Montag, 17. Februar 2014

Kiliansmännle, 22.02.1995



Sparers Freud
Steuern und Abgaben rauf - und der Lohnzettel oder die Gehaltsabrechnung im Januar machten klar, jetzt muß endlich gespart werden. Klagen hilft nichts. Die Politiker haben, wenn ums staatliche Sparen geht, ja immer ein Unfähigskeitsattest vorzuweisen. Jetzt muß das Volk ran. Nicht irgendwelchen Moralaposteln des Verzichts glauben, den Bußpredigern des Politikverdrusses nachplappern, sondern prüfen wie aus der Misere das Beste zu machen ist. Sparen heißt auch lustvoll genießen, was es noch umsonst gibt. Zum Beispiel einen Spaziergang durch den Stadtpark, Pfühlpark, Wertwiesenpark oder Ziegeleipark in Böckingen wagen. Kostet kein Eintritt. Man kann dabei Seen ohne Wasser bewundern, Rauschgiftdealer beim Broterwerb zuschauen und die Kinder umsonst Spielgeräte benutzen lassen. Auch der kostenlose Besuch der einstigen Atomraketen-Abschußbasis Waldheide läßt sogar die moralisierenden Herzen preiswert höher schlagen. Und auch das Heilbronner Rathaus mit seinen donnerstäglichen Gemeinderatssitzungen kann ohne Gebühr aufgesucht werden. Das Schauspiel heftiger Debatten der Stadträte ist allemal spannender als jeder Heilbronner Theaterabend. Da wird nicht nur heftig-deftig gestritten, da werden auch die Steuergroschen fünfzehn mal umgedreht, ehe sie zum Fenster hinausgeworfen werden. Außerdem ist es warm und trocken im Ratssaal. Und wer mehr die kontemplative Ruhe sucht, der findet sie in den Heilbronner Museen - kostenlos. Zuzüglich heimischer Kunstgebilde, die so rar und kostbar sind, daß sie über die Stadtgrenzen hinaus bisher kaum jemand beachtet hat. Der Sparer wird hier zum wahren Goldgräber - stille Einfalt, edle Bozzetti. Wozu denn in die Ferne schweifen, wenn das Billige liegt so nah.

Heilbronns Fasching
Oh, oh, kann ich da nur sagen. Wenn‘s dem Esel zu wohl ist, dann tanzt er auf dem Eise. Dabei haben wir derzeit doch frühlingshafte Temperaturen. Trotz Heilbronner Fasching und Trolli-Helau. Sei es drum, mit dem ist‘s ja auch nicht so weit her. Den „Großen Prunkball“ der Carneval-Gesellschaft Heilbronn am Samstag in der Heilbronner Harmonie, den hab ich mir nicht entgehen lassen. Und was ich da gesehen hab, das hat mich doch verdammt schmunzeln lassen über den organisierten Frohsinn im Käthchenstädtchen. Ein echter Bürgermeister und eine Bürgermeistersgattin traten als Hänsel und Gretel auf. Aber was Harald Friese, der vielbelesene, und seine „Schwester“ Marie-Luise Casse da zum besten gaben, das war wahrer Brocken-Fresser-Humor. Wären sie doch in ihrem Knusperhäuschen geblieben. Aber so verirrten sie sich halt im Dickicht ihrer Worte. Und dann die Sprüch des CGH-Präsidenten Dieter Popp: knallhart prügelte er auf die Medien, Radio und Zeitung ein, Humor mit der Zaunlatte verabreicht. Mit dem Heilbronner Fasching ist‘s halt wie mit dem Charme des Männerballetts - immer ein bißchen zu haarig. Lachen konnte ich erst richtig daheim - über den närrischen Abend.

Götzenturm-Park
Parklandschaft am Neckar - vom Götzenturm bis zur Rosenaubrücke. Ein Traum. Der sogenannte, aber vielgelobte Götzenturmpark (2,5 Hektar) ist nur ein Fleckchen Wiese, begrenzt vom Neckar, dem neuen IHK-Gebäude, dem Kutscherhaus und der klassizistischen Villa Mertz, ein Kleinod im sonst mit schönen Bauwerken nicht gerade verwöhnten Heilbronn. Nun soll das ein wenig heruntergekommene Kutscherhaus ein Weinlokal mit Gartenwirtschaft werden. Der Heilbronner Gastronom Thomas Aurich will in sein Drei-Millionen-Projekt mit einem komplizierten Beteiligungsmodell auch einheimische Wengerter einbinden. Ein „sensibles Feld“ wird da beackert. Die Stadt hätte ja gern schon lange die Villa Mertz erworben. Aber die Familie zeigt offensichtlich wenig Interesse an einem Verkauf des noch bewohnten Hauses. Und nun der Vorstoß mit dem Weinlokal. Dann wäre Trubel auf der Wiese angesagt. Und wo sollen die frühen oder späten Weinschlotzer parken? Etwa in der Tiefgarage der IHK oder auf den umliegenden Straßen, die ohnehin schon von den Anwohnern oder den Besuchern der beiden in der Nähe liegenden gastronomischen Betriebe abends und nächtens in Beschlag genommen werden. Die Zielrichtung der Stadt ist deutlich: Aufweichung. Ein jahrelanger Rechtsstreit, der ja bis zum Bundesverfassungsgericht ging, ergab: der Bebauungsplan steht. Und das hieße, gastronomische Nutzung des Kutscherhauses. Die Ruh ist hin ...

 Gala
Wenn sich ein Milliardär bescheiden gibt, dann erzählt er über sich: „Kaufmann, 45 Jahre im Unternehmen, das in dieser Zeit von zwei auf 15.000 Mitarbeiter angewachsen ist. Seit einem Jahr Rentner, seit 38 Jahren verheiratet, fünf rotzfreche Enkel.“ - Der Künzelsauer Unternehmer, Kunstsammler und Mäzen Reinhold Würth hat jetzt auch, wie von mir schon lange erwartet, das Amt des Vorsitzenden des Fördervereins der Burgfestspiele Jagsthausen übernommen - als Nachfolger von Professor Roman Herzog, der nicht mehr wollte, weil er jetzt unser aller Bundespräsident ist. Und mit Würth im Vorstand sitzt gleich noch ein zweiter Milliardär, der Heilbronner Kaufmann Dieter Schwarz, seines Zeichens auch Aufsichtsratsvorsitzender von Lidl & Schwarz. Zweck des Vereins: Gelder sammeln für die Unterstützung der Burgfestspiele. Am 14. Juli können Sie, so Sie wollen und das nötige Kleingeld haben, für 150 Mark an einer Gala teilnehmen. Den „Götz 95“ können Sie dann sehen - und auch den Bundespräsidenten. Und zu essen gibt‘s obendrein noch was. Was für ganz Deutschland Salzburg oder Bayreuth als Festspielstätten, das ist für die Region Franken halt Jagsthausen. Der Unterschied: Die Töne hier klingen halt derber.

Teures Amt
Das Landratsamt an der Lerchenstraße in Heilbronn hat mal rund 25 Millionen Mark gekostet. 1978 wurde es bezogen. Eine Erweiterung vor drei Jahren kostete nochmals 17 Millionen Mark. Und jetzt soll nochmals aufgestockt werden. Für 340 Quadratmeter will Landrat Claus Czernuska 3,36 Millionen ausgeben. Warum? Weil die Verwaltungsreform umgesetzt werden muß, meint der Landrat. Acht Arbeitsplätze für Veterinäre, Lebensmittelrecht und Fleischhygiene sollen im Landratsamt eingerichtet werden. 15 zusätzliche Arbeitsplätze fordert der Landrat für Soziales und fünf für die Abfallwirtschaft. Ich wußte ja schon immer, daß Beamte und andere Staatsdiener einen besonderen Drang haben, sich schnell und effektiv (stellenmäßig) zu vermehren. Aber daß diese Vermehrung auch in Zeiten einer Finanzkrise bei uns in Baden Württemberg so offensiv angegangen wird, da reibe ich mir doch verwundert die Augen. Politiker schwadronieren täglich über eine schlankere Verwaltung, reden viel vom notwendigen Sparen beim Staat. Da soll mir jetzt noch einer kommen und über die Verschwendung von Steuergeldern in den neuen Bundesländern schimpfen. Dem muß ich schlicht sagen: ehe Du über den Splitter im Auge Deines Bruders redest, beachte den Balken in Deinem eigenen Auge. Rathaus und Landratsamt sind da gute Heilbronner Beispiele.

Gefährliche Fahrt
Immer wieder hat die Polizei davor gewarnt: Fahrer mit Anhängern müssen langsam, sprich 80 Stundenkilometer, fahren. Daß sich daran etliche Pkw-Lenker nicht halten ist hinlänglich bekannt. Glaubt man den Aussagen der Autobahnpolizei vom Revier in Weinsberg ist das Problem „nicht angepaßte Geschwindigkeit“ besonders bei Gespann-Fahrern groß. Da die Autobahnen rund um Heilbronn Piste für viele Autofahrer aus den ehemaligen Ostblockländern sind, hat die Polizei ein Augenmerk auf polnische, tschechische oder rumänische Nummerntafeln. Erst Ende vergangener Woche passierte wieder ein schwerer Verkehrsunfall, in den der Fahrer eines Pkws mit Anhänger verwickelt war. Ich kann der Polizei vom Turm herab nur den Tip geben, hier noch schärfer zu kontrollieren, denn die Leidtragenden sind meistens unschuldige Autofahrer.

Wo ist das Geld?
Also, wo sind denn nun die 40 Millionen Mark, die durch Horst Armbrusts fahrlässige Spekulationen verschwunden sind? Vom Neckarwestheimer Bürgermeister war bislang nur zu hören, er sei selber reingelegt worden. Als Zielorte werden mal Nauru, Sachsen und die Schweiz genannt. Ich bin gespannt, welches Land als nächstes die Millionen haben soll. Aber eine Frage muß erlaubt sein: Wo war eigentlich die Kontrollbehörde, das Landratsamt Heilbronn? Eigentlich hätte man doch aus der Beilsteiner Pleite um Paul Stadel lernen müssen. Immerhin hatte Horst Armbrust vor Jahr und Tag schon einmal eine Million nicht ganz koscher angelegt. Spätestens da hätte das Landratsamt hellhörig werden müssen und den Schultes von Neckarwestheim schärfer auf die Finger schauen müssen.

Radio-Töne
Der Knatsch ums Radio T.O.N. Regional in Heilbronn nimmt kein Ende. Zur Erinnerung: Es geht um die eventuelle Schließung des ehemaligen Radio Regionals, einst im Besitz der Heilbronner Stimme. Doch die Entscheidung, den Heilbronner Sendestandort ganz aufzugeben, wäre deshalb rechtswidrig, da die Lizensierung für diesen Sender für die Region Heilbronn ausdrücklich erfolgt ist. Das hat mir die Landesanstalt für Kommunikation in Stuttgart bestätigt. Diese müßte also im Falle einer Sendestandortaufgabe einschreiten und eventuell die Frequenzen neu vergeben. Also, meine Damen und Herren aus der Medienpolitik, das ist Ihre Chance sich um die Rundfunkvielfalt im Ländle, speziell Heilbronn, verdient zu machen. 

Landessender
Erwin Teufel, unser Ministerpräsident, so ist aus Stuttgart zu hören, wünscht sich bei der anstehenden ARD-Reform für Baden Württemberg einen Landessender. Süddeutscher Rundfunk in Stuttgart und Südwestfunk in Baden-Baden, die zwei zusammen sind ein wenig arg teuer geworden und nicht gerade effektiv fürs Ländle. Aber so ist halt die baden-württembergische Rundfunkgeschichte: im Nachkriegsdeutschland wurde die Grenze zwischen Südfunk und Südwestfunk entlang der Autobahn Karlsruhe-Ulm gezogen. Dabei könnte ich mir gut vorstellen, daß beim Hörfunk das Bessere den Vorrang erhält. SWF 1 ist mit seinem Programm halt Südfunk 1, dem betulichen Spätzlessender musikalisch und vom Wort her bei weitem überlegen. Eben flotter, schneller, genauer und angenehmer zu hören. Und auch SWF 3 war immer schon Klassen besser als Südfunk 3 mit seiner Extrem-Musik. Von der Musik bei S 4 will ich gar nicht erst reden. Wenn ich da mal gelandet bin, meine ich immer, um mich dröhnt entweder ein Bierzelt oder Radio aus den Fünfzigern. Einziger Trost bei S 4: die gute Berichterstattung vom Frankenradio. Aber ich schätze, auf die Reform zum Landesender kann ich lange warten - so wie ich unsere Politiker kenne.

High-Tech-Palast
Einen schönen neuen Erweiterungsbau für Büros und Konferenzräume hat sich die Handwerkskammer Heilbronn da in zweijähriger Bauzeit an die Geschwister-Scholl-Straße hingestellt. 19 Millionen Mark hat das Prachtstück - so über den Daumen gepeilt - gekostet. Bei dieser Summe hatte man im Präsidium auch schon mal an einen Neubau am Rande Heilbronns gedacht. Aber der Gedanke „Böllinger Höfe“ wurde dann wieder schnell verworfen. Der Traditionsbau am Nordende der Heilbronner Allee gegenüber dem Stadttheater ist in über vierzig Jahren zum unverwechselbaren Handwerker-Standort in der Region geworden. Vor allem die Gaststätte „Haus des Handwerks“ und der große Saal mauserten sich zu Bestandteilen des urbanen Lebens in Heilbronn. Da geht man - und nicht nur Handwerker - halt hin, feiert seine Feste oder hört bekannten deutschen Politikern zu, wenn sie in Wahlkämpfen mal viel oder wenig zu sagen haben. Neulich - bei der Einweihung des High-Tech-Palastes feierte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Gerhard Pfander auch gleich seinen fünfzigsten Geburtstag. Das war neu im Käthchenstädtchen und schwäbisch sparsam: Geburtstag und Einweihung miteinander verbunden. Viele Gschenkle hots gebbe, mehr als wenn getrennt gefeschdelt worden wäre. Und ein neues Häusle obbedruff, meinte schmunzelnd Landeshandwerkspräsident Heinz Kohler.

Teurer Müll
Wer in Heilbronn seinen Müll entsorgen lassen will, der zahlt derzeit pro Jahr für einen 35-Liter-Eimer 104 Mark, für den 50-Liter-Eimer 135 Mark und für die Leerung eines Großbehälters pro Anfahrt 47,60 Mark. 1986/87 zahlte der Bürger in Heilbronn für seinen 50-Liter-Eimer noch 40 Mark, für seinen 35-Liter-Eimer nur 28,50 Mark. Das sind Preissteigerungen, die es nur beim Staat gibt. Vergleichen sie diese Erhöhung mal mit dem Brotpreis, der Miete oder dem Wein- oder Bierpreis. 

Müll-Geld
Die Stadt Heilbronn im Finden neuer Geldquellen äußerst clever, will jetzt noch mehr Müll-Geld von uns Bürgern. Ihre Argumentation: da nur 42.000 der 55.000 Haushalte ordnungsgemäß an die städtische Müllabfuhr angeschlossen sind, zahlen 76 Prozent der Haushalte die Müllabfuhrkosten in Höhe von 4,5 Millionen Mark. Das wird sich ändern. Und zwar soll uns noch was draufgesattelt werden. Anfang Februar hat der Heilbronner Gemeinderat darüber entschieden. Bei der Frage, ob alle Haushalte oder alle Grundstückseigentümer zur Müllentsorgung veranlagt werden, entschied man sich mehrheitlich gegen SPD und Republikaner für die Haushalte. Dafür müssen jetzt elf neue Stellen bei der Stadt geschaffen werden. Die neue Müllgerechtigkeit kostet uns Bürger 1,4 Millionen Mark mehr. Liberale und Christdemokraten können die wunderliche Müll-Stellenvermehrung bei der Stadt nicht nachvollziehen. Ich auch nicht. Denn Müllmarke und/oder Banderole müssen wir weiterhin bezahlen. Eine seltsame Müll-Gerechtigkeit ist das, die der Baubürgermeister mit der Fliege da über den Klee lobt. Sie liefere Anreize, Müll zu vermeiden, und das neue Gebührensystem trage zur Verringerung der illegalen Ablagerung bei. Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.

Sicherheit kaufen
Ich weiß ja, langsam wird es langweilig. Aber leider ist es eben das beherrschende Thema in und um Heilbronn herum: Wohnungseinbrüche. Immer wieder mal läßt unsere geplagte Polizei verlauten, daß sie eine „heiße Spur“ habe. Pustekuchen! Mehr denn je wird in Wohnungen, besonders in Orten längs der Autobahn, eingebrochen. Das läßt sich auch mit „heißen Spuren“ nicht schönreden. Ganz legal Kapital aus dem unheiligen Einbruchstrend schlagen nun Firmen, die sich der Sicherungstechnik verschrieben haben. Die Ortsblätter sind voll von Anzeigen. Manche münzen in ganzseitigen Stellungnahmen die sicher gutgemeinten Info-Abende der Polizei zu eigenen Werbekampagnen um. Da steht dann, daß unsere „Polizei stellenmäßig unterbesetzt ist, überfordert ist“ usw. Also, als Polizeidirektion Heilbronn würde ich mich gegen solche Bloßstellungen wehren.

Mobile Kirche
Jetzt beschäftigt sich auch die Kirche mit dem Heilbronner Ozon-Versuch. Wobei sich die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart nicht festlegen möchte, ob der Ozon-Test ein Flop oder Erfolg war. Diskutiert wird in Kirchenkreisen vielmehr eine weitreichendere Frage: Wollen wir weiterhin uneingeschränkte Mobilität oder nehmen wir Beschränkungen und Umsatzeinbußen für Industrie und Handel in Kauf? Die Kirche hat es auf den Punkt gebracht. Denn die neue Strömung der Öko-Konservativen - in Heilbronn besonders in der Meinungsmacher-Szene vertreten - ist ja der Meinung, Wachstum sei auch im grünen Mäntelchen zu haben.

Fortschrittlich?
Volkshochschulen in Baden-Württemberg gelten als fortschrittliche Bildungseinrichtungen. Ein Großteil der Dozentinnen sind weiblich. Das ist in der Heilbronner VHS nicht anders. Daß diese Volkshochschullehrerinnen sich nicht gerade als Heimchen hinterm Herd verstehen - selbstverständlich. Doch an der Heilbronner VHS soll sich unlängst ein Fall zugetragen haben, der emanzipierte Frauen auf die Palme bringen müßte. In einem Deutschkurs soll die Dozentin folgende Lebensweisheit verbreitet haben. Sie soll die ausländischen Schülerinnen und Schüler gefragt haben: „Was muß eine Frau tun, die von ihrem Mann geschlagen wurde?“ Die Antwort habe die Lehrerin, so eine Schülerin, gleich gegeben: „Sie muß sich fragen, was sie falsch gemacht hat.“ Gut zu wissen, daß die Mehrzahl der VHS-Dozentinnen ein anderes Frauenbild haben. Sonst fühlte man sich als Kiliansweible ja ins tiefste Mittelalter zurückversetzt.

Bauer OB in Stuttgart?
Erinnern Sie sich noch an Ulrich Bauer, den ehemaligen Baubürgermeister von Heilbronn? Der SPD-Mann ist seit fünf Jahren Oberbürgermeister von Esslingen und, wie ich gehört habe, in dieser Funktion ein äußerst erfolgreicher Macher. Gemessen an den finanziellen Nöten der Stadt Esslingen hat er dort einiges bewegt. Bauer wird wohl in Esslingen bleiben. Aber der Ex-Heilbronner kandidiert jetzt für ein weiteres Amt: den Vorsitz im Regionalparlament. Nach dem Wechsel von Ludwigsburgs OB Henke als Staatssekretär nach Bonn ins Verkehrsministerium ist Bauer als Vorsitzender der Regionalversammlung von der SPD vorgeschlagen. Er ist ein Mann des Ausgleichs. Das wußten die Heilbronner schon an ihm zu schätzen. Und deshalb munkelt man auch schon recht laut in Stuttgart darüber, daß Ulrich Bauer Nachfolger von OB Manfred Rommel werden könnte.

Großspurig
Der kann aber große Töne spucken, der Bürgermeister von Bad Wimpfen. Orginalton Claus Brechter: „Bad Wimpfen ist ein Diamant, es geht nur noch darum ihn zu schleifen." Es geht um die nicht so neue Idee eines Arbeitskreises Stadtmarketing. Die Staufferstadt will sich künftig ein größeres Stück vom Kuchen Fremdenverkehr abschneiden. Ziemlich großspurig, bedenkt man, daß Bad Wimpfen unlängst ganz knapp daran vorbeigeschrammt ist, seinen Status als Kurstadt zu verlieren. Der Grund: Die Luft ist nicht besonders gut in dem Kurort. Zuviel Autos fahren tagtäglich durch Bad Wimpfen. Aber Urlauber wollen sich erholen, lieber Herr Brechter, und nicht ein Stauerlebnis auf Wimpfens Durchgangsstraße genießen. Also, bevor man hochtrabende Begriffe wie Stadtmarketing bemüht, sollte man doch erst einmal für reine Luft sorgen. Ansonsten könnte man denken, daß es sich um eine Mogelpackung handelt.

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