Montag, 17. Februar 2014

Kiliansmännle, 12.04.1995



Kriegsende
Der 8. Mai 1995 ist Gedenktag - vor fünfzig Jahren kapitulierte das nationalsozialistische Deutsche Reich. Für viele, die erst nach dem Krieg geboren wurden, ist das der Tag der Befreiung von der Diktatur. Und für viele, die unter den Nazis erbärmlich gelitten hatten, ebenfalls. Aber für die meisten Deutschen, die Väter, Mütter, Söhne, Töchter und andere Verwandte oder Bekannte durch das Kriegsgeschehen verloren hatten, wird dieser Tag kein Grund zum Feiern sein, sondern höchstens einer zum Erinnern an tragische Zeiten. Nach dem 8. Mai 1945 gab es keinen deutschen Staat mehr - nur noch Besatzungszonen. Und das deutsche Volk, apathisch und in Trauer, stand wegen der Nazi-Greueltaten am Pranger - vor aller Welt. Jetzt gings wie zuvor auch nur ums Überleben. Gerade in einer Stadt wie Heilbronn werden in diesen Tagen viele ihrer Toten aus den Kriegszeiten gedenken. Befreiung? Der Hölle entronnen? Untergang? Tag der Niederlage? Alles nur wohlfeile politische Schlagworte, die den Schmerz, den dieser Krieg bei den meisten Menschen damals verursacht hat, nicht wegwischen können.

8. Mai
In Heilbronn werden am 8. Mai viele Veranstaltungen zum 50 Jahrestag „Ende des Zweiten Weltkrieges“ über die Bühne gehen. Insgesamt 20 Gruppierungen warten mit 18 Veranstaltungen auf. „Für uns ist der 8. Mai nicht der Tag der Kapitulation, sondern der Tag der Befreiung von Faschismus und nationalsozialistischer Gewaltherrschaft.“, heißt es da. Nun war es aber der Tag der Kapitulation - und zwar der bedingungslosen. Und der historische Akt mußte mehrmals wiederholt werden. Vor allem legten die Sowjets gesteigerten Wert darauf. Wer kapitulierte denn da, wenn nicht das deutsche Volk. Auch damals mußte alles seine Ordnung haben - so verlangten es die Sieger. Nicht Deutschland gewann den Krieg, auch keine deutschen Antifaschisten, sondern die Alliierten. Und die Nachkriegsgeschichte lehrt uns, daß Antifaschist zu sein, noch lange nicht bedeutet, auch aufrechter Demokrat zu sein. Denn ein entscheidendes Kennzeichen des Demokraten ist, daß er sich gegen jegliche Form des Totalitarismus ausspricht und einsetzt. Die feindlichen Brüder der Nazis, das waren und sind die Kommunisten. Sicher: Sie nannten sich Antifaschisten. Aber sind deshalb noch lange keine Demokraten. Sie befolgten nicht die Lehre aus der Nazizeit, als Demokrat gegen jegliche Form des Totalitären anzutreten. Im Gegenteil. Sie ließen in den Gefängnissen und KZs der Nazis die Terrorherrschaft nur unter rotem Vorzeichen wiederauferstehen. Und deshalb kennzeichnet heute einen aufrechten deutschen Demokraten, daß er Anti-Nazi und Anti-Kommunist ist.

Im Ruhestand
Nun ist er im verdienten Ruhestand: Heiner Weidner, Pressesprecher des Landratsamtes Heilbronn. In seine Zeit fielen zwei deftige Kommunalskandale: der Fall des Bürgermeisters von Beilstein und die Neckarwestheimer Millionenpleite. Weidner wehrt sich immer wieder, daß - auch an dieser Stelle - seinen beiden Landräten Widmaier und Czernuska eine Mitschuld am Versagen der beiden Bürgermeister gegeben wird. Daß er sich vor die beiden Landräte stellt, ehrt Heiner Weidner. Doch mal Hand aufs Herz, Herr Weidner, in der Position eines Landrates hört man doch das Gras wachsen? Und Anzeichen, daß in Beilstein, aber auch in Neckarwestheim nicht alles zum besten bestellt ist, hat es weit früher gegeben, als die beiden Skandale ruchbar wurden.

 Audi und Fiat
Audi und Fiat - das sind die Traditionsfirmen, die in diesem Jahrhundert für den Industriestandort Unterland stehen. Allerdings: Wenn Audi in Neckarsulm hustet, dann bekommt die Region, das heißt der neue „Wirtschaftsraum Heilbronn“, einen Husten. Aber die Erkältungsgefahr für Audi scheint vorerst gebannt. Im vergangenen April wurde für die rund 31.800 Beschäftigten wegen der schlechten Absatzlage eine Regelarbeitszeit von 32,4 Stunden ausgehandelt. Aber die wirtschaftliche Lage bei Audi ist heute so gut, daß jetzt die Arbeitszeit pro Woche wieder auf 35 Stunden heraufgesetzt wird. Und auch die Gehälter steigen seit 1. April wieder auf 97,2 Prozent der tariflichen Regelarbeitszeit, die ja bei 36 Stunden liegt. Um die gestiegene Nachfrage nach Audi-Fahrzeugen weiterhin decken zu können, wird sogar ab Mai die Nachtschicht ausgedehnt. - Auch der zweite große Autofirma im Unterland, die Fiat AG in Heilbronn, kann sich freuen. Der jetzt scheidende Vorstandsvorsitzende Dietmar Fütterer und seine Mannschaft haben es geschafft, dem italienischen Autoimporteur in diesem Jahr ein Umsatzplus von rund 25 Prozent zu bescheren. Angepeilt wird von Fiat, am Ende des Jahres 1995 an erster Stelle der Importeure in Deutschland zu stehen. Und das ohne Dietmar Fütterer, der dann schon in der Zentrale in Turin seinen Schreibtisch bezogen hat.

Mit Vollgas in die Krise?
Trotz guter Auftragslage: Wieder einmal wird der Audi-Produktionsstandort Neckarsulm in Frage gestellt. Deutlich, so Audi-Chef Dr. Herbert Demel, müßten die Kosten gesenkt werden, ehe dort die Modelle A 6 und A 8 weiter produziert werden könnten. Und ein ganzes Bündel an Kostensenkungsmaßnahmen sei notwendig, bevor man sich Werk an der Sulm Hoffnungen auf ein zusätzliches Produkt, das zweite Modell mit einer Vollaluminiumkarosserie machen könne. Keine rosigen Aussichten für die Audi-Werker in Neckarsulm. Denn die Karten sind im Vergleich zu Audi in Ingolstadt ganz schlecht. In den 70er Jahren setzte der allseits noch bekannte einstige IG-Metall-Boss Franz Steinkühler für die Metallindustrie Nordwürttemberg-Nordbaden fünf Minuten bezahlte Pause pro Stunde durch. Diese Pinkelpause gibt es in Bayern nicht. Und, wer wie Demel mit spitzem Bleistift rechnet, der kann die Arbeitsstunde in Bayern und Neckarsulm vergleichen und stellt ohne große Rechnerei fest, Bayern ist billiger. Es ist deshalb nicht nur eine Drohgebärde, wenn es heißt: Ein neues Alu-Auto wird nur in Neckarsulm gebaut, wenn die Produktionskosten stimmen. Daran wird die IG Metall noch heftig zu knabbern haben. Steinkühler sei es leider gedankt.

Schwäbisch Liverpool
Sollte womöglich das Institut für Medienforschung und Urbanistik (IMU) mit seinen schwarzseherischen Analysen recht behalten. Die Zukunftsforscher hatten der Region für Ende der 90er Jahre einen extremen Stellenabbau im Bereich der Metallindustrie prognostiziert. Besonders in der Sparte Fahrzeugbau werden die Stelleneinsparungen zu Buche schlagen. Zieht man nun die Aussagen von Audi-Chef Dr. Herbert Demel ins Kalkül, der den Audi-Standort Neckarsulm als zu teuer ansieht, so könnte IMU doch richtig liegen. Auch der damalige Oppositionspolitiker Dr. Dieter Spöri (SPD) - heute Wirtschaftsminister - hatte vor einem „Liverpool der 90er Jahre“ im Unterland gewarnt. Damals hatte man ihn müde belächelt. Der Vergleich hat Geschichte und zwar im Unterland, denn in den Boomjahren der beiden Industriestädte Liverpool und Heilbronn lobte sich die Käthchenstadt gerne als „Schwäbisch Liverpool“. Wie man allerdings weiß, geht es Liverpool heute gar nicht gut.

Kandidat/in in Schwarz
Erwin Teufel, der CDU-Ministerpräsident der Großen Koalition in Stuttgart, will wie sein SPD-Stellvertreter Dieter Spöri das Mammutbündnis im Lande nach der Landtagswahl im März 1996 nicht fortsetzen. Recht haben sie, die beiden Herren. Große Koalitionen aus CDU und SPD sind immer der Ausnahmefall, wenn andere Bündnisse nicht mehr möglich sind. 1992 wäre mit dem Einzug der Republikaner in den Landtag rein rechnerisch nur eine Koalition der CDU mit den Grünen möglich gewesen, denn mit den Reps wollte ernsthaft kein Christdemokrat ins Koalitionsbett steigen. Aber der Gedanke an Schwarzgrün war damals im Ländle noch nicht salonfähig. Also blieb nur, in den sauren Apfel einer Großen Koalition zu beißen. Schuld an dieser Konstellation war der Wähler, der die politischen Verhältnisse so geschaffen hatte wie sie waren. Jetzt aber - rund ein Jahr vor den Landtagswahlen - wird an den Startpositionen schon gegraben. Zum Beispiel im Wahlkreis Heilbronn, wo Dieter Spöri dem CDU-Abgeordneten Ulrich Stechele 1988 das Direktmandat abnahm und auch 1992 gegen ihn verteidigte. Die Heilbronner CDU sucht momentan einen neuen, unverbrauchten Kandidaten gegen den SPD-Mann Spöri. Nahezu sicher dürfte sein, daß es diesmal eine Frau ist, die gegen den SPD-Wirtschaftsminister antritt. Zwei Stadträtinnen stehen zur Auswahl: die CDU-Fraktionsvorsitzende im Heilbronner Gemeinderat Johanna Lichy und die CDU-Stadtverbandsvorsitzende und Stadträtin Helga Drautz. Als Stimmensammlerinnen sind beide gut geeignet. Das haben sie bei den letzten Kommunalwahlen hinlänglich bewiesen. Jetzt müssen die CDU-Mitglieder zeigen, welcher der beiden Frauen sie den stärkeren Biß zutrauen. Ich wüßte schon, welcher.

Christo-Kunst
Der Spagat zwischen Kunst und Geld gelingt zur Zeit nur wenigen so gut wie dem Künzelsauer Schrauben-Milliardär Reinhold Würth. Hat er doch mit seinem Mäzenatentum die verschlafene Hohenloher Landschaft ein wenig wachgeküßt. Von der Landeshauptstadt aus betrachtet besaß das Hohenloher Land bisher ungefähr den gleichen Stellenwert wie „Badisch-Sibirien“ - um Tauberbischofsheim und ähnlich reizvoll gelegene Orten. Jetzt aber pilgert alles nach Künzelsau-Gaisbach, weil dort Christo, der internationale Verpackungskünstler, Teile des Würth-Betriebsgeländes verpackt hat. So kann der Kultur-Tourist aus dem Zentrum des Ländles nicht nur frische Landluft schnuppern, sondern an Kunst von Weltniveau sich delektieren. Halsstarrige Leute, die sich von Kennern als Banausen beschimpfen lassen müssen, meinen lapidar: was bei Würth als Kunst gefeiert wird, das seien doch nur des Kaisers neue Kleider. Stimmt nicht: die Lappen sind als Souveniers heißbegehrt. Vielleicht kommt ein knitzer Hohenloher noch auf die Idee, sich das Verpackungstuch preiswert zu sichern, um es in kleinen Portionen dann teuer an Kunstliebhaber zu verscherbeln. So mancher Enthusiast aus der nahen Großstadt würde bestimmt viel hinblättern, um sich ein Christo-Würth-Tuch an die Wand zu hängen oder als Teppich zu benutzen.

Liebe Not
Na, das hätte mich auch gewundert, wenn es da keinen Widerstand gegeben hätte. Gegen das Parkierungskonzept in Bad Wimpfens Altstadt regt sich nun doch Widerstand. Die Bewohner des Burgviertel protestieren gegen die Pläne der Verwaltung - vom Gemeinderat einstimmig abgesegnet - daß Besucher des Altstadtviertels für ihre Autos keine Parkerlaubnis mehr erhalten. Bürgermeister Brecher ist in der Zwickmühle. Denn Wimpfen wird seinen Status als Kurstadt nur halten können, wenn es etwas gegen die von Autos abgasbelastete Luft tut. Es muß also versuchen, das Auto mehr und mehr aus der Stadt zurückzudrängen. Andererseits gibt es viel zu wenig Parkmöglichkeiten (Langzeit) am Rande der Altstadt, um einigermaßen bequem und nahe ans Burgviertel zu kommen. Ein Bürgermeister in Not.

USA-Reise
Das Aufsichtsgremium und die Geschäftsleitung des Regionalen Rechenzentrums in Heilbronn weilten zu einer Informationsreise in den Vereinigten Staaten. Letzte Woche kamen die zwanzig Reisenden von ihrem Computer-Trip zurück. Rund 150.000 Mark soll die Informationstour zu Firmen wie Microsoft und Mayo-Klinik gekostet haben. Das regt jetzt die Grünen im Unterland schrecklich auf. Denn sie sind der Ansicht, daß die Bürgermeister, Beamten und Verwaltungsleute sich auch hier in Deutschland hätten informieren können - und sprechen jetzt von Verschwendung der Steuergelder. Dabei hatte das Regierungspräsidium in Stuttgart die Reiseabsichten geprüft und die Reise ins sonnige Kalifornien sogar genehmigt, nachdem eine anonyme Anzeige eingegangen war. Die Grünen sind aber weiterhin der Ansicht, daß die Firmenvertreter der Computerindustrie genauso gut nach Heilbronn hätten kommen können, um ihre neuesten Produktentwicklungen vorzustellen. So würde es ja schließlich auch die private Wirtschaft handhaben. Außerdem hätten sich die Spezialisten des Rechenzentrums sehr gut auf der Computermesse Cebit unlängst in Hannover informieren können. Diese Reise wäre dann dem Steuerzahler weitaus preiswerter gekommen. Und was sagt das Rechenzentrum dazu? Die Reise war gerechtfertigt, weil die neusten Entwicklungen und Tendenzen auf dem Computer-Markt nur in den USA zu bestaunen seien. Außerdem wäre die „Öffentlichkeit“ durch einen Journalisten in der Reisegruppe vertreten gewesen. Und der hat ja auch berichtet, sachlich und kompetent - in der Wochenbeilage der Heilbronner Tageszeitung. Demnach hat sich die Reise gelohnt. Informationsmäßig.

Lerchenstraße
Die Bewohner der Heilbronner Lerchenstraße können ein Lied über die Parkplatznot in ihrer unmittelbaren Umgebung singen. Zunächst einmal parkten alle möglichen Innenstadtbesucher zwischen der schönen, alten Bäumen ihrer Straße. Dann wurden Anliegerausweise von der Stadt ausgegeben. Und jetzt? Zwischen den Bäumen wurden die Parkplätze in Beete umgewandelt. Parkmöglichkeiten in der Lerchenstraße - sie streben gen Null. Ziel der Stadt Heilbronn ist es wohl, über kurz oder lang die Innenstadt Heilbronns autofrei zu bekommen. Das mag ja gesund und angenehm für Radfahrer und Fußgänger sein. Aber so ideologisch hart vorgegangen, lautet eine weitere Konsequenz: die Innenstadt Heilbronns verarmt, immer weniger wird dort eingekauft - und die Geschäftswelt muß, wenn sie verdienen will, auf die grüne Wiese vor der Stadt ausweichen. Zuerst gingen die Möbelhändler, dann kam das große Lebensmittelwarenhaus bei Neckarsulm hinzu, es folgten die Elektrogroßhändler - und demnächst werden wohl große Betten- und Wäschehändler sowie die Warenhäuser auch darüber nachdenken müssen, ob der notwendige Umsatz in der Innenstadt Heilbronns weiterhin zu halten ist. Eine tote City, aber abgasfrei - das kann und darf ja wohl nicht das alleinige Ziel der Stadtoberen sein.

Sterne-Köche
Vom deutschen Großkoch Lothar Eiermann im Wald- und Schloßhotel Friedrichsruhe im Hohenlohischen weiß man, daß die Küche gut ist. Mancher Gourmet pilgert dorthin. Doch warum in die Ferne schweifen, für den Heilbronner liegt das Gute nahe: So hat die Feinschmecker- und Lebemann-Gazette „Savoir-Vivre“ das Hotel-Restaurant „Schloß Lehen“ in Bad Friedrichshall in seiner jüngsten Ausgabe auf zwei Hochglanz-Farbseiten als „besondere Adresse für den Monat April“ auserkoren. Das hört man sicher gerne im Unterland, denn gastronomische Werbung kann nur gut sein für unsere Region.

Asyl
Können Sie sich noch erinnern: die Wellen in Deutschland schlugen hoch als es um den Streit über Asylbewerber ging. Gesetze wurden geändert. Und jetzt? Das Thema ist aus den Schlagzeilen. Und worum ging es? Es kamen zu viele Flüchtlinge - und viele von denen wiederum wurden als Wirtschaftsasylanten geoutet. Jetzt aber ist das zur Nebensache in der deutschen Politik geworden, was damals den Streit anfachte. Ob nun das Essen in Naturalien ausgegeben oder Geld gezahlt wird, wo die Asylbewerber wohnen, ob in ehemaligen Kasernen oder in Hotels. Und der Grund für die Stille? Laut UN-Wirtschaftskommission ging die Zahl der Asylsuchenden 1994 weltweit um 30 Prozent zurück. Und in Deutschland wurden 127.210 Asylbewerber gegenüber 323.000 im Jahre 1993 gezählt. Dies stellt eine Verminderung von über 60 Prozent und den größten absoluten Rückgang in den ECE-Ländern dar, zu denen alle europäischen Staaten, die USA, Kanada, Israel und die meisten zentralasiatischen Republiken der früheren UdSSR gehören. Folge bei uns: jene Politiker, die ihr Süppchen allein auf der Asyl-Problematik zu kochen versuchten, verschwinden langsam in der Versenkung. Siehe Republikaner.

Titanic
Manch einer der jüngeren Leser wird die Satire-Zeitung „Titanic“ kennen. In einer der neuesten Nummern wird eine Seite veröffentlicht, auf der mit kleinen Sprüchen darauf hingewiesen wird, wie pfiffig „Titanic“-Leser sparen. Unter anderem taucht folgender Spruch auf: ,,Es muß ja nicht jeden Tag ein Vollrausch sein, oft reichen schon drei Viertele oder vier Fünftel." Angeblich stammt diese Lebensweisheit von einem Siggi Schilling aus Heilbronn. Soviel gilt als gesichert: Bei „Titanic“ arbeitet ein Journalist, der einst für die Heilbronner Lokalzeitung tätig war.

Hexenhaus
Viele Heilbronner sagen Kaiser-Wilhelm-Platz. Aber eigentlich heißt dieser Platz, auf dem einst die Friedenskirche stand, heute - klar doch: Friedensplatz. Oder Junkietreff. Am Ostrand dieses Platzes steht ein recht imposantes Gebäude. Einst war dort die Industrie- und Handelskammer Heilbronn untergebracht. Jetzt steht es schon seit geraumer Zeit leer. Und der Putz fällt von den Wänden, die Fenster sind stumpf - wie bei einem verwunschenen Hexenhaus. Und das mitten in Heilbronn. Ein Spekulationsobjekt? Man weiß nicht genau, was mit dem Gebäude geschehen soll. Aber sichtbar ist es halt dem Verfall preisgegeben. Ein Schandfleck am Rande der Innenstadt, der einer Großstadt nicht gerade zur Ehre gereicht. Was könnte man nicht alles in diesem Gebäude unterbringen, wenn man nur wollte. Aber offensichtlich will niemand.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen