Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU/CSU in Bonn, die Industrieverbände, die Verbraucherverbände - viele wollen eine Veränderung der Ladenschlußzeiten. Der Einzelhandel wehrt sich nicht nur in Heilbronn im Schulterschluß mit den Gewerkschaften gegen die Änderung des Gesetzes zum Ladenschluß. Dabei wird es durchlöchert, wo immer möglich. Viele Geschäfte öffnen ihre Läden erst um neun oder zehn Uhr, manche machen zwei Stunden Mittag, wieder andere schließen am Mittwoch ganz. Einzige Rettung für viele Kunden: die Tankstelle, bei der es sonntags sogar frische Brötchen aus dem Backofen gibt. Aber beim Ladenschluß gibt’s auch keinen Einheitsbrei: die meisten Geschäfte schließen schon um 18 Uhr. Nur die großen Häuser lassen die Rolladen um 18.30 Uhr runter. Der Vorstoß einiger Politiker und Verbandsvertreter, werktags um 20 Uhr und samstags um 18 Uhr schließen zu dürfen, hat eine Welle des Protests unter Interessensvertretern hervorgerufen. Dabei sollen Geschäftsinhaber schließen dürfen, nicht müssen. Und auch die beiden CDU-Abgeordneten aus Heilbronn und Neckar-Zaber, Egon Susset und Dr. Renate Hellwig, wollen nichts von einer Liberalisierung der Ladenschlußzeiten wissen. Mal sehen, ob in Zukunft in Europa nicht gleiches Recht für alle gilt, nämlich eine liberale Handhabung der Öffnungszeiten - zum Vorteil des Verbrauchers.
60/80 km/h
Die Luft sei
so gut gewesen - beim Ozon-Versuch im letzten Sommer. Und jene, die unmittelbar
neben der Autobahn wohnen, die haben festgestellt: verminderte Geschwindigkeit
entspricht Verminderung des Lärms. Weil ja kurz nach dem Weinsberger Kreuz auf
Heilbronner und Neckarsulmer Gemarkung ein Tempolimit vorgeschrieben war. Jetzt
machen die Bürgermeister der unmittelbar an der Autobahn gelegenen Gemeinden
mobil. Sie wollen erreichen, daß zwischen dem Weinsberger Kreuz und
Untereisesheim Pkw nur 80 und Lkw maximal 60 pro Stunde fahren dürfen. Aber
nicht alle Schultes wollen das. Der Bad Rappenauer Bürgermeister und
CDU-Landtagsabgeordnete Gerd Zimmermann erhebt Bedenken. Einen Dammbruch
befürchtet er - wenn alle Gemeinden zwischen Heidelberg und Stuttgart, deren
Gebiete unmittelbar an einer Autobahn angrenzen, ebenfalls diese Forderung
erheben und womöglich durchsetzen. Wenn die Lkws mit 60 zuckeln und die Pkws
mit 80, ja dann weichen raffinierte Fahrer auf die Bundes- und Landstraßen aus.
Da kommen sie schneller voran. Jetzt sollen die Politiker an einen Runden
Tisch. Die Bürgermeister, Verkehrsminister aus Bund und Land und die
Landtagsabgeordneten, das heißt auch Dieter Spöri, bekanntlich
Wirtschaftsminister in Baden Württemberg. Mal sehen ob überhaupt, wann und wo
sie sich treffen - die Rund-Tischler.
Geschäftstüchtig
Na also, man
lernt von den Großen, wie man es richtig macht. Schon lange haben Leute wie
Daimler-Sprecher Matthias Kleinert - ehemals ein Spezi von Lothar
Späth - erkannt, daß Sport und Industrie eine harmonische Partnerschaft
eingehen können. „Sponsoring“ nennt man das. Kleinere Unternehmen brauchen
etwas länger. Die Bad Rappenauer Heil- und Mineralbrunnen GmbH beispielsweise. Dieter
Baumann ist es, den die Rappenauer diese Woche zu Gast haben werden. Der
Olympiasieger und Europameister über 5000 Meter soll Zugpferd spielen für die
sprudelnde GmbH. Wer Baumann kennt weiß, daß der sich seinen Einsatz teuer
bezahlen läßt. Wieviel, wollte mir niemand verraten. Ist vielleicht auch besser
so, denn dann würde klar, wie gut es der Heil- und Mineralbrunnen GmbH in Bad
Rappenau gehen muß.
Sicherheit
Unsere
Polizei wirbt im Unterland damit, daß eine stärkere Präsenz ihrerseits an
Unfallschwerpunkten zu einer Verminderung des Unfallgeschehens führt. Vertrauen
ist gut, Kontrolle ist besser - scheint das Motto zu lauten. Wenn es hilft,
uns Bürgern kann das nur recht sein. Aber wie ist das bei den
Wohnungseinbrüchen? Wäre da nicht auch Kontrolle besser - analog zum Verkehr?
Mehr Präsenz von Polizei in besonders gefährdeten Wohngebieten zum Beispiel.
Der gute Rat ist in diesem Fall das Vorbild im eigenen Hause - sprich in der
Polizeidirektion Heilbronn.
Rauschgift
Den Sumpf
trockenlegen. Das scheint jetzt die Devise der Stadt Heilbronn zu sein, wenn es
um den Drogenhandel im Stadtpark an der Harmonie geht. Das Unterholz im
hinteren Teil des Geländes ist lichter gemacht. Dubiose Gestalten aus aller
Herren Länder können ihren ungenierten Rauschgifthandel jetzt nicht mehr
im Schutz des Gehölzes tätigen. Das Problem ist damit sicher nicht beseitigt.
Aber die Ordnungshüter haben eine bessere Sicht auf das Geschehen und wenn sie
wollen, auch einen besseren Überblick, um geschickt und umsichtig eingreifen zu
können. Sich blauäugig damit abzufinden, daß die Innenstadt verkommt, verdreckt
und zu einem Hauptumschlagsplatz für Drogen wird, das kann doch ernsthaft
niemand wollen. Das Drogenproblem ist damit vor allem nicht in den Griff zu
bekommen, daß sich der Handel mit dem Teufelszeug ungehindert ausbreiten darf.
Also: Dank an die Stadt für den ersten Schritt in die richtige Richtung.
Unter sich
Jetzt sind
sie beinahe alle wieder unter sich, die Herren Bürgermeister. Die
Wirtschaftsförderungsgesellschaft besitzt seit neuestem einen Aufsichtsrat. Bis
auf einen Vertreter der Gewerkschaften sind da nur Schultes vertreten. Nicht
schlecht wäre es doch, wenn da auch Unternehmer mit von der Partie wären,
nachdem Industrie- und Handelskammer und Handwerkskammer abgelehnt hatten.
Vorwärts
Für die
Stadt Heilbronn muß es nun darum gehen, im Vergleich der kleinen Großstädte
an Boden gutzumachen. Die Innenstadt muß endlich attraktiver werden. Mehr
kleinere Kneipen und Cafés gehören in die Flaniermeilen unter meinen
Kiliansturm. Ein modernes Gebäude der Volksbank ist zwar ein allseits gelobtes
Prachtstück, aber wenn die Bank ihre Pforten schließt, ist damit für uns
Feierabendgänger kein Staat mehr zu machen. Also, mein lieber OB Manfred
Weinmann, richten Sie Ihren Blick doch bitte mal ans Neckarufer gegenüber
vom Insel-Hotel. Das einzige, was da gut läuft, sind jede Menge Autos. Für
diesen Bereich Heilbronns böte sich eine Art Uferpromenade an, mit Geschäften
und Wirtschaften zum Verweilen. Dazu ist es allerdings nötig, die Autos noch
mehr aus der Innenstadt herauszuhalten. Wenn Sie, lieber Oberbürgermeister,
wissen wollen, wie das geht, empfehle ich Ihnen einen Besuch in Reutlingen,
Esslingen oder Tübingen. Auch hier wurde das Heilix Blechle nicht gänzlich
verbannt, aber die Stadtplaner haben clevere Lösungen gefunden. Und sagen Sie
jetzt nur nicht, dann würde die Innenstadt noch lebloser. Unsinn, auch
Stuttgart hat jetzt seinen autolosen Innenstadtring. Und die Geschäfte der
Einzelhändler laufen dort genauso gut wie zu Autozeiten. Übrigens hat dies auch
das Beispiel unserer Kaiserstraße gezeigt. Würde die gänzlich autolos - Busse
ausgenommen - gewänne unser Städtchen an Flair.
Eingemeindungs-Knatsch
Da scheint
sich zwischen Möckmühl und Züttlingen ähnliches anzubahnen wie zwischen Elsenz
und Eppingen. Es geht um die alten Versprechungen aus den Zeiten der
Gemeindereform. Auch Züttlingen denkt über die Trennung von der Muttergemeinde
Möckmühl nach. Bei allem Verständnis, ich halte das für kurzsichtiges
Provinzdenken. Denn, meine Herren Züttlinger Ortschaftsräte, wenn es denn zum
Schwur kommt, Ihre kleine Gemeinde kann doch heute die ganzen Anforderungen an
eine auf Dienstleistungen getrimmte Verwaltung nicht mehr erfüllen - oder?

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