Kniep geht
Bei der
Industrie- und Handelskammer Heilbronn setzt der Wechsel an der Spitze früher
als erwartet sein. Professor Dr. Klaus
Kniep (58) scheidet zum 30. Juni 1995 auf eigenen Wunsch aus den Diensten
der Kammer aus. Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Kniep galt lange Zeit
als Kronprinz für die Nachfolge von Hauptgeschäftsführer
Dr. Horst Schmalz. Aber erst im November 1994 hatte die IHK-Vollversammlung
Heinrich Metzger von der Ludwigsburger
Kammer zum neuen Hauptgeschäftsführer in Heilbronn gewählt. Ab Oktober
diesen Jahres wird Metzger schon in Heilbronn arbeiten, um bestens gerüstet im
September 1996 das Amt vom dann 65 jährigen Dr. Horst Schmalz ganz offiziell zu
übernehmen. Daß es um die Chemie an der Spitze der IHK in Heilbronn nicht
allzugut bestellt war, das pfiffen in Wirtschaftskreisen der Region die Spatzen
schon lange von den Dächern der Fabrikhallen. Zwischen IHK-Präsident Otto Christ und Klaus Kniep gab es Spannungen, die
offensichtlich zu diesem vorzeitigen Ausscheiden des stellvertretenden
Hauptgeschäftsführers führten. Dabei gilt Klaus Kniep als Kenner der Region.
Seit 1971 war er IHK-Geschäftsführer, gründete 1973 den
Wirtschaftsjuniorenkreis, 1988 wurde er Honorarprofessor an der Heilbronner
Fachhochschule und in den letzten Jahren bemühte sich aktiv um Kammerkontakte
in die neuen Bundesländer. - Der nächste, vorprogrammierte Wechsel dürfte
demnächst beim IHK-Präsidenten-Amt anstehen. Wie heißt der Nachfolger von Otto
Christ?
Unnütz wie
ein Kropf?
Sie erinnern
sich noch an den weltweit einzigen und ersten Ozonversuch in
Heilbronn/Neckarsulm? Teuer war er und gebracht hat er keine Erkenntnisse
außer Binsenweisheiten, die schon vor Beginn des Test feststanden. Daß die vom
Auto herausgeblasenen Schadstoffe weniger werden, wenn man nicht fährt oder
weniger Gas gibt war klar. Doch das Stuttgarter Umweltministerium entblödet
sich nicht nun auch noch Geld für eine Umfrage bei der Bevölkerung auszugeben,
um herauszubekommen, wie der Versuch bei der Bevölkerung angekommen ist. 80
Prozent der Menschen haben den Versuch im nachhinein als positiv empfunden.
Ich auch, aber muß ein Umweltminister Schäfer zum Zwecke der Eigenwerbung - und
nichts anderes ist diese Umfrage - Steuergelder verpulvern? Und Schäfer weiß
von den Klimaforschern der Universität Karlsruhe mittlerweile ganz genau, daß
Fahrverbote zu Zeiten hoher Ozonkonzentrationen überhaupt keinen Wert haben.
Man müßte sie dann aussprechen, wenn schlechtes Wetter herrscht, aber ein Hoch
im Anzug ist. Das liegt an den komplexen Umwandlungsprozessen des Reizgases.
Schäfer ignoriert diese längst feststehenden wissenschaftlichen Erkenntnisse
und betreibt Imagepflege in eigener Sache, und immer wieder muß der Ozonversuch
von Heilbronn/Neckarsulm dazu herhalten.
Kandidaten
Die Freien
Demokraten in der Stadt Heilbronn haben ihren Kandidaten für die Landtagswahl
im März 1996 gekürt: Fachhochschul-Professor Dr. Georg Bucher (43) aus
Schwaigern. Zweitkandidatin wurde die 48 jährige Ingeborg Wenzel,
Chefin einer Personal Service GmbH in Heilbronn. Verwunderlich an der
Geschichte ist eigentlich nur, daß ein Mann aus dem Wahlkreis des
FDP-Landtagsabgeordneten Richard Drautz liberaler Kandidat in Heilbronn wird,
während Richard Drautz seinen Wohnsitz in Heilbronn hat. Wäre es da für die FDP
nicht einfacher gewesen, den Professor Bucher aus Schwaigern im Wahlkreis
Eppingen kandidieren und den Heilbronner Wengerter Drautz in seinem Heimatort
für den Wahlkampf antreten zu lassen? Aber - das ist halt jetzt die hohe Schule
der Politik. Schließlich konnte die FDP bei der letzten Landtagswahl 1992 nur
4,2 Prozent der Stimmen im Wahlkreis Heilbronn erzielen. Und diese hohe
Politik, die versteht unsereins auf dem steinernen Turm eben nicht so richtig.
Warum auch, wenn der FDP-MdL Richard Drautz diese Woche in der Tageszeitung
sogar zum Bundestagsabgeordneten befördert wurde.
Wonnemonat
Mai
Der Tag der
Arbeit war in diesem Jahr ein Montag und selbstverständlich wie es Tradition
ist, ein Feiertag. Die deutschen Gewerkschaften und ihre Mitglieder
marschierten und demonstrierten - gegen Arbeitslosigkeit und gegen weiteren
Sozialabbau. In Heilbronn sprach der erste Bevollmächtigte der IG-Metall
Heilbronn/Neckarsulm Frank Stroh zu den 500 Demonstranten und forderte
auf, darüber nachzudenken, wie man flexiblere Arbeitszeitmodelle entwickeln
könne. Aber nicht nur das. Strohs Mairede war heimatlich eingefärbt. Nicht das
Gegeneinander, sondern das Miteinander in der Region steht für ihn im
Vordergrund. Selbst bei steigender Produktion werden künftig keine zusätzlichen
Arbeitsplätze geschaffen, stellte Stroh nüchtern fest. Strukturwandel war sein
Zauberwort . Nur hochwertige Produkte, die am Markt absetzbar sind schaffen
günstige Voraussetzungen - auch für den Arbeitsmarkt. Und deshalb plädierte der
Gewerkschafter Stroh für den Ausbau der Umwelttechnologie im Unterland. Das
sollten sich auch einige Kommunalpolitiker hinter die Ohren schreiben - und
endlich etwas tun. 8500 Arbeitsplätze sind in den vergangenen drei Jahren im
Unterland abgebaut worden. Das ist ein schmerzlicher Rekord, der wohl demnächst
noch übetroffen wird.
SPD-Fraktionszwang
Der eine ist
Staatsanwalt und SPD-Fraktionsvorsitzender, der andere Kriminalbeamter und
SPD-Stadtrat. Friedrich Niethammer und Herbert Burkhardt sind jetzt harsch
aneinandergeraten. In einem zornigen Brief schrieb Niethammer seinem
Fraktionskollegen Burkhardt, daß seine SPD-Fraktion im Heilbronner
Gemeinderat kein Haufen sei, wo jeder sagen und machen kann, was er will. Oder
wo ein einzelner sich rücksichtslos auf Kosten der Mehrheit profilieren dürfe.
Hintergrund: Der Kriminal- und Vorbeugungsbeamte Herbert Burkhardt hatte
sich erlaubt, zum Thema „Verbrechensvorbeugung im Rahmen der Bauleitplanung“ im
Heilbronner Gemeinderat seine eigene Meinung deutlich und laut herauszustellen.
Sie stand im Gegensatz zu Aussagen des SPD-Bürgermeisters Harald Friese
und der SPD-Fraktion. Beifall erhielt Burkhardt für seine Ausführungen von der
CDU und den Repubikanern. Jetzt drohte Niethammer in einem Brief, daß seine
Partei und die Fraktion sich von diesem undisziplinierten Kollegen so schnell
wie möglich trennen wolle. Burkhardt solle seinen politischen Standort
überprüfen und möglichst rasch Konsequenzen ziehen. Aber der denkt gar nicht
daran. Er will seine Meinungen nach wie vor standhaft vertreten, ob es
Friedrich Niethammer paßt oder nicht. So ist das halt, wenn die Erfahrungen aus
der Praxis und der Theorie aufeinanderprallen. Zur Zeit ist Ruhe vor dem Sturm
angesagt - man hat sich aufs Stillehalten geeinigt. Ich hoffe nur, daß auch bei
der SPD im Heilbronner Rathaus Rede- und Meinungsfreiheit nicht durch einen
Niethammer-Fraktionszwang ausgehebelt werden.
Treu und
Redlichkeit
Da tritt
einer sein neues Amt als Schultes an - und gleich muß er eine bittere Pille
schlucken. Verständlich, daß jetzt die Lust Bürgermeister in der Region zu
werden, rapide abnimmt. Volker Schiek in Nordheim ist offenbar trotz
alledem guten Mutes und trat sein neues Amt als Bürgermeister ohne allzugroßes
Zähneknirschen an. Muß er doch seinem Gemeinderat am 19. Mai ein korrigiertes
Zahlenwerk vorlegen. Denn der Nachtragshaushalt ist ein wenig aus den Fugen
geraten. Eigentlich wollte die Gemeinde Schulden tilgen - zwei Millionen
insgesamt. Aber daraus wird wohl nichts. Denn beim Rathausneubau hatten die
Gemeindeväter und -mütter sich tüchtig verrechnet. Am 17. März 1995 waren noch
800.000 Mark als Baukosten genannt worden. Jetzt heißt es, daß die Gesamtsumme
wohl bei 1,5 bis 1,6 Millionen Mark liegen dürfte. Wenn ein privater
Unternehmer so rechnet, dann wäre er schnell pleite. Aber hier geht es ja nur
um die Steuergelder des Bürgers. Und hinzu kommt noch, daß die Nordheimer bei
der Planung ihrer Einnahmen für 1995 auch ein wenig zu hoch gegriffen
hatten.Außerdem hatten sie übersehen, daß aus 1994 ein Fehlbetrag von
schlichten 766.000 Mark in der Kasse auszugleichen ist. Wer schenkt dem
Nordheimer Gemeinderat endlich die Spieluhr mit der Melodie „Üb immer Treu und
Redlichkeit“.
Heilbronn
lacht
Heilbronn -
das ist manchmal ein ganz besonderer Ort. Einst gabs den Spätzleskrieg, dann
den See ohne Wasser im Vorort Böckingen - und jetzt hat die Tageszeitung Hermann
Schaufler, den CDU-Verkehrsminister, in Bild und Schrift zu einem der vier
Kandidaten für die SPD-Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl 1996 gekürt. Der
dementierte tags darauf schmunzelnd. Und jener, der wirklich Spitzenkandidat
werden will, der SPD-Umweltminister Harald B. Schäfer (kann man
ja auch leicht verwechseln, schließlich fangen beide Nachnamen mit „Sch“ an)
unterstellte dem CDU-Mann ebenso schmunzelnd, daß der sich wohl in die SPD
einschleichen wolle. Übrigens: Hermann Schaufler war zu Zeiten der
CDU-Alleinregierung in Stuttgart Wirtschaftsminister . Sein Nachfolger in der
Großen Koalition, der SPD-Mann Dr. Dieter Spöri setze die CDU-Politik in
diesem Amte gleich gut fort - und deshalb brauche er, der Hermann Schaufler,
sich garnicht bei der SPD als Spitzenkandidat einzuschleichen. Merke: Wer den
Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Zumal Dieter Spöri jetzt
der designierte SPD-Spitzenkandidat für die Wahl 1996 ist.
Klaus
Wagner: 65
Der Heilbronner
Theaterintendant Klaus Wagner feierte in der vergangenen Woche seinen 65.
Geburtstag. 1979 wurde er vom Heilbronner Gemeinderat als Nachfolger des
Nachkriegsintendanten Walter Bison gleich im ersten Wahlgang gewählt. 1980 trat
er sein Amt an, erweitere das Spielstättenangebot, sodaß auf der
Provisoriumbühne Gewerkschaftshaus und im neuen Provisorium Alte Kelter
gespielt werden konnte. Zwei Jahre später bezog er mit seiner spielwütigen
Truppe den neuen Theaterbau am Berliner Platz. Hier feierte Klaus Wagner seine
Heilbronner Triumphe als Regisseur und Schauspieler. Und das Publikum aus der
Region hält ihm bis zum heutigen Tage die Treue - sprich: die Platzausnutzung
und die Abonnentenzahlen können sich im Vergleich zu anderen Theatern in
Deutschland sehen lassen. - Klaus Wagner, als Sohn eines Kaufmanns, der aus
einer Pfarrfamilie stammt, in Frankfurt am Main geboren, wuchs im bayrischen
Trostberg auf, wo seine Großeltern mütterlicherseits ein alteinsessenes
Textilgeschäft führten. Nach dem Abitur studierte er in München
Theaterwissenschaften und begann eine vielversprechende Theaterkarriere in der
Nachkriegszeit, die ihn schließlich ans Heilbronner Stadttheater führte. Sein
Vertrag in Heilbronn endet 1998. Bis dahin will er seinem Publikum noch so
manche Überraschung auf die Bretter stellen, die für ihn die Welt bedeuten. Wie
ich ihn kenne, wird ihm das gelingen.
Audi-Lack
Audi rief
und alle kamen - an der Spitze der Wirtschaftsminister des Landes Dr. Dieter Spöri. Und der lobte den
Neubau der Autolackiererei auch über den Klee. Hatte doch das Land Baden
Württemberg ordentlich subventioniert. Und Audi-Vorstandsvorsitzender Dr.
Herbert Demel stieß selbstverständlich ins gleiche Horn. Schließlich
waren bis jetzt 312 Millionen Mark investiert worden, soviel wie noch nie in
ein Neckarsulmer Audi-Großprojekt. Die modernste Autolackiererei in Deutschland
setzt Maßstäbe in Qualität und Umweltschutz. Zum Beispiel wurde eine neuartige
Anlage entwickelt, die den Füllerspritznebel aus dem Kreislaufwasser der
Füllerlackierliene herausfiltert. Und das heißt: 110.000 Kilogramm Lackschlamm
pro Jahr müssen durch das neue Verfahren nicht mehr thermisch entsorgt werden.
Und genau dieses Verfahren wurde vom Land Baden Württemberg finanziell
gefördert. Übrigens: Dieter Spöri sprach bei der offiziellen Einweihung der
Lackiererei immer von ener Firma Audi-NSU, die es ja schon lange nicht mehr
gibt. Aber so schlimm ist das nicht. Es gab ja auch schon Bundespräsidenten,
die nicht wußten in welchem Land sie sich bei ihrer Staatsvisite gerade
befanden.
Audi-Krise?
Es ist ja
nicht das erste Mal, daß es dem Industrie-Krösus der Region, der Firma Audi in
Neckarsulm, nicht besonders gut geht. Zur Erinnerung: Im Jahre 1974 wuchsen und
wuchsen die Auto-Halden. Die Audi-NSU-Mutter VW geriet ins Schlingern, fährt
Verluste in Höhe von 800 Millionen Mark ein. Toni Schmücker löst bei VW Rudolf
Leiding ab. Ein Spitzenjahr war 1973 für die Autobauer gewesen. 13 000
Menschen arbeiteten damals bei der NSU in Neckarsulm. Noch im Herbst
prophezeiten die Vorstandsbosse „einen weiteren Bedarf an Mitarbeitern“. Das
erinnert mich an Ferdinand Piech.
Auch der ließ trotz der Warnungen aus Vorstandetage und Betriebsrat bei Audi im
Jahr 1992 noch einmal voll Stoff geben, Überstunden fahren und die Produktion
auf ungeahnte Höhen treiben. Und heute? Heute steckt Audi in Neckarsulm wieder
mal in einem Tief, sei es auch nur ein psychologisches. Denn die Audi-Chefs aus
Ingolstadt machen den Neckarsulmern Druck. Bei Audi in Neckarsulm stehen die
Zeichen also auf Sturmwarnung. Audi-Chef Dr. Herbert Demel sagte deshalb auch
voraus, daß „1996 für Neckarsulm nicht ganz einfach“ werde.
Stadtpark
Razzia im
Stadtpark. Was Heilbronn am Dienstag der letzten Woche rund um die Harmonie
erlebte, das dürfte dem ordnungsliebenden Bürger das Herz höher haben schlagen
lassen. 120 Polizisten riegelten das Gelände des „Rauschgiftparks“ ab und
kontrollierten Dealer und Konsumenten. Schon im Vorfeld hatte die Staatsmacht
sorgfältig beobachtet und gegen 34 Rauschgiftdealer Haftbefehl erlassen und
vollstreckt. Eine wahrhaft multikulturelle Gesellschaft des Drogenhandels tat
sich da auf. Seit jenem Dienstag gehen Polizisten Tag und Nacht Streife durch
die Innenstadt, insbesondere an den Brennpunkten Friedensplatz, Stadtpark
und Alter Friedhof. Eine mobile Polizeiwache am Harmoniegarten ist für die
dreizehn Beamten rund um die Uhr die Ausgangsposition. Es wurde auch langsam
Zeit, daß sich in der offenen Rauschgiftszene inmitten der Stadt Heilbronn
etwas tut. Schließlich ist die Vorsorge bei Unfallschwerpunkten von der Polizei
in den vergangenen Jahren ausgebaut worden. Und was bei der Verkehrssicherheit
billig ist, das müßte im gefährlichen Rauschgiftmilieu nur recht sein. Und
hinzu kommt: die Rauschgiftkriminalität in der Innenstadt Heilbronns ist die
Basis für viele Raubüberfälle und den Drogenstrich. Das Drogenproblem muß hart
bekämpft und nicht als gottgegeben hingenommen werden. Denn die Experten sagen
schon lange: nicht nur in Südamerika hat die Drogenmafia der jeweiligen
Staatsgewalt den Krieg erklärt, sondern auch hier in Deutschland. Und Krieg
führen auch die Drogenabhängigen, gegen ihren eigenen Körper und gegen ihre
Umwelt. Auch sie müssen mit Vernunft dazu gebracht werden, Frieden zu
schließen.
Stühlerücken
Im
Heilbronner Gemeinderat dreht sich momentan ein Personalkarussell der
besonderen Art. Bei der CDU wird Klaus Hackert, der Handwerkskammerpräsident
demnächst als Stadtrat ausscheiden, wenn er zum
Landeshandwerkskammerpräsidenten gewählt ist. Eine Frau wird seine Nachfolgerin
im Heilbronner Gemeinderat werden: Roswitha Löffler. Die Freien Wähler
müssen mit dem Ausscheiden ihres Stadtrats Professor Dr. Walter Dörr
rechnen, einst Hochschulrektor in Heilbronn. Sein Nachfolger - wiederum eine
Frau: Gerda Brecht. Und bei der CDU steht mit dem 16.Mai noch ein Termin
auf der Tagesordnung, bei dem zwei Stadträtinnen um die Heilbronner Kandidatur
für den Landtag ringen. Helga Drauz, die CDU-Stadtverbandsvorsitzende
in Heilbronn und Johanna Lichy, die CDU-Fraktionsvorsitzende im
Heilbronner Gemeinderat wollen dem SPD-Platzhirschen Dr. Dieter Spöri Paroli
bieten. Wer auch immer von den beiden Damen ins Rennen gehen wird, Herr Spöri
muß sich gegen die geballte Frauenpower hart wappnen und warm anziehen. Denn
der Ministerposten allein bringt‘s heute nicht mehr.
Wegwerf-Gesellschaft
Die Polizei
- auch im Unterland - weiß davon ein Liedchen zu singen: Immer mehr Autofahrer-
bzw- Autohalter stellen ihr Fahrzeug einfach an den Straßenrand, wenn es
ausgedient hat. Nummerntafeln werden abgeschraubt, die Fahrgestellnummer
unleserlich gemacht. Eine, für den Fahrzeughalter, billige Verschrottung.
Zahlen muß die Allgemeinheit, also jeder einzelne, die Kosten der Schrottauto-Beseitigung.
Was unlängst jedoch auf dem Parkplatz einer Heilbronner Diskothek passierte,
geht schon ein Stückchen weiter. Der Diskotheken-Besitzer hatte wegen der
allgemeinen Parkplatznot seine Parkflächen der Allgemeinheit zur Verfügung
gestellt. Kundschaft umliegender Läden und Geschäfte durfte dort parken. Ein
feiner Zug, der allerdings schmählich ausgenutzt wurde. Denn eines Morgens fand
der Diskothekenbesitzer auf seinem Parkplatz drei Schrottautos vor. Über Nacht
hatten sie irgendwelche Umwelt-Ferkel dort abgestellt. Die Folge: Der
Diskothekenbesitzer hat seinen Parkplatz mit einem Tor versehen. Wer kann es
ihm verdenken.
Polizei am
Zug
Die
Rauschgift-Razzien der Heilbronner Polizei sind nicht von schlechten Eltern. Es
gilt, den Dealern das Handwerk zu legen. Ein Umschlagplatz für Rauschgift
und andere Drogen ist seit jeher die Schule. Bislang hatten Eltern aus dem
Landkreis immer ein bißchen Sorge darum, ihre Sprößlinge auf Heilbronns
weiterführende Lehranstalten zu schicken. Gefährliche Stadt und fehlende
Aufsicht hießen die Gegenargumente. Pustekuchen, denn nach Auskunft der
Kripo sind die Dealer mindestens genauso rührig in den Schulhöfen von Real- und
Hauptschulen des Landkreises anzutreffen. Unverständlich finde ich allerdings,
daß die Schulleiter nichts dagegen tun.

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