Montag, 17. Februar 2014

Kiliansmännle, 10.05.1995



Kniep geht
Bei der Industrie- und Handelskammer Heilbronn setzt der Wechsel an der Spitze früher als erwartet sein. Professor Dr. Klaus Kniep (58) scheidet zum 30. Juni 1995 auf eigenen Wunsch aus den Diensten der Kammer aus. Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Kniep galt lange Zeit als Kronprinz für die Nachfolge von Hauptgeschäftsführer Dr. Horst Schmalz. Aber erst im November 1994 hatte die IHK-Vollversammlung Heinrich Metzger von der Ludwigsburger Kammer zum neuen Hauptgeschäftsführer in Heilbronn gewählt. Ab Oktober diesen Jahres wird Metzger schon in Heilbronn arbeiten, um bestens gerüstet im September 1996 das Amt vom dann 65 jährigen Dr. Horst Schmalz ganz offiziell zu übernehmen. Daß es um die Chemie an der Spitze der IHK in Heilbronn nicht allzugut bestellt war, das pfiffen in Wirtschaftskreisen der Region die Spatzen schon lange von den Dächern der Fabrikhallen. Zwischen IHK-Präsident Otto Christ und Klaus Kniep gab es Spannungen, die offensichtlich zu diesem vorzeitigen Ausscheiden des stellvertretenden Hauptgeschäftsführers führten. Dabei gilt Klaus Kniep als Kenner der Region. Seit 1971 war er IHK-Geschäftsführer, gründete 1973 den Wirtschaftsjuniorenkreis, 1988 wurde er Honorarprofessor an der Heilbronner Fachhochschule und in den letzten Jahren bemühte sich aktiv um Kammerkontakte in die neuen Bundesländer. - Der nächste, vorprogrammierte Wechsel dürfte demnächst beim IHK-Präsidenten-Amt anstehen. Wie heißt der Nachfolger von Otto Christ?

Unnütz wie ein Kropf?
Sie erinnern sich noch an den weltweit einzigen und ersten Ozonversuch in Heilbronn/Neckarsulm? Teuer war er und gebracht hat er keine Erkenntnisse außer Binsenweisheiten, die schon vor Beginn des Test feststanden. Daß die vom Auto herausgeblasenen Schadstoffe weniger werden, wenn man nicht fährt oder weniger Gas gibt war klar. Doch das Stuttgarter Umweltministerium entblödet sich nicht nun auch noch Geld für eine Umfrage bei der Bevölkerung auszugeben, um herauszubekommen, wie der Versuch bei der Bevölkerung angekommen ist. 80 Prozent der Menschen haben den Versuch im nachhinein als positiv empfunden. Ich auch, aber muß ein Umweltminister Schäfer zum Zwecke der Eigenwerbung - und nichts anderes ist diese Umfrage - Steuergelder verpulvern? Und Schäfer weiß von den Klimaforschern der Universität Karlsruhe mittlerweile ganz genau, daß Fahrverbote zu Zeiten hoher Ozonkonzentrationen überhaupt keinen Wert haben. Man müßte sie dann aussprechen, wenn schlechtes Wetter herrscht, aber ein Hoch im Anzug ist. Das liegt an den komplexen Umwandlungsprozessen des Reizgases. Schäfer ignoriert diese längst feststehenden wissenschaftlichen Erkenntnisse und betreibt Imagepflege in eigener Sache, und immer wieder muß der Ozonversuch von Heilbronn/Neckarsulm dazu herhalten.

Kandidaten
Die Freien Demokraten in der Stadt Heilbronn haben ihren Kandidaten für die Landtagswahl im März 1996 gekürt: Fachhochschul-Professor Dr. Georg Bucher (43) aus Schwaigern. Zweitkandidatin wurde die 48 jährige  Ingeborg Wenzel, Chefin einer Personal Service GmbH in Heilbronn. Verwunderlich an der Geschichte ist eigentlich nur, daß ein Mann aus dem Wahlkreis des FDP-Landtagsabgeordneten Richard Drautz liberaler Kandidat in Heilbronn wird, während Richard Drautz seinen Wohnsitz in Heilbronn hat. Wäre es da für die FDP nicht einfacher gewesen, den Professor Bucher aus Schwaigern im Wahlkreis Eppingen kandidieren und den Heilbronner Wengerter Drautz in seinem Heimatort für den Wahlkampf antreten zu lassen? Aber - das ist halt jetzt die hohe Schule der Politik. Schließlich konnte die FDP bei der letzten Landtagswahl 1992 nur 4,2 Prozent der Stimmen im Wahlkreis Heilbronn erzielen. Und diese hohe Politik, die versteht unsereins auf dem steinernen Turm eben nicht so richtig. Warum auch, wenn der FDP-MdL Richard Drautz diese Woche in der Tageszeitung sogar zum Bundestagsabgeordneten befördert wurde.

Wonnemonat Mai
Der Tag der Arbeit war in diesem Jahr ein Montag und selbstverständlich wie es Tradition ist, ein Feiertag. Die deutschen Gewerkschaften und ihre Mitglieder marschierten und demonstrierten - gegen Arbeitslosigkeit und gegen weiteren Sozialabbau. In Heilbronn sprach der erste Bevollmächtigte der IG-Metall Heilbronn/Neckarsulm Frank Stroh zu den 500 Demonstranten und forderte auf, darüber nachzudenken, wie man flexiblere Arbeitszeitmodelle entwickeln könne. Aber nicht nur das. Strohs Mairede war heimatlich eingefärbt. Nicht das Gegeneinander, sondern das Miteinander in der Region steht für ihn im Vordergrund. Selbst bei steigender Produktion werden künftig keine zusätzlichen Arbeitsplätze geschaffen, stellte Stroh nüchtern fest. Strukturwandel war sein Zauberwort . Nur hochwertige Produkte, die am Markt absetzbar sind schaffen günstige Voraussetzungen - auch für den Arbeitsmarkt. Und deshalb plädierte der Gewerkschafter Stroh für den Ausbau der Umwelttechnologie im Unterland. Das sollten sich auch einige Kommunalpolitiker hinter die Ohren schreiben - und endlich etwas tun. 8500 Arbeitsplätze sind in den vergangenen drei Jahren im Unterland abgebaut worden. Das ist ein schmerzlicher Rekord, der wohl demnächst noch übetroffen wird. 

SPD-Fraktionszwang
Der eine ist Staatsanwalt und SPD-Fraktionsvorsitzender, der andere Kriminalbeamter und SPD-Stadtrat. Friedrich Niethammer und Herbert Burkhardt sind jetzt harsch aneinandergeraten. In einem zornigen Brief schrieb Niethammer seinem Fraktionskollegen Burkhardt, daß  seine SPD-Fraktion im Heilbronner Gemeinderat kein Haufen sei, wo jeder sagen und machen kann, was er will. Oder wo ein einzelner sich rücksichtslos auf Kosten der Mehrheit profilieren dürfe. Hintergrund: Der Kriminal- und Vorbeugungsbeamte Herbert Burkhardt hatte sich erlaubt, zum Thema „Verbrechensvorbeugung im Rahmen der Bauleitplanung“ im Heilbronner Gemeinderat seine eigene Meinung deutlich und laut herauszustellen. Sie stand im Gegensatz zu Aussagen des SPD-Bürgermeisters Harald Friese und der SPD-Fraktion. Beifall erhielt Burkhardt für seine Ausführungen von der CDU und den Repubikanern. Jetzt drohte Niethammer in einem Brief, daß seine Partei und die Fraktion sich von diesem undisziplinierten Kollegen so schnell wie möglich trennen wolle. Burkhardt solle seinen politischen Standort überprüfen und möglichst rasch Konsequenzen ziehen. Aber der denkt gar nicht daran. Er will seine Meinungen nach wie vor standhaft vertreten, ob es Friedrich Niethammer paßt oder nicht. So ist das halt, wenn die Erfahrungen aus der Praxis und der Theorie aufeinanderprallen. Zur Zeit ist Ruhe vor dem Sturm angesagt - man hat sich aufs Stillehalten geeinigt. Ich hoffe nur, daß auch bei der SPD im Heilbronner Rathaus Rede- und Meinungsfreiheit nicht durch einen Niethammer-Fraktionszwang ausgehebelt werden.

Treu und Redlichkeit
Da tritt einer sein neues Amt als Schultes an - und gleich muß er eine bittere Pille schlucken. Verständlich, daß jetzt die Lust Bürgermeister in der Region zu werden, rapide abnimmt. Volker Schiek in Nordheim ist offenbar trotz alledem guten Mutes und trat sein neues Amt als Bürgermeister ohne allzugroßes Zähneknirschen an. Muß er doch seinem Gemeinderat am 19. Mai ein korrigiertes Zahlenwerk vorlegen. Denn der Nachtragshaushalt ist ein wenig aus den Fugen geraten. Eigentlich wollte die Gemeinde Schulden tilgen - zwei Millionen insgesamt. Aber daraus wird wohl nichts. Denn beim Rathausneubau hatten die Gemeindeväter und -mütter sich tüchtig verrechnet. Am 17. März 1995 waren noch 800.000 Mark als Baukosten genannt worden. Jetzt heißt es, daß die Gesamtsumme wohl bei 1,5 bis 1,6 Millionen Mark liegen dürfte. Wenn ein privater Unternehmer so rechnet, dann wäre er schnell pleite. Aber hier geht es ja nur um die Steuergelder des Bürgers. Und hinzu kommt noch, daß die Nordheimer bei der Planung ihrer Einnahmen für 1995 auch ein wenig zu hoch gegriffen hatten.Außerdem hatten sie übersehen, daß aus 1994 ein Fehlbetrag von schlichten 766.000 Mark in der Kasse auszugleichen ist. Wer schenkt dem Nordheimer Gemeinderat endlich die Spieluhr mit der Melodie „Üb immer Treu und Redlichkeit“.

Heilbronn lacht
Heilbronn - das ist manchmal ein ganz besonderer Ort. Einst gabs den Spätzleskrieg, dann den See ohne Wasser im Vorort Böckingen - und jetzt hat die Tageszeitung Hermann Schaufler, den CDU-Verkehrsminister, in Bild und Schrift zu einem der vier Kandidaten für die SPD-Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl 1996 gekürt. Der dementierte tags darauf schmunzelnd. Und jener, der wirklich Spitzenkandidat werden will, der SPD-Umweltminister Harald B. Schäfer (kann man ja auch leicht verwechseln, schließlich fangen beide Nachnamen mit „Sch“ an) unterstellte dem CDU-Mann ebenso schmunzelnd, daß der sich wohl in die SPD einschleichen wolle. Übrigens: Hermann Schaufler war zu Zeiten der CDU-Alleinregierung in Stuttgart Wirtschaftsminister . Sein Nachfolger in der Großen Koalition, der SPD-Mann Dr. Dieter Spöri setze die CDU-Politik in diesem Amte gleich gut fort - und deshalb brauche er, der Hermann Schaufler, sich garnicht bei der SPD als Spitzenkandidat einzuschleichen. Merke: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Zumal Dieter Spöri jetzt der designierte SPD-Spitzenkandidat für die Wahl 1996 ist.

Klaus Wagner: 65
Der Heilbronner Theaterintendant Klaus Wagner feierte in der vergangenen Woche seinen 65. Geburtstag. 1979 wurde er vom Heilbronner Gemeinderat als Nachfolger des Nachkriegsintendanten Walter Bison gleich im ersten Wahlgang gewählt. 1980 trat er sein Amt an, erweitere das Spielstättenangebot, sodaß auf der Provisoriumbühne Gewerkschaftshaus und im neuen Provisorium Alte Kelter gespielt werden konnte. Zwei Jahre später bezog er mit seiner spielwütigen Truppe den neuen Theaterbau am Berliner Platz. Hier feierte Klaus Wagner seine Heilbronner Triumphe als Regisseur und Schauspieler. Und das Publikum aus der Region hält ihm bis zum heutigen Tage die Treue - sprich: die Platzausnutzung und die Abonnentenzahlen können sich im Vergleich zu anderen Theatern in Deutschland sehen lassen. - Klaus Wagner, als Sohn eines Kaufmanns, der aus einer Pfarrfamilie stammt, in Frankfurt am Main geboren, wuchs im bayrischen Trostberg auf, wo seine Großeltern mütterlicherseits ein alteinsessenes Textilgeschäft führten. Nach dem Abitur studierte er in München Theaterwissenschaften und begann eine vielversprechende Theaterkarriere in der Nachkriegszeit, die ihn schließlich ans Heilbronner Stadttheater führte. Sein Vertrag in Heilbronn endet 1998. Bis dahin will er seinem Publikum noch so manche Überraschung auf die Bretter stellen, die für ihn die Welt bedeuten. Wie ich ihn kenne, wird ihm das gelingen.

Audi-Lack
Audi rief und alle kamen - an der Spitze der Wirtschaftsminister des Landes Dr. Dieter Spöri. Und der lobte den Neubau der Autolackiererei auch über den Klee. Hatte doch das Land Baden Württemberg ordentlich subventioniert. Und Audi-Vorstandsvorsitzender Dr. Herbert Demel stieß selbstverständlich ins gleiche Horn. Schließlich waren bis jetzt 312 Millionen Mark investiert worden, soviel wie noch nie in ein Neckarsulmer Audi-Großprojekt. Die modernste Autolackiererei in Deutschland setzt Maßstäbe in Qualität und Umweltschutz. Zum Beispiel wurde eine neuartige Anlage entwickelt, die den Füllerspritznebel aus dem Kreislaufwasser der Füllerlackierliene herausfiltert. Und das heißt: 110.000 Kilogramm Lackschlamm pro Jahr müssen durch das neue Verfahren nicht mehr thermisch entsorgt werden. Und genau dieses Verfahren wurde vom Land Baden Württemberg finanziell gefördert. Übrigens: Dieter Spöri sprach bei der offiziellen Einweihung der Lackiererei immer von ener Firma Audi-NSU, die es ja schon lange nicht mehr gibt. Aber so schlimm ist das nicht. Es gab ja auch schon Bundespräsidenten, die nicht wußten in welchem Land sie sich bei ihrer Staatsvisite gerade befanden.

Audi-Krise?
Es ist ja nicht das erste Mal, daß es dem Industrie-Krösus der Region, der Firma Audi in Neckarsulm, nicht besonders gut geht. Zur Erinnerung: Im Jahre 1974 wuchsen und wuchsen die Auto-Halden. Die Audi-NSU-Mutter VW geriet ins Schlingern, fährt Verluste in Höhe von 800 Millionen Mark ein. Toni Schmücker löst bei VW Rudolf Leiding ab. Ein Spitzenjahr war 1973 für die Autobauer gewesen. 13 000 Menschen arbeiteten damals bei der NSU in Neckarsulm. Noch im Herbst prophezeiten die Vorstandsbosse „einen weiteren Bedarf an Mitarbeitern“. Das erinnert mich an Ferdinand Piech. Auch der ließ trotz der Warnungen aus Vorstandetage und Betriebsrat bei Audi im Jahr 1992 noch einmal voll Stoff geben, Überstunden fahren und die Produktion auf ungeahnte Höhen treiben. Und heute? Heute steckt Audi in Neckarsulm wieder mal in einem Tief, sei es auch nur ein psychologisches. Denn die Audi-Chefs aus Ingolstadt machen den Neckarsulmern Druck. Bei Audi in Neckarsulm stehen die Zeichen also auf Sturmwarnung. Audi-Chef Dr. Herbert Demel sagte deshalb auch voraus, daß „1996 für Neckarsulm nicht ganz einfach“ werde.

Stadtpark
Razzia im Stadtpark. Was Heilbronn am Dienstag der letzten Woche rund um die Harmonie erlebte, das dürfte dem ordnungsliebenden Bürger das Herz höher haben schlagen lassen. 120 Polizisten riegelten das Gelände des „Rauschgiftparks“ ab und kontrollierten Dealer und Konsumenten. Schon im Vorfeld hatte die Staatsmacht sorgfältig beobachtet und gegen 34 Rauschgiftdealer Haftbefehl erlassen und vollstreckt. Eine wahrhaft multikulturelle Gesellschaft des Drogenhandels tat sich da auf. Seit jenem Dienstag gehen Polizisten Tag und Nacht Streife durch die Innenstadt, insbesondere an den Brennpunkten Friedensplatz, Stadtpark und Alter Friedhof. Eine mobile Polizeiwache am Harmoniegarten ist für die dreizehn Beamten rund um die Uhr die Ausgangsposition. Es wurde auch langsam Zeit, daß sich in der offenen Rauschgiftszene inmitten der Stadt Heilbronn etwas tut. Schließlich ist die Vorsorge bei Unfallschwerpunkten von der Polizei in den vergangenen Jahren ausgebaut worden. Und was bei der Verkehrssicherheit billig ist, das müßte im gefährlichen Rauschgiftmilieu nur recht sein. Und hinzu kommt: die Rauschgiftkriminalität in der Innenstadt Heilbronns ist die Basis für viele Raubüberfälle und den Drogenstrich. Das Drogenproblem muß hart bekämpft und nicht als gottgegeben hingenommen werden. Denn die Experten sagen schon lange: nicht nur in Südamerika hat die Drogenmafia der jeweiligen Staatsgewalt den Krieg erklärt, sondern auch hier in Deutschland. Und Krieg führen auch die Drogenabhängigen, gegen ihren eigenen Körper und gegen ihre Umwelt. Auch sie müssen mit Vernunft dazu gebracht werden, Frieden zu schließen.

Stühlerücken
Im Heilbronner Gemeinderat dreht sich momentan ein Personalkarussell der besonderen Art. Bei der CDU wird Klaus Hackert, der Handwerkskammerpräsident demnächst als Stadtrat ausscheiden, wenn er zum Landeshandwerkskammerpräsidenten gewählt ist. Eine Frau wird seine Nachfolgerin im Heilbronner Gemeinderat werden: Roswitha Löffler. Die Freien Wähler müssen mit dem Ausscheiden ihres Stadtrats Professor Dr. Walter Dörr rechnen, einst Hochschulrektor in Heilbronn. Sein Nachfolger - wiederum eine Frau: Gerda Brecht. Und bei der CDU steht mit dem 16.Mai noch ein Termin auf der Tagesordnung, bei dem zwei Stadträtinnen um die Heilbronner Kandidatur für den Landtag ringen. Helga Drauz, die CDU-Stadtverbandsvorsitzende in Heilbronn und Johanna Lichy, die CDU-Fraktionsvorsitzende im Heilbronner Gemeinderat wollen dem SPD-Platzhirschen Dr. Dieter Spöri Paroli bieten. Wer auch immer von den beiden Damen ins Rennen gehen wird, Herr Spöri muß sich gegen die geballte Frauenpower hart wappnen und warm anziehen. Denn der Ministerposten allein bringt‘s heute nicht mehr.

Wegwerf-Gesellschaft
Die Polizei - auch im Unterland - weiß davon ein Liedchen zu singen: Immer mehr Autofahrer- bzw- Autohalter stellen ihr Fahrzeug einfach an den Straßenrand, wenn es ausgedient hat. Nummerntafeln werden abgeschraubt, die Fahrgestellnummer unleserlich gemacht. Eine, für den Fahrzeughalter, billige Verschrottung. Zahlen muß die Allgemeinheit, also jeder einzelne, die Kosten der Schrottauto-Beseitigung. Was unlängst jedoch auf dem Parkplatz einer Heilbronner Diskothek passierte, geht schon ein Stückchen weiter. Der Diskotheken-Besitzer hatte wegen der allgemeinen Parkplatznot seine Parkflächen der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Kundschaft umliegender Läden und Geschäfte durfte dort parken. Ein feiner Zug, der allerdings schmählich ausgenutzt wurde. Denn eines Morgens fand der Diskothekenbesitzer auf seinem Parkplatz drei Schrottautos vor. Über Nacht hatten sie irgendwelche Umwelt-Ferkel dort abgestellt. Die Folge: Der Diskothekenbesitzer hat seinen Parkplatz mit einem Tor versehen. Wer kann es ihm verdenken.

Polizei am Zug
Die Rauschgift-Razzien der Heilbronner Polizei sind nicht von schlechten Eltern. Es gilt, den Dealern das Handwerk zu legen. Ein Umschlagplatz für Rauschgift und andere Drogen ist seit jeher die Schule. Bislang hatten Eltern aus dem Landkreis immer ein bißchen Sorge darum, ihre Sprößlinge auf Heilbronns weiterführende Lehranstalten zu schicken. Gefährliche Stadt und fehlende Aufsicht hießen die Gegenargumente. Pustekuchen, denn  nach Auskunft der Kripo sind die Dealer mindestens genauso rührig in den Schulhöfen von Real- und Hauptschulen des Landkreises anzutreffen. Unverständlich finde ich allerdings, daß die Schulleiter nichts dagegen tun.

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