Montag, 17. Februar 2014

Kiliansmännle, 29.03.1995



Austritte
Wenn man seit Jahrhunderten auf einem Kirchturm steht und so gar nicht als Repräsentant des Glaubens in Erscheinung tritt, sondern mehr der weltlichen Macht mit seinem Habitus die Ehre gibt, dann ist das auch ein Stück protestantischer Tradition in Heilbronn. Jetzt aber ist meine Kirche ins Trudeln geraten. Viele Mitglieder kehren ihr den Rücken und zahlen einfach keine Steuern mehr - sprich: sie treten aus der Kirche aus. Dieser Tage erhielt ich einen Brief meines Dekans Hansjürgen Thomann, in dem er für eine Kirche wirbt, die ihr Angebot allen Menschen mache und verläßlich Verantwortung in der Gesellschaft übernehme. Aber der Dekan räumte auch ein, daß in der vergangenen Zeit versäumt worden sei, ausdrücklich für die finanzielle Unterstützung der Kirche durch die Kirchensteuer zu danken. Wenn es die Kirchensteuer allein wäre. Wir steuerzahlenden Bürger geben - ob sie wollen oder nicht - den beiden großen Volkskirchen auch über andere Töpfe noch reichlich Geld, ob wir Christen, Muslime, Juden oder ohne Konfession sind. Auch dafür bedankten sich die Kirchen bisher nicht. Dienstleister sind sie mit der Zeit geworden - die Amtskirchen. Aber sie verhalten sich oftmals wie Behörden, und so mancher Hirte schaut mitleidig und herablassend auf seine Schäfchen. Und da es in der Demokratie keine Hirtenhunde mehr gibt, laufen die Schäfchen dorthin, wo die Weiden grüner sind und der Klee süßer schmeckt.

Asyl
Können Sie sich noch erinnern: die Wellen in Deutschland schlugen hoch als es um den Streit über Asylbewerber ging. Gesetze wurden geändert. Und jetzt? Das Thema ist aus den Schlagzeilen. Ob nun in Naturalien das Essen ausgegeben oder Geld gezahlt wird, wo die Asylbewerber wohnen, ob in ehemaligen Kasernen oder in Hotels - all das ist zur Nebensache in der deutschen Politik geworden. Klar, denn laut UN-Wirtschaftskommission ging die Zahl der Asylsuchenden 1994 weltweit um 30 Prozent zurück. Und in Deutschland wurden 127.210 Asylbewerber gegenüber 323.000 im Jahre 1993 gezählt. Dies stellt eine Verminderung von über 60 Prozent und den größten absoluten Rückgang in den ECE-Ländern dar, zu denen alle europäischen Staaten, die USA, Kanada, Israel und die meisten zentralasiatischen Republiken der früheren UdSSR gehören. Folge bei uns: jene Politiker, die ihr Süppchen allein auf der Asyl-Problematik zu kochen versuchten, verschwinden langsam in der Versenkung. Siehe Republikaner.

Zwangsehe?
In der Ruhe liegt die Kraft, heißt es. Doch bei den Volksbanken des Landkreises Heilbronn herrscht eher rege Aufbruchstimmung. Fusionierung ist allerorten angesagt. Jüngstes Beispiel sind die Volksbank von Beilstein und die Volksbank Schozachtal. Die werden vermutlich eine Ehe eingehen. Eine Zwangsehe, meinen viele Insider. Na ja, wenn ich mir anschaue, was für ein Durcheinander derzeit auf dem Markt der großen baden-württembergischen Banken herrscht und welche Bank nun mit welcher zusammengehen soll, dann sind die Pläne der Volksbanken eigentlich nur Nebensächlichkeiten. Für die Bankmitglieder freilich weniger, denn die erhoffen sich durch Fusionierungen höhere Dividenden auf ihre Anteile und noch besseren Service. Nebenbei bemerkt: wahrscheinlich werden die Volksbanken nur in der Einigkeit eine Chance haben, den Einigkeit macht stark.

Millionenpoker
Es scheint fast ein bißchen Gras über die Neckarwestheimer Millionenverluste zu wachsen. die Lokalzeitung berichtet nur noch auf den hinteren Lokalseiten darüber. Die Tendenz der Geschichten: Resignierend - der Großteil des verschwundenen Geldes, über das keiner so recht weiß, wieviel es eigentlich ist - bleibt wohl verschwunden. Und Horst Armbrust, der Schultes (auch Atombomber genannt), hält sich bedeckt. Glimpflich davongekommen ist wieder einmal das Heilbronner Landratsamt. Wie schon im Fall Stadel (der sorgte vor Jahren als Beilsteiner Bürgermeister für Negativ-Schlagzeilen) werden die Macher und Kontrolleure im Landratsamt geschont. Nicht zu vergessen der Neckarwestheimer Gemeinderat. Dieses Gremium hat, meiner Meinung nach, seine Kontrollpflichten nur mangelhaft wahrgemommen. Immerhin sitzt im Gemeinderat einer der Verantwortlichen des Kernkraftwerkes GKN. Der müßte ja nun in Gelddingen ein bißchen Ahnung haben. Was ist, wenn sich die GKN-Verantwortlichen ähnlich wie der Neckarwestheimer Gemeinderat von Horst Armbrust über den Tisch ziehen lassen haben? Beispielsweise bei Verhandlungen über Zuschüsse für die Gemeinde. Dann haben eben nicht nur die Neckarwestheimer Bürger Nachteile gehabt, sondern alle GKN-Stromkunden, die dann höhere Energiepreise zahlen mußten.

Südamerika
Noch ein Skandal: er stammt aus unserer Gegend, der ehemalige Südmilch-Chef Wolfgang Weber, und sitzt jetzt im Gefängnis. In Paraguay wurde er verhaftet. Die Deutsche Bank soll er um etliche zig Millionen Mark betrogen haben. Bisher - so sagen Diplomatenkreise - sei der mutmaßliche Betrüger Weber von den paraguayischen Behörden gedeckt worden. Daß dem so war, das können Unterländer Journalisten nur bestätigen, die nach dem Verschwinden des heute 59 jährigen Weber aus dem Ländle, in Paraguay mit ihm telefonieren konnten und von ihm Faxe empfangen haben. Jetzt türmen sich die Fragen: Wann oder wird Wolfgang Weber überhaupt nach Deutschland ausgeliefert? Wird ihm der Prozeß etwa in Stuttgart gemacht? Und wer muß da aus dem Unterland alles als Zeuge auftreten? Freunde hatte der Wolfgang Weber ja viele hier bei uns in der Gegend. Aber in der Not passen bekanntlich tausend auf ein Lot.

Verkehrsverbund
Lange haben Stadt und Landkreis Heilbronn im öffentlichen Personennahverkehr (sprich ÖPNV) nebeneinander her gewurstelt. Jetzt aber soll mittels einer gemeinsamen Geschäftsstelle der Unterländer Verkehr koordiniert werden. 350.000 Mark kostet das pro Jahr. Und dann sollen die Verkehrsbetriebe in Heilbronn samt Stadtbahn, die Bahn-Busse und -Züge, die privaten Busunternehmer und die anderen Gemeinden mit ihren Verkehrssystemen harmonisert, das heißt gut abgestimmt, für uns Bürger einen Fahrplan bieten, der es leicht macht, schnell von Ilsfeld nach Jagsthausen oder von Schwaigern nach Löwenstein zu gelangen - ohne das Privatauto benutzen zu müssen. Wenn dann innerhalb der Stadt Heilbronn die Fahrpreise für den ÖPNV steigen, dann solle niemand sagen, er hätte davon nichts geahnt - damals im März 1995, als der Verkehrsverbund beschlossen wurde. Auch das wurde im Heilbronner Gemeinderat laut und deutlich festgestellt.

SPD-Spitzenkandidat
Nicht nur die Jungsozialisten, sondern auch so mancher gestandene Gewerkschafter wirft dem baden-württembergischen Wirtschaftsminister und Heilbronner SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Dieter Spöri vor, in der großen Koalition zu sehr auf Harmonie bedacht zu sein. Spöri selbst wehrt sich auch immer wieder dagegen, er will im nächsten Jahr weder die Große Koalition mit der CDU in Stuttgart fortsetzen noch im Geruch stehen, ein Freund der Bosse zu sein. Aber als sich der einstige SPD-Spitzenkandidat vor zwei Jahren auf einem Parteitag als Beisitzer im Landesvorstand bewarb, da erhielt er weit weniger Stimmen als etwa Innenminister Birzele, Familienministerin Unger-Soyka oder der Gewerkschafter Riester. Spöri sei zu unternehmerfreundlich, meinten einige Delegierte. Und man hatte nicht vergessen, daß der einstige SPD-Hoffnungsträger 1988 nur 32 Prozent und 1992 nicht einmal mehr 30 Prozent bei der Landtagswahl erreichen konnte. Jetzt geht es um die SPD-Spitzenkandidatur für die Wahl im März 1996. Wenn es eine Mitgliederbefragung für diese Kandidatur bei uns im Südwesten gibt, dann hätte Dieter Spöri Chancen. Aber es spekulieren auch noch andere Spitzen-Genossen auf diesen Posten: Ulrich Maurer, der SPD-Landesvorsitzende, die robuste Bundestagsabgeordnete Hertha Däubler-Gmelin und Harald B. Schäfer, der SPD-Umweltminister. Angst braucht Dieter Spöri um seinen Arbeitsplatz allerdings nicht zu haben. Denn wäre er nach der Wahl 1996 nicht mehr Wirtschaftsminister, dann gibt es ja viele andere Posten im Lande, die dem erfahrenen Volkswirt offenstehen. Ob in der Wirtschaft oder bei einem Verband. Das lehrt die Politik im Ländle . Die SPD in Heilbronn muß also demnächst genau hinschauen, wen sie als Zweitkandidaten nominiert. Denn über kurz oder lang könnte die/der im Landtag sitzen.

CDU-Kandidat/in
Erwin Teufel, der CDU-Ministerpräsident der Großen Koalition in Stuttgart, will wie sein SPD-Stellvertreter Dieter Spöri das Mammutbündnis im Lande nach der Landtagswahl im März 1996 nicht fortsetzen. Recht haben sie, die beiden Herren. Große Koalitionen aus CDU und SPD sind immer der Ausnahmefall, wenn andere Bündnisse nicht mehr möglich sind. 1992 wäre mit dem Einzug der Republikaner in den Landtag rein rechnerisch nur eine Koalition der CDU mit den Grünen möglich gewesen, denn mit den Reps wollte ernsthaft kein Christdemokrat ins Koalitionsbett steigen. Aber der Gedanke an Schwarz-grün war damals im Ländle noch nicht salonfähig. Also blieb nur, in den sauren Apfel einer Großen Koalition zu beißen. Schuld an dieser Konstellation war der Wähler, der die politischen Verhältnisse so geschaffen hatte wie sie waren. Jetzt aber - rund ein Jahr vor den Wahlen - wird an den Startpositionen schon gegraben. Zum Beispiel im Wahlkreis Heilbronn, wo Dieter Spöri dem CDU-Abgeordneten Ulrich Stechele 1988 das Direktmandat abnahm und auch 1992 gegen ihn verteidigte. Die Heilbronner CDU sucht nun einen neuen, unverbrauchten Kandidaten gegen den SPD-Mann Spöri. Nahezu sicher dürfte sein, daß es diesmal eine Frau ist, die gegen den SPD-Wirtschaftsminister antritt. Zwei Stadträtinnen stehen zur Auswahl: die CDU-Fraktionsvorsitzende im Heilbronner Gemeinderat Johanna Lichy und die CDU-Stadtverbandsvorsitzende und Stadträtin Helga Drautz. Als Stimmensammlerinnen sind beide gut geeignet. Das haben sie bei den Kommunalwahlen hinlänglich bewiesen. Jetzt müssen die CDU-Mitglieder zeigen, welcher der beiden Frauen sie den stärkeren Biß gegenüber Spöri zutrauen. Ich wüßte schon, welcher.

Landessender
Erwin Teufel, unser Ministerpräsident, so ist aus Stuttgart zu hören, wünscht sich bei der anstehenden ARD-Reform für Baden Württemberg einen Landessender. Süddeutscher Rundfunk in Stuttgart und Südwestfunk in Baden-Baden, die zwei zusammen sind ein wenig arg teuer geworden und nicht gerade effektiv fürs Ländle. Aber so ist halt die ba­den-württembergische Rundfunkgeschichte: im Nachkriegsdeutschland wurde die Grenze zwischen Südfunk und Südwestfunk entlang der Autobahn Karlsruhe-Ulm gezogen. Dabei könnte ich mir gut vorstel­len, daß beim Hörfunk das Bessere den Vorrang erhält. SWF 1 ist mit seinem Programm halt Südfunk 1, dem be­tulichen Spätzlesender musikalisch und von der Berichterstattung her überlegen. Eben flotter, schneller, genauer und angenehmer zu hören. Und auch SWF 3 war immer schon Klassen besser als Südfunk 3 mit seiner Extrem-Musik und seinen Moderatoren , die oft meinen, es sei besonders witzig im Ländle in einen rheinischen Dialekt zu verfallen. Von der Musik bei S 4 will ich gar nicht erst reden. Wenn ich da mal gelandet bin, denke ich oftmals, um mich dröhnt ein Bierzelt. Einziger Trost bei S 4: die gute, regionale Berichterstattung des Frankenradios. Aber ich schätze, auf die Reform zum Landesender kann ich lange warten - so wie ich unsere Politiker in Stuttgart kenne.

Noch mehr Pfusch?
Erinnern Sie sich noch? Ein paar Monate ist es her, da schrieb ich übers vereinfachte Bauen. Künftig soll es möglich sein, ohne die Prüfungen der Baurechtsämter vor Ort zu bauen. Geplante Reform der Landesbauordnung nennt sich das ganze. Verbraucherschützer in Heilbronn und anderswo fürchten bei Wegfall dieser Prüfungen um Sicherheit und Kontrolle am Bau. Starker Tobak ist das schon. Da wird behauptet, daß durch die Reform erreicht wird, daß am Bau künftig noch mehr als ohnehin schon gepfuscht wird. Aber vielleicht ist ja doch ein Quentchen dran. Besser wäre schon, wenn der Bauherr künftig die Einhaltung wichtiger sicherheitsrelevanter Standards überprüfen lassen muß.

Gefährliche Fahrt
Auch in Heilbronn gibt es sie: die Rollbrettfahrer oder Skater. Flott flitzen sie öfters unter meinem Aussichtspunkt auf dem Kiliansturm über den Platz. Allerlei Kunststückchen haben die Burschen drauf. Oft ist es wagemutig, wenn sie ein paar Treppenstufen in rasender Fahrt nehmen. Und es macht sich unter den Skatern ein neues Mutpröbchen breit. Die Fahrt im Schlepptau eines Busses. Das ist zumindest unlängst in Konstanz passiert: Da wagen die Busfahrer ihren Augen nicht zu trauen. Im Rückspiegel können sie sehen, wie sich Jugendliche auf Rollschuhen an den Lüftungsklappen des Busses hängen und durch die halbe Stadt ziehen lassen. Ein kostenloser aber lebensgefährlicher Trip. Denn schon das kleinste Schlagloch kann bei Tempo 50 zu schweren Stürzen und lebensgefährlichen Verletzungen führen. Also Skater, bleibt auf den Treppen des Kiliansplatzes!

Auch noch da
Ach, den gibt es auch noch: Egon Susset, seines Zeichens agrarpolitischer Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion und „Inhaber“ des Heilbronner Bundestagsmandats. Vor wenigen Tagen hat sich der Landwirt wieder einmal in einer kurzen Pressemitteilung für seine Klientel, die Bauern, stark gemacht. Doch Heilbronn braucht mehr und breiteren Einfluß in Bonn. Es ist nicht damit getan, den Acker als das ein und alles zu betrachten, lieber Egon Susset. Die Themen der Zukunft heißen Umweltschutz, Computer, Sozialpolitik, ... Es wäre wohl an der Zeit, daß die CDU einen geeigneten Nachfolger sucht.

Im Vollrausch
Manch einer der jüngeren Leser wird die Satire-Zeitung „Titanic“ kennen. In einer der neuesten Nummern wird eine Seite veröffentlicht, auf der mit kleinen Sprüchen darauf hingewiesen wird, wie pfiffig „Titanic“-Leser sparen. Unter anderem taucht folgender Spruch auf: ,,Es muß ja nicht jeden Tag ein Vollrausch sein, oft reichen schon drei Viertele oder vier Fünftel." Angeblich stammt diese Lebensweisheit von einem Siggi Schilling aus Heilbronn. Soviel gilt als gesichert: Bei „Titanic“ arbeitet ein Journalist, der einst für die Heilbronner Lokalzeitung tätig war.

Häßliche Fassade
Zugpassagier, kommst du aus Richtung Heidelberg nach Heilbronn, bietet sich dir beim Blick aus dem Fenster ein häßlicher Anblick. Die Fahrt geht nämlich durch das Wohnviertel mit dem Spitznamen „Hawaii“. Hier liegt oft auf den Straßen Müll und Dreck jeder Sorte. Heilbronn zeigt sein häßliches Gesicht. Deswegen werden hier nun wohl auch die Fassaden der Miethäuser renoviert. Ob es was nützt, ist zu bezweifeln. Denn hinter den Mauern bieten sich dem Betrachter traurige soziale Verhältnisse. Die Menschen prägen eine Wohngegend. Und wahrscheinlich hat die Stadt versäumt, hier einer Entwicklung in asoziale Verhältnisse vorzubeugen. Ein Spaziergang des Heilbronner Sozialdezernenten durchs „Hawaii“ - aber bitte nicht mit Pressetroß - wäre angebracht. Die Verantwortlichen sollten sich ihr Bild vor Ort selbst machen und nicht aus der Lektüre irgendwelcher Zustandsberichte.

Lappen-Kunst
Der Spagat zwischen Kunst und Geld gelingt zur Zeit nur wenigen so gut wie dem Künzelsauer Schrauben-Milliardär Reinhold Würth. Hat er doch mit seinem Mäzenatentum die verschlafene Hohenloher Landschaft ein wenig wachgeküßt. Von der Landeshauptstadt aus betrachtet besaß das Hohenloher Land bisher ungefähr den gleichen Stellenwert wie „Badisch-Sibirien“ - um Tauberbischofsheim und ähnlich reizvoll gelegene Orten. Jetzt aber pilgert alles nach Künzelsau-Gaisbach, weil dort Christo, der internationale Verpackungskünstler, Teile des Würth-Betriebsgeländes verpackt hat. So kann der Kultur-Tourist aus dem Zentrum des Ländles nicht nur frische Landluft schnuppern, sondern an Kunst von Weltniveau sich delektieren. Halsstarrige Leute, die sich von Kennern als Banausen beschimpfen lassen müssen, meinen lapidar: was bei Würth als Kunst gefeiert wird, das seien doch nur des Kaisers neue Kleider. Stimmt nicht: die Lappen sind als Souvenirs heißbegehrt. Vielleicht kommt ein knitzer Hohenloher noch auf die Idee, sich das Verpackungstuch preiswert zu sichern, um es in kleinen Portionen dann teuer an Kunstliebhaber zu verscherbeln. So mancher Enthusiast aus der nahen Großstadt würde bestimmt viel hinblättern, um sich ein Christo-Würth-Tuch an die Wand zu hängen oder als Teppich zu benutzen.

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