Sparers
Freud
Steuern und
Abgaben rauf - und der Lohnzettel oder die Gehaltsabrechnung im Januar machten
klar, jetzt muß endlich gespart werden. Klagen hilft nichts. Die Politiker
haben, wenn ums staatliche Sparen geht, ja immer ein Unfähigskeitsattest
vorzuweisen. Jetzt muß das Volk ran. Nicht irgendwelchen Moralaposteln des
Verzichts glauben, den Bußpredigern des Politikverdrusses nachplappern, sondern
prüfen wie aus der Misere das Beste zu machen ist. Sparen heißt auch lustvoll
genießen, was es noch umsonst gibt. Zum Beispiel einen Spaziergang durch den
Stadtpark, Pfühlpark, Wertwiesenpark oder Ziegeleipark in Böckingen wagen.
Kostet kein Eintritt. Man kann dabei Seen ohne Wasser bewundern,
Rauschgiftdealer beim Broterwerb zuschauen und die Kinder umsonst Spielgeräte
benutzen lassen. Auch der kostenlose Besuch der einstigen Atomraketen-Abschußbasis Waldheide läßt sogar die
moralisierenden Herzen preiswert höher schlagen. Und auch das Heilbronner
Rathaus mit seinen donnerstäglichen Gemeinderatssitzungen kann ohne Gebühr
aufgesucht werden. Das Schauspiel heftiger Debatten der Stadträte ist allemal
spannender als jeder Heilbronner Theaterabend. Da wird nicht nur heftig-deftig
gestritten, da werden auch die Steuergroschen fünfzehn mal umgedreht, ehe sie
zum Fenster hinausgeworfen werden. Außerdem ist es warm und trocken im
Ratssaal. Und wer mehr die kontemplative Ruhe sucht, der findet sie in den
Heilbronner Museen - kostenlos. Zuzüglich heimischer Kunstgebilde, die so rar
und kostbar sind, daß sie über die Stadtgrenzen hinaus bisher kaum jemand
beachtet hat. Der Sparer wird hier zum wahren Goldgräber - stille Einfalt, edle
Bozzetti. Wozu denn in die Ferne schweifen, wenn das Billige liegt so nah.
Heilbronns
Fasching
Oh, oh, kann
ich da nur sagen. Wenn‘s dem Esel zu wohl ist, dann tanzt er auf dem Eise.
Dabei haben wir derzeit doch frühlingshafte Temperaturen. Trotz Heilbronner
Fasching und Trolli-Helau. Sei es drum, mit dem ist‘s ja auch nicht so weit
her. Den „Großen Prunkball“ der Carneval-Gesellschaft
Heilbronn am Samstag in der Heilbronner Harmonie, den hab ich mir nicht
entgehen lassen. Und was ich da gesehen hab, das hat mich doch verdammt
schmunzeln lassen über den organisierten Frohsinn im Käthchenstädtchen. Ein
echter Bürgermeister und eine Bürgermeistersgattin traten als Hänsel und Gretel
auf. Aber was Harald Friese, der vielbelesene, und seine „Schwester“
Marie-Luise Casse da zum besten gaben, das war wahrer Brocken-Fresser-Humor.
Wären sie doch in ihrem Knusperhäuschen geblieben. Aber so verirrten sie sich
halt im Dickicht ihrer Worte. Und dann die Sprüch des CGH-Präsidenten Dieter Popp: knallhart prügelte er auf die Medien,
Radio und Zeitung ein, Humor mit der Zaunlatte verabreicht. Mit dem Heilbronner
Fasching ist‘s halt wie mit dem Charme des Männerballetts - immer ein bißchen
zu haarig. Lachen konnte ich erst richtig daheim - über den närrischen Abend.
Götzenturm-Park
Parklandschaft
am Neckar - vom Götzenturm bis zur Rosenaubrücke. Ein Traum. Der sogenannte,
aber vielgelobte Götzenturmpark (2,5
Hektar) ist nur ein Fleckchen Wiese, begrenzt vom Neckar, dem neuen
IHK-Gebäude, dem Kutscherhaus und der klassizistischen Villa Mertz, ein Kleinod
im sonst mit schönen Bauwerken nicht gerade verwöhnten Heilbronn. Nun soll das
ein wenig heruntergekommene Kutscherhaus ein Weinlokal mit Gartenwirtschaft
werden. Der Heilbronner Gastronom Thomas
Aurich will in sein Drei-Millionen-Projekt mit einem komplizierten
Beteiligungsmodell auch einheimische Wengerter einbinden. Ein „sensibles Feld“
wird da beackert. Die Stadt hätte ja gern schon lange die Villa Mertz erworben.
Aber die Familie zeigt offensichtlich wenig Interesse an einem Verkauf des noch
bewohnten Hauses. Und nun der Vorstoß mit dem Weinlokal. Dann wäre Trubel auf
der Wiese angesagt. Und wo sollen die frühen oder späten Weinschlotzer parken?
Etwa in der Tiefgarage der IHK oder auf den umliegenden Straßen, die ohnehin
schon von den Anwohnern oder den Besuchern der beiden in der Nähe liegenden
gastronomischen Betriebe abends und nächtens in Beschlag genommen werden. Die
Zielrichtung der Stadt ist deutlich: Aufweichung. Ein jahrelanger Rechtsstreit,
der ja bis zum Bundesverfassungsgericht ging, ergab: der Bebauungsplan steht.
Und das hieße, gastronomische Nutzung des Kutscherhauses. Die Ruh ist hin ...
Gala
Wenn sich
ein Milliardär bescheiden gibt, dann erzählt er über sich: „Kaufmann, 45 Jahre
im Unternehmen, das in dieser Zeit von zwei auf 15.000 Mitarbeiter angewachsen
ist. Seit einem Jahr Rentner, seit 38 Jahren verheiratet, fünf rotzfreche
Enkel.“ - Der Künzelsauer Unternehmer, Kunstsammler und Mäzen Reinhold Würth
hat jetzt auch, wie von mir schon lange erwartet, das Amt des Vorsitzenden
des Fördervereins der Burgfestspiele Jagsthausen übernommen - als Nachfolger
von Professor Roman Herzog, der nicht mehr wollte, weil er jetzt unser
aller Bundespräsident ist. Und mit Würth im Vorstand sitzt gleich noch ein
zweiter Milliardär, der Heilbronner Kaufmann Dieter Schwarz, seines
Zeichens auch Aufsichtsratsvorsitzender von Lidl & Schwarz. Zweck des
Vereins: Gelder sammeln für die Unterstützung der Burgfestspiele. Am 14. Juli
können Sie, so Sie wollen und das nötige Kleingeld haben, für 150 Mark an einer
Gala teilnehmen. Den „Götz 95“ können Sie dann sehen - und auch den
Bundespräsidenten. Und zu essen gibt‘s obendrein noch was. Was für ganz
Deutschland Salzburg oder Bayreuth als Festspielstätten, das ist für die Region
Franken halt Jagsthausen. Der Unterschied: Die Töne hier klingen halt derber.
Teures Amt
Das Landratsamt
an der Lerchenstraße in Heilbronn hat mal rund 25 Millionen Mark gekostet.
1978 wurde es bezogen. Eine Erweiterung vor drei Jahren kostete nochmals 17
Millionen Mark. Und jetzt soll nochmals aufgestockt werden. Für 340
Quadratmeter will Landrat Claus Czernuska 3,36 Millionen ausgeben.
Warum? Weil die Verwaltungsreform umgesetzt werden muß, meint der Landrat. Acht
Arbeitsplätze für Veterinäre, Lebensmittelrecht und Fleischhygiene sollen im
Landratsamt eingerichtet werden. 15 zusätzliche Arbeitsplätze fordert der
Landrat für Soziales und fünf für die Abfallwirtschaft. Ich wußte ja schon
immer, daß Beamte und andere Staatsdiener einen besonderen Drang haben, sich
schnell und effektiv (stellenmäßig) zu vermehren. Aber daß diese Vermehrung
auch in Zeiten einer Finanzkrise bei uns in Baden Württemberg so offensiv
angegangen wird, da reibe ich mir doch verwundert die Augen. Politiker
schwadronieren täglich über eine schlankere Verwaltung, reden viel vom
notwendigen Sparen beim Staat. Da soll mir jetzt noch einer kommen und über die
Verschwendung von Steuergeldern in den neuen Bundesländern schimpfen. Dem muß
ich schlicht sagen: ehe Du über den Splitter im Auge Deines Bruders redest,
beachte den Balken in Deinem eigenen Auge. Rathaus und Landratsamt sind da gute
Heilbronner Beispiele.
Gefährliche
Fahrt
Immer wieder
hat die Polizei davor gewarnt: Fahrer mit Anhängern müssen langsam, sprich 80
Stundenkilometer, fahren. Daß sich daran etliche Pkw-Lenker nicht halten ist
hinlänglich bekannt. Glaubt man den Aussagen der Autobahnpolizei vom Revier in
Weinsberg ist das Problem „nicht angepaßte Geschwindigkeit“ besonders bei
Gespann-Fahrern groß. Da die Autobahnen rund um Heilbronn Piste für
viele Autofahrer aus den ehemaligen Ostblockländern sind, hat die Polizei ein
Augenmerk auf polnische, tschechische oder rumänische Nummerntafeln. Erst Ende
vergangener Woche passierte wieder ein schwerer Verkehrsunfall, in den der
Fahrer eines Pkws mit Anhänger verwickelt war. Ich kann der Polizei vom Turm
herab nur den Tip geben, hier noch schärfer zu kontrollieren, denn die
Leidtragenden sind meistens unschuldige Autofahrer.
Wo ist das
Geld?
Also, wo
sind denn nun die 40 Millionen Mark, die durch Horst Armbrusts fahrlässige
Spekulationen verschwunden sind? Vom Neckarwestheimer Bürgermeister war
bislang nur zu hören, er sei selber reingelegt worden. Als Zielorte werden mal
Nauru, Sachsen und die Schweiz genannt. Ich bin gespannt, welches Land als
nächstes die Millionen haben soll. Aber eine Frage muß erlaubt sein: Wo war
eigentlich die Kontrollbehörde, das Landratsamt Heilbronn? Eigentlich hätte man
doch aus der Beilsteiner Pleite um Paul Stadel lernen müssen.
Immerhin hatte Horst Armbrust vor Jahr und Tag schon einmal eine Million nicht
ganz koscher angelegt. Spätestens da hätte das Landratsamt hellhörig werden
müssen und den Schultes von Neckarwestheim schärfer auf die Finger schauen
müssen.
Radio-Töne
Der Knatsch
ums Radio T.O.N. Regional in Heilbronn nimmt kein Ende. Zur Erinnerung: Es geht
um die eventuelle Schließung des ehemaligen Radio Regionals, einst im Besitz
der Heilbronner Stimme. Doch die Entscheidung, den Heilbronner Sendestandort
ganz aufzugeben, wäre deshalb rechtswidrig, da die Lizensierung für diesen
Sender für die Region Heilbronn ausdrücklich erfolgt ist. Das hat mir die
Landesanstalt für Kommunikation in Stuttgart bestätigt. Diese müßte also im
Falle einer Sendestandortaufgabe einschreiten und eventuell die Frequenzen neu
vergeben. Also, meine Damen und Herren aus der Medienpolitik, das ist Ihre
Chance sich um die Rundfunkvielfalt im Ländle, speziell Heilbronn,
verdient zu machen.
Landessender
Erwin
Teufel, unser Ministerpräsident, so ist aus Stuttgart zu hören, wünscht sich
bei der anstehenden ARD-Reform für Baden Württemberg einen Landessender.
Süddeutscher Rundfunk in Stuttgart und Südwestfunk in Baden-Baden, die zwei
zusammen sind ein wenig arg teuer geworden und nicht gerade effektiv fürs
Ländle. Aber so ist halt die baden-württembergische Rundfunkgeschichte: im
Nachkriegsdeutschland wurde die Grenze zwischen Südfunk und Südwestfunk entlang
der Autobahn Karlsruhe-Ulm gezogen. Dabei könnte ich mir gut vorstellen, daß
beim Hörfunk das Bessere den Vorrang erhält. SWF 1 ist mit seinem Programm halt
Südfunk 1, dem betulichen Spätzlessender musikalisch und vom Wort her bei
weitem überlegen. Eben flotter, schneller, genauer und angenehmer zu hören. Und
auch SWF 3 war immer schon Klassen besser als Südfunk 3 mit seiner
Extrem-Musik. Von der Musik bei S 4 will ich gar nicht erst reden. Wenn ich da
mal gelandet bin, meine ich immer, um mich dröhnt entweder ein Bierzelt oder
Radio aus den Fünfzigern. Einziger Trost bei S 4: die gute Berichterstattung
vom Frankenradio. Aber ich schätze, auf die Reform zum Landesender kann ich
lange warten - so wie ich unsere Politiker kenne.
High-Tech-Palast
Einen
schönen neuen Erweiterungsbau für Büros und Konferenzräume hat sich die
Handwerkskammer Heilbronn da in zweijähriger Bauzeit an die
Geschwister-Scholl-Straße hingestellt. 19 Millionen Mark hat das Prachtstück -
so über den Daumen gepeilt - gekostet. Bei dieser Summe hatte man im Präsidium
auch schon mal an einen Neubau am Rande Heilbronns gedacht. Aber der Gedanke „Böllinger Höfe“ wurde dann wieder
schnell verworfen. Der Traditionsbau am Nordende der Heilbronner Allee
gegenüber dem Stadttheater ist in über vierzig Jahren zum unverwechselbaren
Handwerker-Standort in der Region geworden. Vor allem die Gaststätte „Haus des
Handwerks“ und der große Saal mauserten sich zu Bestandteilen des urbanen
Lebens in Heilbronn. Da geht man - und nicht nur Handwerker - halt hin, feiert
seine Feste oder hört bekannten deutschen Politikern zu, wenn sie in
Wahlkämpfen mal viel oder wenig zu sagen haben. Neulich - bei der Einweihung
des High-Tech-Palastes feierte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer
Gerhard Pfander auch gleich seinen fünfzigsten Geburtstag. Das war neu im
Käthchenstädtchen und schwäbisch sparsam: Geburtstag und Einweihung miteinander
verbunden. Viele Gschenkle hots gebbe, mehr als wenn getrennt gefeschdelt
worden wäre. Und ein neues Häusle obbedruff, meinte schmunzelnd Landeshandwerkspräsident
Heinz Kohler.
Teurer Müll
Wer in
Heilbronn seinen Müll entsorgen lassen will, der zahlt derzeit pro Jahr für
einen 35-Liter-Eimer 104 Mark, für den 50-Liter-Eimer 135 Mark und für die
Leerung eines Großbehälters pro Anfahrt 47,60 Mark. 1986/87 zahlte der Bürger
in Heilbronn für seinen 50-Liter-Eimer noch 40 Mark, für seinen 35-Liter-Eimer
nur 28,50 Mark. Das sind Preissteigerungen, die es nur beim Staat gibt.
Vergleichen sie diese Erhöhung mal mit dem Brotpreis, der Miete oder dem Wein-
oder Bierpreis.
Müll-Geld
Die Stadt
Heilbronn im Finden neuer Geldquellen äußerst clever, will jetzt noch mehr
Müll-Geld von uns Bürgern. Ihre Argumentation: da nur 42.000 der 55.000
Haushalte ordnungsgemäß an die städtische Müllabfuhr angeschlossen sind, zahlen
76 Prozent der Haushalte die Müllabfuhrkosten in Höhe von 4,5 Millionen Mark.
Das wird sich ändern. Und zwar soll uns noch was draufgesattelt werden. Anfang
Februar hat der Heilbronner Gemeinderat darüber entschieden. Bei der Frage, ob
alle Haushalte oder alle Grundstückseigentümer zur Müllentsorgung veranlagt werden,
entschied man sich mehrheitlich gegen SPD und Republikaner für die Haushalte.
Dafür müssen jetzt elf neue Stellen bei der Stadt geschaffen werden. Die
neue Müllgerechtigkeit kostet uns Bürger 1,4 Millionen Mark mehr. Liberale und
Christdemokraten können die wunderliche Müll-Stellenvermehrung bei der Stadt
nicht nachvollziehen. Ich auch nicht. Denn Müllmarke und/oder Banderole müssen
wir weiterhin bezahlen. Eine seltsame Müll-Gerechtigkeit ist das, die der
Baubürgermeister mit der Fliege da über den Klee lobt. Sie liefere Anreize,
Müll zu vermeiden, und das neue Gebührensystem trage zur Verringerung der
illegalen Ablagerung bei. Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der
Glaube.
Sicherheit
kaufen
Ich weiß ja,
langsam wird es langweilig. Aber leider ist es eben das beherrschende Thema in
und um Heilbronn herum: Wohnungseinbrüche. Immer wieder mal läßt unsere
geplagte Polizei verlauten, daß sie eine „heiße Spur“ habe. Pustekuchen! Mehr
denn je wird in Wohnungen, besonders in Orten längs der Autobahn, eingebrochen.
Das läßt sich auch mit „heißen Spuren“ nicht schönreden. Ganz legal Kapital aus
dem unheiligen Einbruchstrend schlagen nun Firmen, die sich der
Sicherungstechnik verschrieben haben. Die Ortsblätter sind voll von Anzeigen.
Manche münzen in ganzseitigen Stellungnahmen die sicher gutgemeinten
Info-Abende der Polizei zu eigenen Werbekampagnen um. Da steht dann, daß unsere
„Polizei stellenmäßig unterbesetzt ist, überfordert ist“ usw. Also, als
Polizeidirektion Heilbronn würde ich mich gegen solche Bloßstellungen wehren.
Mobile
Kirche
Jetzt
beschäftigt sich auch die Kirche mit dem Heilbronner Ozon-Versuch. Wobei sich
die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart nicht festlegen möchte, ob
der Ozon-Test ein Flop oder Erfolg war. Diskutiert wird in Kirchenkreisen
vielmehr eine weitreichendere Frage: Wollen wir weiterhin uneingeschränkte
Mobilität oder nehmen wir Beschränkungen und Umsatzeinbußen für Industrie und
Handel in Kauf? Die Kirche hat es auf den Punkt gebracht. Denn die neue
Strömung der Öko-Konservativen - in Heilbronn besonders in der
Meinungsmacher-Szene vertreten - ist ja der Meinung, Wachstum sei auch im
grünen Mäntelchen zu haben.
Fortschrittlich?
Volkshochschulen
in Baden-Württemberg gelten als fortschrittliche Bildungseinrichtungen. Ein
Großteil der Dozentinnen sind weiblich. Das ist in der Heilbronner VHS nicht
anders. Daß diese Volkshochschullehrerinnen sich nicht gerade als Heimchen
hinterm Herd verstehen - selbstverständlich. Doch an der Heilbronner VHS
soll sich unlängst ein Fall zugetragen haben, der emanzipierte Frauen auf die Palme
bringen müßte. In einem Deutschkurs soll die Dozentin folgende Lebensweisheit
verbreitet haben. Sie soll die ausländischen Schülerinnen und Schüler gefragt
haben: „Was muß eine Frau tun, die von ihrem Mann geschlagen wurde?“ Die
Antwort habe die Lehrerin, so eine Schülerin, gleich gegeben: „Sie muß sich
fragen, was sie falsch gemacht hat.“ Gut zu wissen, daß die Mehrzahl der
VHS-Dozentinnen ein anderes Frauenbild haben. Sonst fühlte man sich als
Kiliansweible ja ins tiefste Mittelalter zurückversetzt.
Bauer OB in
Stuttgart?
Erinnern Sie
sich noch an Ulrich Bauer, den ehemaligen Baubürgermeister von
Heilbronn? Der SPD-Mann ist seit fünf Jahren Oberbürgermeister von Esslingen
und, wie ich gehört habe, in dieser Funktion ein äußerst erfolgreicher Macher.
Gemessen an den finanziellen Nöten der Stadt Esslingen hat er dort einiges
bewegt. Bauer wird wohl in Esslingen bleiben. Aber der Ex-Heilbronner
kandidiert jetzt für ein weiteres Amt: den Vorsitz im Regionalparlament. Nach
dem Wechsel von Ludwigsburgs OB Henke als Staatssekretär nach Bonn ins
Verkehrsministerium ist Bauer als Vorsitzender der Regionalversammlung von der
SPD vorgeschlagen. Er ist ein Mann des Ausgleichs. Das wußten die Heilbronner
schon an ihm zu schätzen. Und deshalb munkelt man auch schon recht laut in
Stuttgart darüber, daß Ulrich Bauer Nachfolger von OB Manfred Rommel werden
könnte.
Großspurig
Der kann
aber große Töne spucken, der Bürgermeister von Bad Wimpfen. Orginalton Claus
Brechter: „Bad Wimpfen ist ein Diamant, es geht nur noch darum ihn zu
schleifen." Es geht um die nicht so neue Idee eines Arbeitskreises
Stadtmarketing. Die Staufferstadt will sich künftig ein größeres Stück vom
Kuchen Fremdenverkehr abschneiden. Ziemlich großspurig, bedenkt man, daß Bad
Wimpfen unlängst ganz knapp daran vorbeigeschrammt ist, seinen Status als
Kurstadt zu verlieren. Der Grund: Die Luft ist nicht besonders gut in dem
Kurort. Zuviel Autos fahren tagtäglich durch Bad Wimpfen. Aber Urlauber wollen
sich erholen, lieber Herr Brechter, und nicht ein Stauerlebnis auf Wimpfens
Durchgangsstraße genießen. Also, bevor man hochtrabende Begriffe wie Stadtmarketing
bemüht, sollte man doch erst einmal für reine Luft sorgen. Ansonsten könnte man
denken, daß es sich um eine Mogelpackung handelt.

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