchen in herrlicher Sprache
von einem romantisch und genialisch angehauchten Dichter zu Papier gebracht.
Konjunktur auf deutschen Bühnen hatte das eigentümliche Stück selten, denn es
ist fürs Theater auch technisch kaum geeignet. Umso mehr verwundert der
Bekanntheitsgrad. Aber deutsche Schulen sorgen unentwegt für diese Popularität,
die Heilbronn bis in unsere Tage zugute kommt. Wer also Unterhaltung pur mit
wenigen zeitkritischen Anmerkungen erleben will, sollte einen Besuch auf dem
leise schwankenden Schiff neben dem Hagenbucher in Heilbronn nicht versäumen.
Und wer die Geschichte des Theaterschiffes sich bildlich vor Augen führen will,
der sollte am 28. Oktober (Samstag) in der Zeit
ab 19.20 Uhr das Fernsehprogramm „Südwest 3“ einschalten. Dort wird dann
in 29 Minuten und 30 Sekunden die Geschichte des Heilbronner Theaterschiffs von
Beginn an nochmals aufgerollt.
Klotz-Karriere
Auf
dem Heilbronner Weindorf war es eigentlich schon allen politischen Beobachtern
im Ländle klar: Erhard Klotz ist der neue Geschäftsführer des Städtetages
Baden-Württemberg. Die Frage war nur noch, mit welcher Stimmenzahl der SPD-Mann
ins Amt gewählt wird. „Einmütig“ sei die Wahl im Vorstand ausgefallen, sagte
der Städtetagspräsident Eugen Schmid. Erhard Klotz begann seine Karriere als
promovierter Jurist in Stuttgart. In Neckarsulm, wo er 25 Jahre lang
Oberbürgermeister war, wurde er zum Ehrenbürger ernannt. Den einzigen Knick in
der Karriere stellte 1983 seine knapp verlorene Wahl zum OB in Heilbronn dar.
Nach der Landtagswahl 1992 berief ihn Frieder Birzele als Ministerialdirektor,
also oberster Landesbeamter, ins baden-württembergische Innenministerium,
nachdem Klotz im Schattenkabinett Dieter Spöris schon als Minister gehandelt
worden war. Jetzt spekulieren natürlich
viele Beobachter darüber, was Klotz bewogen haben könnte, das Regierungsschiff
der Großen Koalition kurz vor der Landtagswahl 1996 zu verlassen. Gibt
Erhard Klotz der von Spöri favorisierten rot-grünen Koalition ab März 96 in
Stuttgart keine Chance? Andererseits ist das Beamtendasein in Stuttgart für
einen heute 57jährigen Mann, der über 25 Jahre in der kommunalen Öffentlichkeit
stand und seine Taten sofort reflektiert bekam, sicher kein Zuckerschlecken.
Erhard Klotz ist mehr Macher als Administrator, mehr Politiker als Beamter. Im
Schatten eines übermächtigen Ministers zu stehen, das entsprach wohl kaum
seinen Vorstellungen. Ein baden-württembergischer OB, der ist bekanntlich ein
kleiner König. Wäre Erhard Klotz ´83 OB in Heilbronn geworden, dann hätte er
sich - so glaube ich hier auf dem Turm - kaum in Richtung Stuttgart aufgemacht.
Denn OB in der Unterland-Metropole zu sein, das ist im Ländle gewichtiger als so
mancher Minister oder Staatssekretär in Stuttgart. Das weiß der Mann aus der
alten Unterländer Schultes-Familie.
City-Frust
Wenn
ich die Klagen der Heilbronner Kaufleute mir so in die Ohren führe, dann stelle
ich eine Prioritätenliste fest. An erster Stelle steht die Rauschgiftszene, die
sich vor allem in der Sülmer-City immer ungenierter breit macht. Die damit zusammenhängende
Kriminalität wie Überfälle, Ladendiebstahl oder Belästigung der Kunden auf der
Straße, all das macht den Einkauf in Heilbronn nicht gerade zu einem Vergnügen.
Zweiter Punkt ist die nicht gerade einladende Fußgängerzone, deren Konzept
durchaus mal überarbeitet gehört. Hinzu kommt die ungeklärte Situation auf dem
Berliner Platz. Wann kommt der große Investor und beginnt mit seinem Bau? Als
Schlußpunkt das derzeitige Sahnehäubchen Heilbronns: Die Renovierung der
Kaiserstraße und die damit zusammenhängende Verkehrsplanung. Die Autofahrer fluchen, die Geschäftsleute
sind sauer. Und warum? Nur weil die Stadt im Zusammenhang mit der Fußgängerzone
Kaiserstraße und dem Neubau der Friedrich-Ebert-Brücke die Innenstadt für
Autofahrer nicht mehr durchlässig gemacht hat. Die Folge: Man fährt dorthin, wo
das Einkaufen bequem und unkompliziert ist, zu den Kaufhäusern auf der grünen
Wiese. Alternativen in und um Heilbronn gibt es ja mehr als genug, wenn dem
gutwilligen Kunden die Innenstadt versperrt wird. Die Leidtragenden? Das ist in
erster Linie der Einzelhandel in der Käthchenmetropole. Ein bißchen mehr
Rücksicht und Gedankenreichtum könnte in Amtsstuben auch nichts schaden.

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