Kriegsende
Der 8. Mai
1995 ist Gedenktag - vor fünfzig Jahren kapitulierte das nationalsozialistische
Deutsche Reich. Für viele, die erst nach dem Krieg geboren wurden, ist das der
Tag der Befreiung von der Diktatur. Und für viele, die unter den Nazis erbärmlich
gelitten hatten, ebenfalls. Aber für die meisten Deutschen, die Väter, Mütter,
Söhne, Töchter und andere Verwandte oder Bekannte durch das Kriegsgeschehen
verloren hatten, wird dieser Tag kein Grund zum Feiern sein, sondern höchstens
einer zum Erinnern an tragische Zeiten. Nach
dem 8. Mai 1945 gab es keinen deutschen Staat mehr - nur noch Besatzungszonen. Und
das deutsche Volk, apathisch und in Trauer, stand wegen der Nazi-Greueltaten am
Pranger - vor aller Welt. Jetzt gings wie zuvor auch nur ums Überleben. Gerade
in einer Stadt wie Heilbronn werden in diesen Tagen viele ihrer Toten aus den
Kriegszeiten gedenken. Befreiung? Der Hölle entronnen? Untergang? Tag der
Niederlage? Alles nur wohlfeile politische Schlagworte, die den Schmerz, den
dieser Krieg bei den meisten Menschen damals verursacht hat, nicht wegwischen
können.
8. Mai
In Heilbronn
werden am 8. Mai viele Veranstaltungen zum 50 Jahrestag „Ende des Zweiten
Weltkrieges“ über die Bühne gehen. Insgesamt 20 Gruppierungen warten mit 18
Veranstaltungen auf. „Für uns ist der 8. Mai nicht der Tag der Kapitulation,
sondern der Tag der Befreiung von Faschismus und nationalsozialistischer
Gewaltherrschaft.“, heißt es da. Nun war es aber der Tag der Kapitulation - und
zwar der bedingungslosen. Und der historische Akt mußte mehrmals wiederholt
werden. Vor allem legten die Sowjets gesteigerten Wert darauf. Wer kapitulierte
denn da, wenn nicht das deutsche Volk. Auch damals mußte alles seine Ordnung
haben - so verlangten es die Sieger. Nicht
Deutschland gewann den Krieg, auch keine deutschen Antifaschisten, sondern die
Alliierten. Und die Nachkriegsgeschichte lehrt uns, daß Antifaschist zu
sein, noch lange nicht bedeutet, auch aufrechter Demokrat zu sein. Denn ein
entscheidendes Kennzeichen des Demokraten ist, daß er sich gegen jegliche Form
des Totalitarismus ausspricht und einsetzt. Die feindlichen Brüder der Nazis,
das waren und sind die Kommunisten. Sicher: Sie nannten sich Antifaschisten.
Aber sind deshalb noch lange keine Demokraten. Sie befolgten nicht die Lehre
aus der Nazizeit, als Demokrat gegen jegliche Form des Totalitären anzutreten.
Im Gegenteil. Sie ließen in den Gefängnissen und KZs der Nazis die
Terrorherrschaft nur unter rotem Vorzeichen wiederauferstehen. Und deshalb
kennzeichnet heute einen aufrechten deutschen Demokraten, daß er Anti-Nazi und
Anti-Kommunist ist.
Im Ruhestand
Nun ist er
im verdienten Ruhestand: Heiner Weidner,
Pressesprecher des Landratsamtes Heilbronn. In seine Zeit fielen zwei
deftige Kommunalskandale: der Fall des Bürgermeisters von Beilstein und die
Neckarwestheimer Millionenpleite. Weidner wehrt sich immer wieder, daß - auch
an dieser Stelle - seinen beiden Landräten Widmaier und Czernuska eine Mitschuld
am Versagen der beiden Bürgermeister gegeben wird. Daß er sich vor die beiden
Landräte stellt, ehrt Heiner Weidner. Doch mal Hand aufs Herz, Herr Weidner, in
der Position eines Landrates hört man doch das Gras wachsen? Und Anzeichen, daß
in Beilstein, aber auch in Neckarwestheim nicht alles zum besten bestellt ist,
hat es weit früher gegeben, als die beiden Skandale ruchbar wurden.
Audi und Fiat
Audi und
Fiat - das sind die Traditionsfirmen, die in diesem Jahrhundert für den
Industriestandort Unterland stehen. Allerdings: Wenn Audi in Neckarsulm hustet,
dann bekommt die Region, das heißt der neue „Wirtschaftsraum Heilbronn“, einen
Husten. Aber die Erkältungsgefahr für Audi scheint vorerst gebannt. Im
vergangenen April wurde für die rund 31.800 Beschäftigten wegen der schlechten
Absatzlage eine Regelarbeitszeit von 32,4 Stunden ausgehandelt. Aber die
wirtschaftliche Lage bei Audi ist heute so gut, daß jetzt die Arbeitszeit pro Woche
wieder auf 35 Stunden heraufgesetzt wird. Und auch die Gehälter steigen seit
1. April wieder auf 97,2 Prozent der tariflichen Regelarbeitszeit, die ja
bei 36 Stunden liegt. Um die gestiegene Nachfrage nach Audi-Fahrzeugen
weiterhin decken zu können, wird sogar ab Mai die Nachtschicht ausgedehnt. -
Auch der zweite große Autofirma im Unterland, die Fiat AG in Heilbronn, kann
sich freuen. Der jetzt scheidende Vorstandsvorsitzende Dietmar Fütterer
und seine Mannschaft haben es geschafft, dem italienischen Autoimporteur in
diesem Jahr ein Umsatzplus von rund 25 Prozent zu bescheren.
Angepeilt wird von Fiat, am Ende des Jahres 1995 an erster Stelle der
Importeure in Deutschland zu stehen. Und das ohne Dietmar Fütterer, der dann
schon in der Zentrale in Turin seinen Schreibtisch bezogen hat.
Mit Vollgas
in die Krise?
Trotz guter
Auftragslage: Wieder einmal wird der Audi-Produktionsstandort Neckarsulm in
Frage gestellt. Deutlich, so Audi-Chef Dr. Herbert Demel, müßten die Kosten
gesenkt werden, ehe dort die Modelle A 6 und A 8 weiter produziert werden
könnten. Und ein ganzes Bündel an Kostensenkungsmaßnahmen sei notwendig, bevor
man sich Werk an der Sulm Hoffnungen auf ein zusätzliches Produkt, das zweite
Modell mit einer Vollaluminiumkarosserie machen könne. Keine rosigen Aussichten
für die Audi-Werker in Neckarsulm. Denn die Karten sind im Vergleich zu Audi in
Ingolstadt ganz schlecht. In den 70er Jahren setzte der allseits noch bekannte
einstige IG-Metall-Boss Franz Steinkühler für die Metallindustrie Nordwürttemberg-Nordbaden
fünf Minuten bezahlte Pause pro Stunde durch. Diese Pinkelpause gibt es in
Bayern nicht. Und, wer wie Demel mit spitzem Bleistift rechnet, der kann die
Arbeitsstunde in Bayern und Neckarsulm vergleichen und stellt ohne große Rechnerei
fest, Bayern ist billiger. Es ist deshalb nicht nur eine Drohgebärde, wenn es
heißt: Ein neues Alu-Auto wird nur in Neckarsulm gebaut, wenn die
Produktionskosten stimmen. Daran wird die IG Metall noch heftig zu knabbern
haben. Steinkühler sei es leider gedankt.
Schwäbisch
Liverpool
Sollte
womöglich das Institut für Medienforschung und Urbanistik (IMU) mit seinen
schwarzseherischen Analysen recht behalten. Die Zukunftsforscher hatten der
Region für Ende der 90er Jahre einen extremen Stellenabbau im Bereich der
Metallindustrie prognostiziert. Besonders in der Sparte Fahrzeugbau werden
die Stelleneinsparungen zu Buche schlagen. Zieht man nun die Aussagen von Audi-Chef
Dr. Herbert Demel ins Kalkül, der den Audi-Standort Neckarsulm als zu teuer
ansieht, so könnte IMU doch richtig liegen. Auch der damalige
Oppositionspolitiker Dr. Dieter Spöri (SPD) - heute Wirtschaftsminister - hatte
vor einem „Liverpool der 90er Jahre“ im Unterland gewarnt. Damals hatte man ihn
müde belächelt. Der Vergleich hat Geschichte und zwar im Unterland, denn in den
Boomjahren der beiden Industriestädte Liverpool und Heilbronn lobte sich die
Käthchenstadt gerne als „Schwäbisch Liverpool“. Wie man allerdings weiß, geht
es Liverpool heute gar nicht gut.
Kandidat/in
in Schwarz
Erwin Teufel, der CDU-Ministerpräsident der
Großen Koalition in Stuttgart, will wie sein SPD-Stellvertreter Dieter Spöri
das Mammutbündnis im Lande nach der Landtagswahl im März 1996 nicht fortsetzen.
Recht haben sie, die beiden Herren. Große Koalitionen aus CDU und SPD sind
immer der Ausnahmefall, wenn andere Bündnisse nicht mehr möglich sind. 1992
wäre mit dem Einzug der Republikaner in den Landtag rein rechnerisch nur eine
Koalition der CDU mit den Grünen möglich gewesen, denn mit den Reps wollte
ernsthaft kein Christdemokrat ins Koalitionsbett steigen. Aber der Gedanke an
Schwarzgrün war damals im Ländle noch nicht salonfähig. Also blieb nur, in den
sauren Apfel einer Großen Koalition zu beißen. Schuld an dieser Konstellation
war der Wähler, der die politischen Verhältnisse so geschaffen hatte wie sie
waren. Jetzt aber - rund ein Jahr vor den Landtagswahlen - wird an den
Startpositionen schon gegraben. Zum Beispiel im Wahlkreis Heilbronn, wo Dieter
Spöri dem CDU-Abgeordneten Ulrich Stechele 1988 das Direktmandat abnahm
und auch 1992 gegen ihn verteidigte. Die Heilbronner CDU sucht momentan einen
neuen, unverbrauchten Kandidaten gegen den SPD-Mann Spöri. Nahezu sicher dürfte
sein, daß es diesmal eine Frau ist, die gegen den SPD-Wirtschaftsminister
antritt. Zwei Stadträtinnen stehen zur Auswahl: die CDU-Fraktionsvorsitzende im
Heilbronner Gemeinderat Johanna Lichy und die
CDU-Stadtverbandsvorsitzende und Stadträtin Helga Drautz. Als
Stimmensammlerinnen sind beide gut geeignet. Das haben sie bei den letzten Kommunalwahlen
hinlänglich bewiesen. Jetzt müssen die CDU-Mitglieder zeigen, welcher der
beiden Frauen sie den stärkeren Biß zutrauen. Ich wüßte schon, welcher.
Christo-Kunst
Der Spagat
zwischen Kunst und Geld gelingt zur Zeit nur wenigen so gut wie dem Künzelsauer
Schrauben-Milliardär Reinhold Würth. Hat er doch mit seinem Mäzenatentum
die verschlafene Hohenloher Landschaft ein wenig wachgeküßt. Von der
Landeshauptstadt aus betrachtet besaß das Hohenloher Land bisher ungefähr den
gleichen Stellenwert wie „Badisch-Sibirien“ - um Tauberbischofsheim und ähnlich
reizvoll gelegene Orten. Jetzt aber pilgert alles nach Künzelsau-Gaisbach, weil
dort Christo, der internationale Verpackungskünstler, Teile des
Würth-Betriebsgeländes verpackt hat. So kann der Kultur-Tourist aus dem Zentrum
des Ländles nicht nur frische Landluft schnuppern, sondern an Kunst von
Weltniveau sich delektieren. Halsstarrige Leute, die sich von Kennern als
Banausen beschimpfen lassen müssen, meinen lapidar: was bei Würth als Kunst
gefeiert wird, das seien doch nur des Kaisers neue Kleider. Stimmt nicht: die
Lappen sind als Souveniers heißbegehrt. Vielleicht kommt ein knitzer Hohenloher
noch auf die Idee, sich das Verpackungstuch preiswert zu sichern, um es in
kleinen Portionen dann teuer an Kunstliebhaber zu verscherbeln. So mancher
Enthusiast aus der nahen Großstadt würde bestimmt viel hinblättern, um sich ein
Christo-Würth-Tuch an die Wand zu hängen oder als Teppich zu benutzen.
Liebe Not
Na, das
hätte mich auch gewundert, wenn es da keinen Widerstand gegeben hätte. Gegen
das Parkierungskonzept in Bad Wimpfens Altstadt regt sich nun doch
Widerstand. Die Bewohner des Burgviertel protestieren gegen die Pläne der
Verwaltung - vom Gemeinderat einstimmig abgesegnet - daß Besucher des Altstadtviertels
für ihre Autos keine Parkerlaubnis mehr erhalten. Bürgermeister Brecher ist in
der Zwickmühle. Denn Wimpfen wird seinen Status als Kurstadt nur halten können,
wenn es etwas gegen die von Autos abgasbelastete Luft tut. Es muß also
versuchen, das Auto mehr und mehr aus der Stadt zurückzudrängen. Andererseits
gibt es viel zu wenig Parkmöglichkeiten (Langzeit) am Rande der Altstadt, um
einigermaßen bequem und nahe ans Burgviertel zu kommen. Ein Bürgermeister in
Not.
USA-Reise
Das
Aufsichtsgremium und die Geschäftsleitung des Regionalen Rechenzentrums in
Heilbronn weilten zu einer Informationsreise in den Vereinigten Staaten.
Letzte Woche kamen die zwanzig Reisenden von ihrem Computer-Trip zurück. Rund 150.000
Mark soll die Informationstour zu Firmen wie Microsoft und Mayo-Klinik
gekostet haben. Das regt jetzt die Grünen im Unterland schrecklich auf. Denn
sie sind der Ansicht, daß die Bürgermeister, Beamten und Verwaltungsleute sich
auch hier in Deutschland hätten informieren können - und sprechen jetzt von
Verschwendung der Steuergelder. Dabei hatte das Regierungspräsidium in
Stuttgart die Reiseabsichten geprüft und die Reise ins sonnige Kalifornien
sogar genehmigt, nachdem eine anonyme Anzeige eingegangen war. Die Grünen sind aber
weiterhin der Ansicht, daß die Firmenvertreter der Computerindustrie genauso
gut nach Heilbronn hätten kommen können, um ihre neuesten Produktentwicklungen
vorzustellen. So würde es ja schließlich auch die private Wirtschaft handhaben.
Außerdem hätten sich die Spezialisten des Rechenzentrums sehr gut auf der
Computermesse Cebit unlängst in Hannover informieren können. Diese Reise wäre
dann dem Steuerzahler weitaus preiswerter gekommen. Und was sagt das
Rechenzentrum dazu? Die Reise war gerechtfertigt, weil die neusten
Entwicklungen und Tendenzen auf dem Computer-Markt nur in den USA zu bestaunen
seien. Außerdem wäre die „Öffentlichkeit“ durch einen Journalisten in der
Reisegruppe vertreten gewesen. Und der hat ja auch berichtet, sachlich und
kompetent - in der Wochenbeilage der Heilbronner Tageszeitung. Demnach hat sich
die Reise gelohnt. Informationsmäßig.
Lerchenstraße
Die Bewohner
der Heilbronner Lerchenstraße können ein Lied über die Parkplatznot in ihrer
unmittelbaren Umgebung singen. Zunächst einmal parkten alle möglichen
Innenstadtbesucher zwischen der schönen, alten Bäumen ihrer Straße. Dann wurden
Anliegerausweise von der Stadt ausgegeben. Und jetzt? Zwischen den Bäumen
wurden die Parkplätze in Beete umgewandelt. Parkmöglichkeiten in der
Lerchenstraße - sie streben gen Null. Ziel der Stadt Heilbronn ist es wohl,
über kurz oder lang die Innenstadt Heilbronns autofrei zu bekommen. Das
mag ja gesund und angenehm für Radfahrer und Fußgänger sein. Aber so
ideologisch hart vorgegangen, lautet eine weitere Konsequenz: die Innenstadt
Heilbronns verarmt, immer weniger wird dort eingekauft - und die Geschäftswelt
muß, wenn sie verdienen will, auf die grüne Wiese vor der Stadt ausweichen.
Zuerst gingen die Möbelhändler, dann kam das große Lebensmittelwarenhaus bei
Neckarsulm hinzu, es folgten die Elektrogroßhändler - und demnächst werden wohl
große Betten- und Wäschehändler sowie die Warenhäuser auch darüber nachdenken
müssen, ob der notwendige Umsatz in der Innenstadt Heilbronns weiterhin zu
halten ist. Eine tote City, aber abgasfrei - das kann und darf ja wohl nicht
das alleinige Ziel der Stadtoberen sein.
Sterne-Köche
Vom
deutschen Großkoch Lothar Eiermann im Wald- und Schloßhotel Friedrichsruhe im
Hohenlohischen weiß man, daß die Küche gut ist. Mancher Gourmet pilgert
dorthin. Doch warum in die Ferne schweifen, für den Heilbronner liegt das Gute
nahe: So hat die Feinschmecker- und Lebemann-Gazette „Savoir-Vivre“ das
Hotel-Restaurant „Schloß Lehen“ in Bad Friedrichshall in seiner jüngsten
Ausgabe auf zwei Hochglanz-Farbseiten als „besondere Adresse für den Monat
April“ auserkoren. Das hört man sicher gerne im Unterland, denn gastronomische
Werbung kann nur gut sein für unsere Region.
Asyl
Können Sie
sich noch erinnern: die Wellen in Deutschland schlugen hoch als es um den
Streit über Asylbewerber ging. Gesetze wurden geändert. Und jetzt? Das Thema
ist aus den Schlagzeilen. Und worum ging es? Es kamen zu viele Flüchtlinge -
und viele von denen wiederum wurden als Wirtschaftsasylanten geoutet. Jetzt
aber ist das zur Nebensache in der deutschen Politik geworden, was damals den
Streit anfachte. Ob nun das Essen in Naturalien ausgegeben oder Geld gezahlt
wird, wo die Asylbewerber wohnen, ob in ehemaligen Kasernen oder in Hotels. Und
der Grund für die Stille? Laut UN-Wirtschaftskommission ging die Zahl der
Asylsuchenden 1994 weltweit um 30 Prozent zurück. Und in Deutschland wurden
127.210 Asylbewerber gegenüber 323.000 im Jahre 1993 gezählt. Dies stellt eine Verminderung
von über 60 Prozent und den größten absoluten Rückgang in den
ECE-Ländern dar, zu denen alle europäischen Staaten, die USA, Kanada, Israel
und die meisten zentralasiatischen Republiken der früheren UdSSR gehören. Folge
bei uns: jene Politiker, die ihr Süppchen allein auf der Asyl-Problematik zu
kochen versuchten, verschwinden langsam in der Versenkung. Siehe Republikaner.
Titanic
Manch einer
der jüngeren Leser wird die Satire-Zeitung „Titanic“ kennen. In einer
der neuesten Nummern wird eine Seite veröffentlicht, auf der mit kleinen Sprüchen
darauf hingewiesen wird, wie pfiffig „Titanic“-Leser sparen. Unter anderem
taucht folgender Spruch auf: ,,Es muß ja nicht jeden Tag ein Vollrausch sein,
oft reichen schon drei Viertele oder vier Fünftel." Angeblich stammt diese
Lebensweisheit von einem Siggi Schilling aus Heilbronn. Soviel gilt als
gesichert: Bei „Titanic“ arbeitet ein Journalist, der einst für die Heilbronner
Lokalzeitung tätig war.
Hexenhaus
Viele
Heilbronner sagen Kaiser-Wilhelm-Platz. Aber eigentlich heißt dieser Platz, auf
dem einst die Friedenskirche stand, heute - klar doch: Friedensplatz. Oder Junkietreff.
Am Ostrand dieses Platzes steht ein recht imposantes Gebäude. Einst war dort
die Industrie- und Handelskammer Heilbronn untergebracht. Jetzt steht es schon
seit geraumer Zeit leer. Und der Putz fällt von den Wänden, die Fenster sind
stumpf - wie bei einem verwunschenen Hexenhaus. Und das mitten in Heilbronn.
Ein Spekulationsobjekt? Man weiß nicht genau, was mit dem Gebäude geschehen
soll. Aber sichtbar ist es halt dem Verfall preisgegeben. Ein Schandfleck am
Rande der Innenstadt, der einer Großstadt nicht gerade zur Ehre gereicht. Was
könnte man nicht alles in diesem Gebäude unterbringen, wenn man nur wollte.
Aber offensichtlich will niemand.

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