Pershing
Zehn Jahre nach dem Pershing-Unglück auf der Waldheide vor den Toren
Heilbronns trafen sich die Protestler von damals wieder, um nochmals zu
protestieren und zu gedenken. Zur Erinnerung: am 11. Januar 1985 wurden bei
einem Raketen-Unfall drei US-Soldaten getötet und 16 zum Teil schwer
verletzt. Jetzt gab es von jenen Deutschen, die sich auf der Seite der
Friedfertigen wähnen, einen Kranz und gutgemeinte Worte. Dabei haben die
amerikanischen Soldaten auf der Waldheide einst ihren Dienst zu unserem Schutz
versehen - nicht als Selbstzweck oder aus bösem politischen Willen, wie oft
dargestellt. Sie sind also für unsere Sicherheit gestorben. Die heutigen Kriege
im Osten und in anderen Teilen der Welt sind deutliche Beispiel für
kriegslüsterne Aggressionen. Die Waldheide-Raketenbasis dagegen war unser Nato-Schutzschild.
Viele im Osten wären heute froh, sie hätte solche Schutzschilder. Darum meine
ich: Statt Worte, laßt jetzt Taten sprechen. Kräftige Spenden für die
Hinterbliebenen der amerikanischen Soldaten wären wichtiger gewesen als
selbstgerechte Satzgebilde.
Gefährliche Fahrt
Schnee satt, Eiseskälte und eben auch Tauwetter, der Winter macht seinem
Namen heuer alle Ehre. Rodel und Ski, prima! Auf dem Stocksberg
herrschte an den vergangenen Tagen Hochbetrieb, wie man ihn sonst nur von den
Pisten der Alpen kennt. Blank und schnell war die Abfahrtsstrecke. Wer wollte,
bekam mit seinem Schlitten ein rekordverdächtiges Tempo drauf. Doch leider gab
es eine ganze Reihe schwerer Unfälle. Einmal mußte sogar der
Rettungshubschrauber kommen. Mit schuld an den Unglücken, natürlich neben zu
großer Risikobereitschaft, ist sicherlich die unzureichend gesicherte Piste. Am
Fuß des Berges drängen sich Zuschauer, mit einer Würstchen- und Glühweinbude
läßt sich dort gut Geld verdienen. Und dann ist da noch ein jäh und steil
abfallender Graben. Reihenweise stürzen hier die Rodler schwer. Teils brausen
sie in die Zuschauer. Völlig unverständlich, daß vor dem Graben nicht per
Schild gewarnt oder ein Fangnetz aufgebaut wird. Viele schwere Stürze wären
dann sicher nicht passiert.
Ökokonservative
Interessant, was da an neuen politischen Strömungen in Heilbronn entsteht:
Die ökokonservative Welle beginnt sich aufzutürmen. Ein Beispiel: Da lehnt
unser christdemokratischer Verkehrsminister Hermann Schaufler ab,
Tempolimits rund ums Weinsberger Kreuz zu verschärfen. Zusätzlich meckert er
noch über Sinn und Zweck des Schäferschen Ozonversuchs. Soweit eine klare
althergebrachte Position der CDU. Doch nun gibt es in der Unterländer Union und
deren Sympathiesanten immer mehr, die einerseits die Werte des
Wirtschaftsaufschwungs genießen wollen, andererseits jedoch die Schauflersche
Haltung als Blockadepolitik abtun. Es grünt unter den Konservativen. Eines muß
man freilich in Sachen Ozonversuch nochmals sagen: Die baden-württembergische
Ärztekammer hat Ende des vergangenen Sommers klipp und klar erklärt, daß Ozon
in den bisher in Deutschland gemessenen Konzentrationen nicht schädlich ist.
Davor sollten auch die neuen Ökokonservativen nicht die Augen zukneifen. Und
bitte schön, nicht nur das Gute im Menschen sehen. Zumindest ein großer Teil
der in Stuttgart ansässigen Zeitungskorrespondenten schreibt, daß die Haltung
des Umweltministers Schäfer beim Ozonversuch immer mehr einer Werbekampagne in
eigener Sache gleicht.
Neidisch?
Freuen Sie sich auch immer so über Jubiläen? Besonders, wenn‘s das eigene
ist? Aber kein Mensch schreibt auch nur eine Zeile drüber - meistens zumindest.
Anders bei unseren Freunden, den Bürgermeistern. Da läßt sich die Lokalzeitung
gleich dreispaltig und mit großem Bild darüber aus, daß der XY jetzt seinen
50sten gefeiert hat. Und was der XY doch für ein toller Kerle ist. Jüngstes
Beispiel ist Talheims Schultes Hansjörg Apprich. Der ist 50 geworden und
darf zum Jahresausklang in „seiner“ Zeitung orakeln, was er die nächsten Jahre
für den Ort geplant hat: „Ich möchte weiter modernisieren“, sagt er. Was meinen
Sie damit, lieber Herr Apprich? Noch ein Gewerbegebiet? Noch ein Rathaus? Aber
halt, Sie wollen ja den Blick ins Ortsinnere richten. Es wird ja gemunkelt, daß
Sie die Schozach völlig im Boden verschwinden lassen möchten. Ist natürlich
Quatsch, Sie sind ja modern. Und in der neuen Moderne läßt man die Bäche wieder
mäandern. Also wollen sie wahrscheinlich aus Talheims Ortsinnerem eine
naturbelassene Bachlandschaft machen. Viel Glück dabei!
Montag, 17. Februar 2014
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