Dienstag, 18. Februar 2014

Kiliansmännle, 18.10.1995

Pendolino
Alles, was Rang und Namen in der Region Franken hat, für Auswärtige heißt das heute der „Wirtschaftsraum Heilbronn“, ließ sich letzte Woche beim Gästeabend der Industrie- und Handelskammer Heilbronn blicken. Für viele ist´s superwichtig, im IHK-Gästeheft den eigenen Namen lesen zu können. Für andere ist es fast ebenso wichtig festzustellen, wer bei diesem Gästeabend nicht mehr mit von der Partie ist. Dieses „Who is who“ könnte aber auch zu Belastung für die IHK werden. Denn entscheidend sind die Gespräche, der Gedankenaustausch und das Sich-Kennenlernen der Menschen aus den verschiedensten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens in der Region. Übrigens: Dieter Spöri, den Heilbronner SPD-Landtagsabgeordneten und Wirtschaftsminister, konnte man an diesem Abend in der Heilbronner Harmonie nicht sehen. Wäre ja auch noch schöner, wenn er sich die Festrede seines Koalitionskollegen Erwin Teufel über baden-württembergische Wirtschaftspolitik hätte anhören müssen. Schließlich will der Dieter Spöri als baden-württembergischer Ministerpräsident beim Heilbronner IHK-Gästeabend 1996 auftreten. Ob er uns dann vielleicht mitteilen kann, daß der von Teufel versprochene Pendolino zwischen Mannheim und Heilbronn ab dem Fahrplanwechsel 1996 auch wirklich fährt? Ich glaubs erst, wenn sich der Neigezug durchs Neckartal schlängelt. Trotz der Aussage Erwin Teufels, daß der erste dieser Züge im Ländle von Heilbronn aus starten wird. Wenn alle leeren Versprechungen von Politikern zu Bäumen würden, behaupten die Amerikaner, stünden wir Bürger immer im Wald. Aber soweit ist es noch nicht. Im Gegenteil: Viele Politiker stehen nach einer Wahl im Wald. Und im März 1996 ist Landtagswahl im Baden-Württemberg.



Rückschlag?

Die Furcht vor einem wirtschaftlichen Rückschlag in der Bundesrepublik wächst derzeit. Pleiten allerorten in Rekordzahlen. Es scheint beim Konjunkturmotor, der im ersten Halbjahr 1995 noch schnurrte, Sand ins Getriebe gekommen zu sein. Das Wachstum im zweiten Halbjahr wird sich verlangsamen, sagen die Wirtschaftsinstitute. Politiker diagnostizieren allerdings nur eine „Wachstumsdelle“. Nach einem „Atemholen“ im Herbst werde sich der Aufschwung vom Beginn des Jahres zum Ende hin wieder  fortsetzen, versichern sie mit ihrem treuem Politiker-Augenaufschlag. Aber glauben ist eine Sache, vertrauen wieder eine ganz andere. Und auf die Prognosen von Politikern setzen, da könnte man sein Geld auch gleich in den Strumpf stopfen oder zum Fenster hinauswerfen. Verglichen mit dem, was uns vor Wahlen versprochen und was dann eingehalten wurde - da kann man nur den Schluß ziehen: Wenig ist eingehalten worden. Und was sagen die Fakten? Aus dem Verarbeitenden Gewerbe werden Warnsignale gemeldet.  Im Juni brachen die Bestellungen saison- und preisbereinigt um 3,5 Prozent ein. Die Geschäftserwartungen in der westdeutschen Industrie haben sich darüber hinaus verschlechtert. Und das größte Sorgenkind, der Arbeitsmarkt hat ebenfalls keine guten Zukunftsaussichten. Die Arbeitslosenquote kletterte von neun auf 9,5 Prozent. Die Zahl der Erwerbslosen stieg wieder um 134.000 auf 3,59 Millionen. Dauerte es bislang nur ein halbes Jahr, bis sich der Konjunktur-Aufschwung auch in einer höheren Beschäftigungszahl niederschlug, so sind diesmal schon fast zwei Jahre verstrichen, ohne daß sich eine durchgreifende Besserung auf dem Arbeitsmarkt abzeichnet. Der Herbst 1995 verspricht wirtschaftlich nichts Gutes.



Sparen - aber wie

Die Steuern und Abgaben sind in Deutschland entschieden zu hoch. Das merkt nicht nur jeder Bürger an seinem eigenen Geldbeutel, das begreifen langsam auch jene Politiker, die bisher die Fürsorge des Staates höher einstuften als die Fähigkeit des Bürgers, für sich selbst zu sorgen. Mehr als die Hälfte einer Mark, die ein jeder verdient, schnappt sich der Staat. Die Ermahnungen vieler Sachverständiger, endlich mit dem Sparen zu beginnen, fruchteten bisher wenig. Und so steigen dann die Schulden der Städte - und die Gebühren für die Bürger. Die Pro-Kopf-Verschuldung wird fürs laufende Jahr in Heilbronn mit 3.168,60 Mark geschätzt. Im Jahre 1996 soll sie bei 4.372,50 Mark liegen, hat der Finanzbürgermeister Werner Grau ausgerechnet. Die Schätzung der Gesamtschulden liegen im Jahr 1995 bei 385,3 Millionen Mark, im kommenden Jahr sollen sie bei 531,7 Millionen angekommen sein. Ein Horrorgemälde, das letzte Woche da im Heilbronner Gemeinderat gemalt wurde. Und die Konsequenz für uns Bürger? Wir müssen wieder mal mehr Abgaben zahlen. Vor allem in den Bereichen Abwasser und Abfall. Wie hoch diese „erheblichen Gebührensteigerungen“ ausfallen werden, das ließ der Erste Bürgermeister sich nicht entlocken. Dabei gäbe es eine Menge zu sparen in Heilbronn. Der Gemeinderat ist das oberste beschlußfassende Organ der Stadt - und sollte seiner Aufsichtspflicht nachkommen. Das heißt, auf sparsames Wirtschaften achten und nicht noch mehr Ausgaben fordern.



Wahlkampf

Wenn gewählt wird, dann ist auch die Höhe der Wahlbeteiligung ein Zeichen dafür, was das Wahlvolk von seinen Gewählten hält. Klagen werden seit Jahren immer lauter, weil die Beteiligung der Bürger an der Wahl immer geringer wird. Wahlmüdigkeit? Bei Landtagswahlen ist es schon viel, wenn eine Wahlbeteiligung bei annähernd 60 Prozent liegt. Und bei Bundestagswahlen kann nur noch davon geträumt werden, über die 80-Prozent-Marke zu kommen. Es gibt aber auch Wahlen, bei denen die Zahlen weitaus geringer sind. Hatte doch bei der letzten evangelischen Kirchenwahl vor sechs Jahren die Wahlbeteiligung im Wahlkreis Heilbronn (zu dem auch viele Landkreisgemeinden gehören) bei nur 27 Prozent gelegen. Dabei dürfen die Kirchenmitglieder der Evangelischen Landeskirche in Württemberg ab vollendetem 16. Lebensjahr sich an der Wahl beteiligen. Jetzt wird wieder gewählt. Am 12. November werden Landessynode und Kirchengemeinderäte vom Kirchenvolk in Urwahl bestimmt. Im Wahlkreis 9 Heilbronn sind rund 70.000 Wählerinnen und Wähler aufgerufen, sich für eine der „Parteien“, sprich Gesprächskreise in der protestantischen Kirche zu entscheiden. Und diese tragen Namen wie „Lebendige Gemeinde“, „Offene Kirche“ oder „Evangelium und Kirche“ - und dürften den meisten Kirchenmitgliedern kaum etwas sagen. Wie wäre es dann mit ein wenig Wahlkampf? Damit deutlich wird: Wer ist wer im Kirchenalltag. Und damit Kirche sich mal öffentlich darstellt - und nicht nur in der eigenen Suppe köchelt.



Medien-Macher

Wer in Heilbronn und um Heilbronn herum im Medienbereich was macht, das ist hier den Mächtigen und weniger Bedeutenden in Politik, Wirtschaft, Verbänden und Vereinen durchaus bekannt. Man kennt sich - die Namen sind in vieler Munde. Chefredakteur der Tageszeitung Heilbronner Stimme ist Dr. Wolfgang Bok. Studioleiter des Süddeutschen Rundfunks in Heilbronn und Redaktionsleiter des Frankenradios beim SDR ist Lutz Wagner. Schwieriger ist es da schon bei den Korrespondenten der überregionalen Zeitungen im Unterland: Viele kennen den Wieland Schmid von der Stuttgarter Zeitung und den Hans-Georg Frank von der Südwestpresse. Und wenn nicht, jetzt wissen sie´s. Dieser Tage bekam ich nun ein Buch mit dem Titel „Deutschlands Private“ (Luchterhand-Verlag) in die Hand. Dort ist verzeichnet, wer für privates Fernsehen und Rundfunk in deutschen Landen verantwortlich zeichnet. Da es bei uns im Unterland kein regionales Fernsehen gibt, schaute ich mal bei den privaten Rundfunksendern nach. Da gibt´s zum einem den Bereichssender Antenne 1 aus Stuttgart, die in der Heilbronner Kilianstraße 2 ein Studio betreibt. Verantwortlich für diesen Sender sind : Werner J. Baur (Geschäftsführung), Silvana Rosenzweig (Programmleitung) und Walter Krämer (Marketingleitung). Das zweite Privatradio (in der Allee 2) ist der Lokalsender Radio Ton, bei dem Edwin Ferring sowohl für die Geschäftsführung, die Programm- und Marketingleitung verantwortlich zeichnet. Eben alles in einem: Klein, aber fein. Eben lokal.



Politik für Frauen

Ein Zauberwort der Kommunalpolitik in Heilbronn lautet Frauenförderplan. Auch bei der letzten Gemeinderatssitzung kam er wieder zu Sprache. Frauen sollen demnach stärker bei der Besetzung neuer Stellen in der Verwaltung berücksichtigt werden. Aber als es vor kurzem erst um die Neubesetzung einer zweiten Stelle im Presseamt der Stadt ging, da entschied das Los. Der Mann machte das Rennen. Er hatte eben Glück. Dank des Stimmenpatts zuvor. Aber das sind Randerscheinungen. Mir scheint, in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit steht für die Mehrheit der Menschen die existentielle Frage im Vordergrund. Das heißt: Hat der Familienvater Arbeit, kann er seine Familie versorgen - und wenn das nicht ausreicht, kann die Ehefrau noch halbtags etwas dazuverdienen? Die Frage nach Gleichberechtigung bleibt da außen vor. Für die Mehrheit der Bevölkerung. Das gilt natürlich nicht für Akademiker in Staatsdiensten, die Hätschelkinder der Nation. Da verdienen zum Beispiel beide Partner in einer Ehe ein gutes Salär und sind darüber hinaus mit allen beamtenrechtlichen, sozialen Segnungen des Staates ausgestattet. Schließlich sind ja auch unsere Abgeordneten und deren Zuarbeiter in der Mehrheit beamtete Staatsdiener. Und diese Treuhänder unserer Steuergroschen sorgen schon dafür, daß ihre Klientel ein relativ sorgenfreies Leben genießt. Nicht nur jetzt beim Diätengesetz im Bundestag, sondern auch in den Landtagen und bei all jenen, die sich in der Hierarchie darunter befinden. Arbeitende Menschen in der freien Wirtschaft unseres Landes können von solchen Segnungen nur träumen.



Hasch-Theater

Erinnern Sie sich noch? Ende Juni gab‘s in der Heilbronner Kulturszene Aufruhr. Hatte doch eine Volontärin der Tageszeitung über Haschkonsum einiger Ensemblemitglieder des Kinder- und Jugendtheaters Radelrutsch berichtet. Bei einem Gastspiel in Luxemburg, zu dem die Reporterin von den Theatermachern eingeladen war, sollen Haschischzigaretten die Runde gemacht haben. Und auf der Bühne wurden Antidrogenstücke gegeben. Das Anliegen der Truppe war durch diesen Reporterin-Bericht ramponiert. Die öffentlich Beschuldigten bestritten, auf dieser Reise Haschisch geraucht zu haben. Die Jungjournalistin beteuerte, Rauschgiftkonsum gesehen und gerochen zu haben. Staatsanwälte nahmen sich der Sache an - und stellten dieser Tage ihre Ermittlungen ein. Einmal die Staatsanwaltschaft in Heilbronn, die gegen zwei Schauspieler ermittelt hatte, und die Staatsanwaltschaft in Saarbrücken, die Vorwürfe gegen einen Radelrutsch-Techniker jetzt „wegen geringer Schuld“ zu den Akten legte. Der Berg kreiste und gebar eine Maus. Ich frage mich heute: Hätte dieser Riesenzirkus nicht von Beginn an vermieden werden können? Die Beobachtungen einer Journalistin sind eine Sache, die Konfrontation der Betroffenen und nicht der Vorwurf ans gesamte Ensemble mit dieser subjektiven Sicht eine zweite - und die Wahrheitsfindung wiederum der nächste Schritt. Aber das Kind war in den Brunnen gefallen. Bernhard Wilbs, der Gründer des Theaters, Intendant, Regisseur und Stückeschrieber, kämpfte um den Ruf seiner bisher sauberen und erfolgreichen Truppe, wollte nicht vorverurteilen, aber auch keine Haschraucher in seinem Theater dulden. Jetzt  steht Radelrutsch, das verdienstvolle Kinder- und Jugendtheater des Unterlands, wieder rein da. Wie jener Schwan in Kleists Novelle „Marquise von O“. Der wurde von der übermütigen Dorfjugend mit Kot beworfen, verschwand in der Tiefe des Teichs - und als er wieder auftauchte war sein Gefieder wieder blütenweiß, rein wie zuvor.



Theaterschiff

Waren Sie schon auf dem Heilbronner Theaterschiff am Hagenbucher (gleich neben dem Insel-Hotel)? Wenn nicht, dann haben Sie was versäumt. Kaffee-Fahrten auf einem Neckar-Schiff, das kennen wir ja im Unterland. Aber Theater auf dem Wasser, das ist doch recht ungewöhnlich. Dabei bietet die Theaterschiff-Mannschaft um Heinz Kipfer gar nichts Außergewöhnliches. Eine dreiteilige Käthchen-Parodie in Heilbronn, einmal die Geschichte brav nacherzählt, dann in die heutige Zeit transponiert und zum Schluß als Opern-Parodie - das ist schon nett, lustig und auch unterhaltsam, aber eben keine Theaterrevolution. Oder vielleicht doch? Schließlich ist das Kleist´sche Käthchen inhaltlich kaum bekannt, höchstens als niedliche Puppe des Verkehrsamtes der Stadt Heilbronn. Kann ich aber auch verstehen. Denn dieses Theaterstück ist eigentlich keines, sondern nur ein wunderschönes Märchen in herrlicher Sprache von einem romantisch und genialisch angehauchten Dichter zu Papier gebracht. Konjunktur auf deutschen Bühnen hatte das eigentümliche Stück selten, denn es ist fürs Theater auch technisch kaum geeignet. Umso mehr verwundert der Bekanntheitsgrad. Aber deutsche Schulen sorgen unentwegt für diese Popularität, die Heilbronn bis in unsere Tage zugute kommt. Wer also Unterhaltung pur mit wenigen zeitkritischen Anmerkungen erleben will, sollte einen Besuch auf dem leise schwankenden Schiff neben dem Hagenbucher in Heilbronn nicht versäumen. Und wer die Geschichte des Theaterschiffes sich bildlich vor Augen führen will, der sollte am 28. Oktober (Samstag) in der Zeit  ab 19.20 Uhr das Fernsehprogramm „Südwest 3“ einschalten. Dort wird dann in 29 Minuten und 30 Sekunden die Geschichte des Heilbronner Theaterschiffs von Beginn an nochmals aufgerollt.



Klotz-Karriere

Auf dem Heilbronner Weindorf war es eigentlich schon allen politischen Beobachtern im Ländle klar: Erhard Klotz ist der neue Geschäftsführer des Städtetages Baden-Württemberg. Die Frage war nur noch, mit welcher Stimmenzahl der SPD-Mann ins Amt gewählt wird. „Einmütig“ sei die Wahl im Vorstand ausgefallen, sagte der Städtetagspräsident Eugen Schmid. Erhard Klotz begann seine Karriere als promovierter Jurist in Stuttgart. In Neckarsulm, wo er 25 Jahre lang Oberbürgermeister war, wurde er zum Ehrenbürger ernannt. Den einzigen Knick in der Karriere stellte 1983 seine knapp verlorene Wahl zum OB in Heilbronn dar. Nach der Landtagswahl 1992 berief ihn Frieder Birzele als Ministerialdirektor, also oberster Landesbeamter, ins baden-württembergische Innenministerium, nachdem Klotz im Schattenkabinett Dieter Spöris schon als Minister gehandelt worden war. Jetzt spekulieren natürlich viele Beobachter darüber, was Klotz bewogen haben könnte, das Regierungsschiff der Großen Koalition kurz vor der Landtagswahl 1996 zu verlassen. Gibt Erhard Klotz der von Spöri favorisierten rot-grünen Koalition ab März 96 in Stuttgart keine Chance? Andererseits ist das Beamtendasein in Stuttgart für einen heute 57jährigen Mann, der über 25 Jahre in der kommunalen Öffentlichkeit stand und seine Taten sofort reflektiert bekam, sicher kein Zuckerschlecken. Erhard Klotz ist mehr Macher als Administrator, mehr Politiker als Beamter. Im Schatten eines übermächtigen Ministers zu stehen, das entsprach wohl kaum seinen Vorstellungen. Ein baden-württembergischer OB, der ist bekanntlich ein kleiner König. Wäre Erhard Klotz ´83 OB in Heilbronn geworden, dann hätte er sich - so glaube ich hier auf dem Turm - kaum in Richtung Stuttgart aufgemacht. Denn OB in der Unterland-Metropole zu sein, das ist im Ländle gewichtiger als so mancher Minister oder Staatssekretär in Stuttgart. Das weiß der Mann aus der alten Unterländer Schultes-Familie.



City-Frust

Wenn ich die Klagen der Heilbronner Kaufleute mir so in die Ohren führe, dann stelle ich eine Prioritätenliste fest. An erster Stelle steht die Rauschgiftszene, die sich vor allem in der Sülmer-City immer ungenierter breit macht. Die damit zusammenhängende Kriminalität wie Überfälle, Ladendiebstahl oder Belästigung der Kunden auf der Straße, all das macht den Einkauf in Heilbronn nicht gerade zu einem Vergnügen. Zweiter Punkt ist die nicht gerade einladende Fußgängerzone, deren Konzept durchaus mal überarbeitet gehört. Hinzu kommt die ungeklärte Situation auf dem Berliner Platz. Wann kommt der große Investor und beginnt mit seinem Bau? Als Schlußpunkt das derzeitige Sahnehäubchen Heilbronns: Die Renovierung der Kaiserstraße und die damit zusammenhängende Verkehrsplanung. Die Autofahrer fluchen, die Geschäftsleute sind sauer. Und warum? Nur weil die Stadt im Zusammenhang mit der Fußgängerzone Kaiserstraße und dem Neubau der Friedrich-Ebert-Brücke die Innenstadt für Autofahrer nicht mehr durchlässig gemacht hat. Die Folge: Man fährt dorthin, wo das Einkaufen bequem und unkompliziert ist, zu den Kaufhäusern auf der grünen Wiese. Alternativen in und um Heilbronn gibt es ja mehr als genug, wenn dem gutwilligen Kunden die Innenstadt versperrt wird. Die Leidtragenden? Das ist in erster Linie der Einzelhandel in der Käthchenmetropole. Ein bißchen mehr Rücksicht und Gedankenreichtum könnte in Amtsstuben auch nichts schaden.

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